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Tag der Arbeit in Corona-Zeiten - Videobotschaften für faire Löhne

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DGB-Chef Reiner Hoffmann hat zum 1. Mai bessere Löhne und Arbeitsbedingungen vor allem für sogenannte systemrelevante Berufe angemahnt. Wegen der Corona-Pandemie diesmal digital.

Die Gewerkschaften haben den Tag der Arbeit online statt auf der Straße begangen. Mit Videobotschaften und Live-Interviews in sozialen Netzwerken verbreiteten sie ihre Forderungen nach Lohngerechtigkeit und besseren Arbeitsbedingungen.

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Mit Videobotschaften und Live-Interviews in sozialen Netzwerken haben die Gewerkschaften zum Tag der Arbeit ihre Forderungen nach Lohngerechtigkeit und besseren Arbeitsbedingungen bekräftigt. Besonders im Mittelpunkt standen dabei vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie die sogenannten systemrelevanten Berufe etwa im Gesundheitswesen, in der Pflege oder im Einzelhandel.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) übertrug aus seiner Berliner Zentrale eine dreistündige Live-Show zum 1. Mai auf der eigenen Internetseite und in den sozialen Netzwerken. Zum ersten Mal seit Gründung des DGB 1949 fanden dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie keine Kundgebungen der Gewerkschaften statt.

Forderung nach Solidarität in der Gesellschaft

Der Chef des DGB, Reiner Hoffmann, forderte in einem Video vernüftige Löhne und gute Arbeitsbedingungen. Hofmann betonte:

Wertschätzung hat auch einen Preis.
DGB-Chef Reiner Hoffmann

In der jetzigen Situation müssten nicht nur Unternehmen, sondern auch Menschen vor einem Absturz geschützt werden. Hoffmann betonte:

Aufwertung statt Applaus und Händedruck

Die Anhebung des Kurzarbeitergeldes erst nach vier Monaten komme zu spät. Hoffmann verlangte insgesamt mehr Solidarität in der Gesellschaft: "Nur solidarisch werden wir die Krise meistern." Solidarität mache die Gesellschaft gerechter und in Krisenzeiten widerstandsfähiger.

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack sagte, die Krise habe nochmals deutlich gemacht, welche Berufsgruppen der Gesellschaft das Überleben sicherten:

Applaus und warmer Händedruck reichen nicht aus, wir brauchen für diese Berufsgruppen eine echte Aufwertung.
Stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack

Aufgrund der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Krise ist die Arbeitslosenzahl im Vergleich zu März um 308.000 gestiegen – damit sind jetzt 2,644 Mio. Menschen ohne Arbeit. Ausgerechnet in dieser Situation kann der Tag der Arbeit morgen nur sehr …

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Auch die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di drängte zum Tag der Arbeit auf eine Aufwertung systemrelevanter Berufe. Nach dem Höhepunkt der Pandemie sollten bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Bezahlung in diesen Berufen "notfalls auch mit Streiks" durchgesetzt werden, erklärte der Verdi-Chef Frank Werneke in Berlin. Er fügte hinzu:

Wir werden alle beim Wort nehmen, die zurzeit täglich eine größere gesellschaftliche Anerkennung für diese Berufe fordern, in denen besonders viele Frauen arbeiten.
Verdi-Vorsitzender Frank Werneke

Extrazahlungen seien gut, nachhaltige Tarifverträge aber besser. Gleichzeitig sei es eine "gesellschaftliche Aufgabe, für den Erhalt jedes Arbeitsplatzes zu kämpfen, der gefährdet ist." Die Erhöhung des Kurzarbeitergeldes wertete Werneke als Erfolg der Gewerkschaften, erst ab dem vierten Monat sei aber zu spät.

Videobotschaft von IG-BCE-Chef

Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Michael Vassiliadis, würdigte in einer in Hannover verbreiteten Video-Botschaft an die Mitglieder seiner Gewerkschaft das gestiegene Bewusstsein in der Bevölkerung, in der Corona-Krise aufeinander achtzugeben.

Derzeit gebe es dazu viele kleine und große Initiativen, von Nachbarschaftshilfen über Einkaufsgemeinschaften bis zur Umstellung der Produktion auf Desinfektionsmittel. "Solidarität - der Wertekern der Gewerkschaftsbewegung - wird in diesen Tagen stärker gelebt denn je", sagte Vassiliadis.

"Es steht zu hoffen, dass sich die Gesellschaft etwas davon bewahrt, wenn die Krise vorbei ist."
Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE)

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