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SWR in Mannheim - CDU-Stadtrat sprengt TV-Schalte

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Mannheims CDU-Kreisverband ist angeschlagen. Es geht um eine Maskenaffäre. Doch für Schlagzeilen sorgt an diesem Wochenende ein ganz anderer Zwischenfall.

Die Mannheimer Fußgängerzone bei Nacht. Symbolbild
Mannheimer Fußgängerzone bei Nacht (Symbolbild)
Quelle: Uwe Anspach/dpa/Archivbild

Während einer Live-Schalte des Südwestrundfunks (SWR) zum Mannheimer CDU-Kreisparteitag hat ein Stadtrat der Partei die sprechende Reporterin so lange unterbrochen und kritisiert, bis diese den Beitrag abbrechen musste. Die Journalistin war am Freitagabend in der TV-Sendung "SWR Aktuell Baden-Württemberg" zugeschaltet, um im Sitzungssaal über die Debatte zur Verstrickung der Kreis-CDU in die Maskendeals des ehemaligen Bundestagsabgeordneten Nikolas Löbel zu berichten. Dies empfand der CDU-Stadtrat und ehemalige Büroleiter Löbels, Thomas Hornung, nach eigenen Angaben als störend und griff in den Beitrag ein.

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SWR empört über CDU

Der SWR wehrte sich gegen den Vorwurf. Der Platz sei der Reporterin zugewiesen worden - vom Veranstalter. SWR-Chefredakteur Fritz Frey sagte:

Das Verhalten eines Mannheimer CDU-Stadtrats offenbart ein Verständnis von Pressearbeit, das mit der grundgesetzlich verbrieften Freiheit der Berichterstattung nicht vereinbar ist.
SWR-Chefredakteur Fritz Frey

Hornung verteidigte sich nach dem Zwischenfall. "Es wurde ausgerechnet in dem Moment live und laut berichtet, als die kommissarische Kreisvorsitzende in ihrem Rechenschaftsbericht auf die Vorwürfe in der Sache einging", kritisierte er. Deshalb hätte das Interview seines Erachtens nicht zeitgleich und im Raum abgehalten werden dürfen. "Ich habe da sicher im Affekt gehandelt und bin über mich hinausgeschossen", sagte Hornung der Deutschen Presse-Agentur. Er ergänzte aber, den Eingriff bereue er nicht.

SPD fordert Entschuldigung von CDU

Der baden-württembergische SPD-Generalsekretär Sascha Binder forderte die CDU auf, sich bei der Reporterin und dem SWR zu entschuldigen. Es sei nicht hinnehmbar, wenn bei einer CDU-Veranstaltung in Anwesenheit der Landesgeneralsekretärin Isabell Huber eine Journalistin bei ihrer Arbeit behindert werde:

Das kannten wir bisher nur von AfD-Veranstaltungen.
SPD-Generalsekretär Sascha Binder

In der Maskenaffäre ging es um Provisionen von rund 250.000 Euro für Löbels Firma. Sie soll die Gelder kassiert haben, weil sie Kaufverträge über Corona-Schutzmasken zwischen einem baden-württembergischen Lieferanten und zwei Privatunternehmen in Heidelberg und Mannheim vermittelte. Politiker und Bürger hatten Löbel aufgefordert, das Geld zurückzugeben oder zu spenden. Nach heftiger Kritik war Löbel aus der CDU ausgetreten und hatte sich auch umgehend aus dem Parlament zurückgezogen.

Nikolas Löbel am 17.01.2019 in Berlin

Bundestagsverwaltung - Maskendeal: Verfahren gegen Löbel eingestellt 

Nikolas Löbels Firma hat Maskendeals vermittelt und dafür Provisionen kassiert. Laut Bundestagsverwaltung hat der Mannheimer Ex-CDU-Abgeordnete nicht gegen das Gesetz verstoßen.

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