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Heiko Maas als Vermittler in Athen und Ankara

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Gaskonflikt im Mittelmeer - Heiko Maas als Vermittler in Athen und Ankara

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Schwierige Mission für Außenminister Maas: Er will im schwelenden Gaskonflikt zwischen Griechenland und der Türkei vermitteln. Um was es dabei geht - ein Überblick.

Im Streit zwischen der Türkei und Griechenland reist Heiko Maas zu Vermittlungsgesprächen in beide Länder. Grund sind türkische Erdgaserkundungen vor griechischen Inseln.

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Um was geht es bei dem Konflikt?

Die Türkei und Griechenland streiten sich um die Grenzen von Seegebieten und vor allem darum, wer wo im östlichen Mittelmeer Erdgas fördern darf. Das türkische Forschungsschiff "Oruc Reis" erkundet derzeit begleitet von Kriegsschiffen mögliche Vorkommen südlich der türkischen Küste.

Ankara argumentiert, dass das Gebiet zum Festlandsockel der Türkei gehöre. Der Türkei sind aber die griechischen Inseln Rhodos und Kastelorizo vorgelagert, weshalb Griechenland das Seegebiet für sich beansprucht. Einen ähnlichen Konflikt gibt es um die Insel Zypern, vor deren Küste schon reiche Erdgasvorkommen entdeckt wurden.

Ein türkisches Forschungsschiff stößt im östlichen Mittelmeer auf Erdgas. Das Problem: Athen beansprucht die Vorkommen für sich, da sie vor griechischen Inseln gefunden wurden. Der Konflikt um das Förderrecht - ein Affront.

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Warum sind die Seegebietsgrenzen umstritten?

Die Türkei und Griechenland vertreten unterschiedliche Rechtsauffassungen, wenn es um die Anerkennung, Inanspruchnahme und Abgrenzung von Seegebieten geht. Streitpunkt ist dabei vor allem die Frage, welche Gebietsansprüche sich aus dem Besitz von Inseln ableiten lassen.

Beide Seiten provozierten sich zuletzt damit, dass sie ohne Einbeziehung des jeweils anderen Seegebietsgrenzen einfach festlegten. Die Türkei schloss dazu ein Abkommen mit der Regierung in Libyen ab, Griechenland wiederum mit Ägypten.

Könnte es zu einem militärischen Konflikt kommen?

Das ist nicht ausgeschlossen. Die Gemüter sind erhitzt und die Situation sehr angespannt - so kam es jüngst schon zu einem Zusammenstoß zwischen einem türkischen und einem griechischen Kriegsschiff. Einen Krieg können sich aber beide Länder eigentlich nicht leisten. Die türkische Wirtschaft ist ohnehin schon angeschlagen - ein Zustand, der sich durch die Corona-Pandemie noch verschärft hat.

Eine militärische Auseinandersetzung mit Griechenland würde die türkische Lira wohl weiter auf Talfahrt schicken. Auch Griechenland kommt gerade aus einer schweren Finanzkrise. Die Corona-Krise hat auch ihren wichtigsten Wirtschaftsbereich, den Tourismus, schwer getroffen.

Der seit fast hundert Jahren ungelöste Grenzstreit zwischen Griechenland und der Türkei im Mittelmeer und der Ägäis spitzt sich weiter zu auf Grund von Unstimmigkeiten bezüglich der Erdgasvorkommen.

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Welche Rolle spielt die EU?

Die EU steckt in dem Konflikt in einer schwierigen Situation. Auf der einen Seite will sie Griechenland und dem ebenfalls betroffenen EU-Mitglied Zypern Beistand leisten. Auf der anderen Seite befürchten etliche Mitgliedstaaten negative Auswirkungen auf die Zusammenarbeit in der Flüchtlingspolitik.

Die EU ist bei der Eindämmung der illegalen Migration auf die Zusammenarbeit mit Ankara angewiesen. Bislang reagierte die EU daher nur mit verhaltenen Sanktionen, die der Türkei nicht wirklich wehgetan haben. Denkbar wären schärfere Maßnahmen, zum Beispiel die Zollunion mit der Türkei auszusetzen. Die dürften aber nur offen diskutiert werden, wenn die aktuellen deutschen Vermittlungsbemühungen nicht fruchten.

Wie könnte der Konflikt beigelegt werden?

Vermutlich nur über direkte Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien und einer daraus resultierenden einvernehmlichen Festlegung von Seegebietsgrenzen. Theoretisch wäre auch eine Streitbeilegung vor dem Internationalen Gerichtshof denkbar - dies würde aber auch nur dann funktionieren, wenn alle Parteien sich damit einverstanden erklären.

Der französische Hubschrauberträger "Tonnerre" (l.) wird während einer Seeübung im östlichen Mittelmeer von griechischen und französischen Militärschiffen eskortiert

Merkel und Erdogan im Gespräch -
Krise um Erdgas spitzt sich zu
 

Bundeskanzlerin Merkel schaltet sich ein in den Streit zwischen Griechenland und der Türkei um Gasvorkommen. Frankreich indes verstärkt die Militärpräsenz in der Region.

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