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Präsident tritt ab - Putschisten für Neuwahl

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Meuterei in Mali - Präsident tritt ab - Putschisten für Neuwahl

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Er wolle "Blutvergießen" verhindern: Nach dem Militärputsch in Mali hat Präsident Keita seinen Rücktritt erklärt. Die Putschisten kündigen ein Übergangskomitee an - und Neuwahlen.

Nach einem Putsch in Mali ist Präsident Ibrahim Boubacar Keïta zurückgetreten. Dies verkündete er in einer live im Fernsehen ausgestrahlten Ansprache. Die Bundeswehr, die in dem Land an einer UN-Mission beteiligt ist, verschärfte die Sicherheitsmaßnahmen …

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Nach einem Putsch in Mali haben aufständische Militärs ein Übergangskomitee angekündigt. Das Nationale Komitee für die Errettung des Volkes (CNSP) wolle einen "zivilpolitischen Übergang", um innerhalb eines "angemessenen Zeitrahmens" Wahlen zu organisieren, sagte ein Sprecher der Putschisten, Ismael Wagué, im Staatsfernsehen.

Mali sei wegen der bisherigen Anführer "ins Chaos, in die Anarchie und in die Unsicherheit" gesunken. Wagué war bislang der stellvertretende Leiter des Generalstabs der Luftwaffe.

Soldaten setzen Regierung fest - Keita verkündet Rücktritt

Soldaten hatten am Dienstag in der Nähe der malischen Hauptstadt Bamako gemeutert und Präsident Ibrahim Boubacar Keita sowie andere Mitglieder seiner Regierung festgesetzt. Daraufhin verkündete Keita seinen Rücktritt. "Ich habe beschlossen, von meinem Amt zurückzutreten", sagte der bekümmert wirkende Keita kurz vor Mitternacht im staatlichen Fernsehsender ORTM. Der Rücktritt sei sofort gültig.

Ich wünsche mir, dass kein Blut vergossen wird, um mich an der Macht zu halten.
Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keita

Keita gab auch bekannt, dass die Regierung und die Nationalversammlung aufgelöst würden.

Demonstranten feiern Keitas Rücktritt

Die Festnahme von Keita und dem Ministerpräsidenten Boubou Cissé folgte auf eine Revolte in einer Kaserne in Kati. In der nahe gelegenen Hauptstadt Bamako waren am Dienstagabend bewaffnete Soldaten zu sehen, die ungehindert durch die Straßen zogen. Kurz zuvor hatten sie Augenzeugen zufolge auch das private Anwesen von Keita umstellt und Schüsse in die Luft gefeuert. Die Soldaten nahmen zudem den Finanzminister und hochrangige Offiziere fest.

Regierungskritische Demonstranten bejubelten die Meuterer und feierten den Rücktritt. Einige von ihnen steckten ein Gebäude in Brand, das Malis Justizminister gehört. Wer hinter dem mutmaßlichen Putschversuch steckte, blieb vorerst unklar. Die Soldaten äußerten sich am frühen Mittwochmorgen zunächst nicht.

UN-Sicherheitsrat setzt Sondersitzung an

International wurde die Meuterei scharf verurteilt. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell verurteilte den "Putschversuch" und erklärte, die EU "lehnt jeden verfassungswidrigen Wechsel ab". Auch der US-Sondergesandte für die Sahelzone, Peter Pham, erklärte, Washington lehne jeden Regierungswechsel außerhalb des rechtlichen Rahmens ab.

Karte: Mali - Bamako - Gao
Mali - das westafrikanische Land galt einst als vorbildliche Demokratie.
Quelle: ZDF

Der UN-Sicherheitsrat setzte eine geschlossene Sitzung für Mittwochnachmittag an, um über die Situation in Mali zu diskutieren. Die Vereinten Nationen haben 15.600 Soldaten eines Friedenseinsatzes dort stationiert.

Die Bundeswehr beteiligt sich an der UN-Mission sowie an einer EU-Ausbildungsmission Land. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagte ZDFheute, dass "keine Angehörigen der beiden Einsatzkontingente Minusma und EUTM" von der aktuellen Entwicklung betroffen seien. "Die Soldaten verbleiben vorerst in den Feldlagern."

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