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'Ndrangheta-Prozess startet - Hunderte Mafiosi auf der Anklagebank

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355 Angeklagte, 900 Zeugen, 400 Anwälte: In Italien hat ein riesiger Prozess gegen die kalabrische 'Ndrangheta begonnen. Leitender Staatsanwalt ist Mafia-Jäger Nicola Gratteri.

In Kalabrien beginnt heute der umfangreiche Prozess gegen die Mafia-Organisation Ndrangehta. Mehr als 350 Personen sind wegen Mordes und Drogenhandels angeklagt.

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In Italien hat einer der größten Mafia-Prozesse der vergangenen Jahrzehnte begonnen. Angeklagt bei dem Verfahren sind rund 350 mutmaßliche Mitglieder und Helfer der Organisation 'Ndrangheta. Experten sehen den Prozess in der süditalienischen Stadt Lamezia Terme als ein Signal des Staates: Die Justiz kann damit Stärke gegen die Organisierte Kriminalität zeigen.

Eigenes Gebäude für den Prozess

Erwartet wird, dass das Verfahren ein bis zwei Jahre dauert. Für die Verhandlungen in der Stadt in Kalabrien wurde extra ein Gebäude hergerichtet. Es wurde Ende 2020 vom italienischen Justizminister Alfonso Bonafede der Öffentlichkeit vorgestellt. Dieser betonte, dass darin rund 1.000 Beteiligte auch mit nötigem Corona-Abstand Platz finden könnten.

Den Beschuldigten werden Mafia-Zugehörigkeit, Mord, illegaler Waffenbesitz, Drogenhandel, Erpressung, Geldwucher und vieles mehr vorgeworfen. Vielen drohen bei einer Verurteilung hohe Haftstrafen. Erwartet werden etwa 900 Zeugen, darunter ehemalige Mafia-Leute, die bereit sind, das sogenannte Gesetz des Schweigens, die Omertà, zu brechen.

Rund 90 weitere Angeklagte hatten sich nach Medienberichten für ein Schnellverfahren entschieden. Für sie soll es am 27. Januar vor Gericht losgehen.

Ab heute stehen über 300 Angeklagte der mächtigen italienischen Mafia-Organisation `Ndrangheta vor Gericht. Es geht um Erpressung, Mord, Drogenhandel, Geldwäsche und Korruption.

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Staatsanwalt Gratteri ein erfahrener Mafia-Jäger

Der Prozess ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit der Justiz. Der prominente Mafia-Jäger und leitende Staatsanwalt von Catanzaro, Nicola Gratteri, führt die Ermittlungen. Er wurde schon wiederholt bedroht und erhielt Personenschutz. Die Fahnder konzentrierten sich für den Prozess auf den Clan der Familie Mancuso aus der Provinz Vibo Valentia in der Stiefelspitze und befreundete kriminelle Gruppen.

Doch Mafia-Experten erwarten, dass das Verfahren darüber hinaus verstärkt ans Licht bringt, wie eng die Beziehungen zwischen Teilen von Politik und Wirtschaft mit der 'Ndrangheta sein können. Vor über einem Jahr, im Dezember 2019, hatten rund 2.500 Polizisten bei einer der größten Operationen gegen die Mafia seit den 1980er Jahren mehr als 300 Menschen festgenommen. Darunter waren Unternehmer, Juristen und Politiker. Auch in Deutschland, der Schweiz und Bulgarien wurde ermittelt.

Eine der gefährlichsten Mafia-Organisationen im Fokus: 'Ndrangheta

Die 'Ndrangheta gilt als die brutalste und mächtigste Mafia-Organisation in Italien. Sie hat ihren Ursprung in der Region Kalabrien mit der Hauptstadt Catanzaro. Aus ihrer Heimat steuert sie weltweit große Teile des Kokainhandels und verdient jährlich viele Milliarden Euro mit illegalen Geschäften.

In den 80er Jahren hatte ein anderer sogenannter Maxi-Prozess gegen die sizilianische Cosa Nostra in Palermo weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Damals waren mehr als 400 mutmaßliche Mitglieder angeklagt, ein Großteil wurde verurteilt. Auch aus Rache brachte die Mafia später die Staatsanwälte Giovanni Falcone und Paolo Borsellino um.

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