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"Zu zögerlich" bei Reise-Rückerstattungen?

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Kritik an Luftfahrtbundesamt - "Zu zögerlich" bei Reise-Rückerstattungen?

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Wegen der Corona-Krise mussten Airlines zahlreiche Flüge streichen. Viele Urlauber warten noch immer auf Rückerstattungen. Verbraucherschützer kritisieren den langwierigen Prozess.

Eine Anzeigetafel am Flughafen Dresden. Archivbild
Reiserechtsexperten halten die bisher geltenden Bußgelder für Airlines bei nicht erfolgter Rückerstattung für zu niedrig.
Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Nach EU-Fluggastverordnung sind alle Airlines verpflichtet, die Ticketpreise in vollem Umfang innerhalb von sieben Tagen zu erstatten, wenn ein Kunde das verlangt. Für die Überwachung ist das Luftfahrtbundesamt zuständig.

Die Behörde teilte gegenüber Frontal21 mit, dass im Zuge der Corona-Krise von Mitte März bis Ende August 1.813 Anzeigen wegen nicht erfolgter Rückerstattungen gegen Fluggesellschaften eingegangen sind. In 352 Fällen sei ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet worden, in jedem zweiten Fall gegen eine deutsche Fluggesellschaft. Über die Höhe der Bußgelder machte die Aufsichtsbehörde keine Angaben.

Wegen gestrichener Flüge warten noch immer viele Lufthansa-Kunden auf ihr Geld. Das soll sich ändern, aber etwas Geduld brauchen sie noch, sagt ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller.

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Verbraucherschützer fordern energischeres Vorgehen gegen Airlines

Das Luftfahrtbundesamt soll energischer gegen Fluggesellschaften vorgehen, die ihren Kunden coronabedingte Flugausfälle nicht innerhalb von sieben Tagen erstatten. Das fordern Verbraucherschützer und Reiserechtsexperten. Der Chefredakteur des Verbraucherratgebers Finanztip, Hermann-Josef Tenhagen, findet klare Worte:

Wenn systematisch geltendes Recht verletzt wird, muss die Aufsicht einschreiten.
Hermann-Josef Tenhagen

Reiserechtsexperte Professor Ronald Schmid kritisierte, das Luftfahrtbundesamt verhänge zu niedrige Bußgelder. "Die sind im Bereich, den man als Airline noch billigend in Kauf nimmt."

Lufthansa: Erstattungen im Wert von 500 Millionen Euro in Prüfung

Auf Anfrage bestätigte die größte deutsche Fluggesellschaft, die Lufthansa-Gruppe, dass aktuell Erstattungen für rund eine Million Kunden im Gesamtwert von etwa 500 Millionen Euro geprüft würden. Die Airlines der Lufthansa-Gruppe haben nach eigenen Angaben im laufenden Jahr bislang rund 2,7 Milliarden Euro an insgesamt 6,3 Millionen Kunden erstattet.

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