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Ausweitung des Nahost-Konflikts - Maas im ZDF: "Das muss vermieden werden"

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Außenminister Maas hat vor der Ausweitung des Nahost-Konflikts auf Nachbar-Regionen gewarnt. "Das muss unter allen Umständen vermieden werden", sagte er im ZDF.

Dass über 1000 Raketen auf Jerusalem und Tel Aviv niedergehen, habe sein Vorstellungsvermögen überstiegen, so Außenminister Maas. Mit Ende des Ramadans befürchtet Maas neue Provokationen.

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ZDF: Sie und Papst Franziskus seien sehr schockiert über die jüngste Eskalation, heißt es heute. Was war für Sie der entscheidende Auslöser für die Gewalt?  

Heiko Maas: Also ich bin zunächst einmal schockiert, dass es überhaupt dazu gekommen ist und dass über 1.000 Raketen auf Jerusalem und Tel Aviv abgeschossen werden aus dem Gazastreifen. Das hat mein Vorstellungsvermögen überstiegen. Das ist auch absolut inakzeptabel.

Das haben wir auch all denjenigen, die das wissen sollten, noch einmal mitgeteilt.

Das ist die Grundlage dafür, dass Israel von seinem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch macht.
Heiko Maas, Außenminister

Sehen Sie hier das ZDF spezial zur Gewalt-Eskalation im Nahen Osten:

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Und all das wird, wenn es keine Deeskalation gibt, dazu führen, dass wir hier mit einer Gewaltspirale konfrontiert werden, die die ganze Region in einen tiefen Konflikt mit viel Gewalt stürzen kann, die weit über die unmittelbare Nachbarschaft hinauswirkt. Und das muss unter allen Umständen unterbunden werden.  

ZDF: Wie ist denn Ihre Einschätzung? Wie geht es weiter? Nach einem schnellen Ende sieht es ja nicht aus.  

Heiko Maas: Beide Seiten wissen glaube ich, dass, wenn der Konflikt so weitergeht, dass es zu deutlich mehr Gewalt führen wird, dass es noch zu deutlich mehr Toten führen wird, das kann niemand ernsthaft wollen. Deshalb gibt es auf internationaler Bühne viele, die versuchen, einzuwirken.

Es wird im Moment viel miteinander gesprochen. Es wird nach Möglichkeiten gesucht, wie man aus dieser Eskalationsspirale hinauskommt. 
Heiko Maas, Außenminister

Das ist auch gut, das ist auch wichtig, [... ]auch in den kommenden Tagen. Eigentlich geht es um Stunden, weil das Ende des Ramadan bevorsteht und das möglicherweise auch noch einmal einen Termin ist, der dazu führen könnte, dass viele Menschen aufeinandertreffen - dass es erneute Provokationen gibt. Und auch das darf so nicht sein.  

Wie es überhaupt zu diesem Gewaltausbruch gekommen ist, sehen Sie hier

Dass sich der aktuelle Konflikt so hochschaukelt, hat viele Ursachen.

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ZDF: Sie haben gerade gesagt, es gibt den Versuch, darauf einzuwirken. Was können die Vereinten Nationen, was kann Deutschland tun, um die Situation zu beruhigen - außer zuschauen?  

Maas: Na ja, wir schauen überhaupt nicht zu, sondern wir sprechen schon, seitdem dort Gewalt stattgefunden hat, mit beiden Seiten, aber auch mit unseren internationalen Partnern. Das gilt für die USA, die sicherlich viel Einfluss haben, aber auch für Länder wie Jordanien und Ägypten, die auf der anderen Seite Einfluss nehmen können.

Also, das ist wichtig und natürlich [sprechen wir...] mit den Konfliktparteien selbst über die Erwartungshaltung auf der internationalen Bühne. Und das besteht insbesondere darin, dass es keine weitere Gewalt gibt, dass es keine weiteren Toten gibt und vor allen Dingen auch in einer sehr deutlichen Ansage an die palästinensische Seite, dass das Abschießen von über 1.000 Raketen auf Jerusalem und Tel Aviv völlig inakzeptabel ist. Mit Blick auf die Tatsache, dass in Palästina auch vor kurzem die Wahlen, die solange versprochen waren, jetzt verschoben worden sind, wirft das kein gutes Licht auf diese Entwicklung. Das sind alles Dinge, über die gesprochen werden muss  

ZDF: Welche Rolle spielen denn dabei die USA, das Erbe von Donald Trump und die neue Regierung Biden?  

Maas: Ich glaube, von den Nahost-Initiativen Donald Trumps ist wenig bis gar nichts übriggeblieben. Die Biden-Administration hat sich sehr deutlich zu einer Zwei-Staaten-Lösung bekannt. Das ist auch die Grundlage der Politik der Vereinten Nationen. Und deshalb sind auch die Vereinigten Staaten im Moment sehr engagiert dabei einzuwirken und zwar auf beide Seiten, um dafür zu sorgen, dass es nicht noch mehr Gewalt und nicht noch mehr Tote gibt.  

Das Interview führte Moderatorin Antje Pieper.

Mehr Infos zum Nahost-Konflikt finden Sie hier auf unserer Themen-Seite

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