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Tag 84 im Ukraine-Krieg : US-Botschaft in Kiew nimmt Betrieb wieder auf

Datum:

Türkei blockiert Nato-Beitrittsgespräche mit Finnland und Schweden. US-Botschaft in Kiew nimmt Betrieb wieder auf. Deutschland liefert Panzer nach Tschechien.

Ein Blick auf die US-Botschaft in Kiew.
US-Botschaft in Kiew nimmt Betrieb wieder auf
Quelle: picture alliance / AA

Wir fassen für Sie im Folgenden die wichtigsten Entwicklungen zu Russlands Krieg gegen die Ukraine zusammen. Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

Das war die Lage an Tag 84:

  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will das wegen der russischen Invasion verhängte Kriegsrecht und die angeordnete Mobilmachung um drei Monate verlängern lassen. Die entsprechenden Gesetzentwürfe wurden am Mittwoch veröffentlicht. Nach der als sicher geltenden Bestätigung durch die Abgeordneten gilt der Kriegszustand damit bis zum 23. August. Einen Tag später feiert die Ukraine traditionell ihren Unabhängigkeitstag.
  • Die Ukraine hat dem eigenen Verteidigungsministerium zufolge 17 taktische Bataillonsgruppen von Russland in 80 Tagen zerstört. Russland sei nicht in der Lage, in mehreren strategischen Bereichen gleichzeitig Offensiven durchzuführen, twitterte das Ministerium. Gleichzeitig forderte die Ukraine weitere Unterstützung, damit der Krieg schneller endet.

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  • Die geschlossene US-Botschaft in Kiew nimmt ihren Betrieb wieder auf. Man habe zusätzliche Maßnahmen für die Sicherheit der nach Kiew zurückkehrenden Kolleginnen und Kollegen ergriffen, teilte das US-Außenministerium mit. Die US-Flagge auf dem Gebäude sei gehisst worden. Die USA hatten ihre Botschaftsgeschäfte vor rund drei Monaten von der Hauptstadt Kiew zunächst in die westukrainische Stadt Lemberg nahe der Grenze zu Polen verlegt. Kurz vor Ausbruch des Krieges reiste das Botschaftspersonal nach Polen aus.
  • Knapp drei Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs hat in der ukrainischen Hauptstadt Kiew der erste Prozess wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen begonnen. Der angeklagte 21 Jahre alte Russe habe bereits zu Prozessbeginn seine Schuld gestanden, berichteten örtliche Medien. Dem Panzersoldaten wird die Ermordung eines 62 Jahre alten Zivilisten im Gebiet Sumy in der Nordostukraine vorgeworfen. Dem aus Sibirien stammenden Unteroffizier droht nun lebenslange Haft
  • Der Widerstand ukrainischer Kräfte in Mariupol hat Russland wochenlang davon abgehalten, die volle Kontrolle über die Stadt zu erlangen. Das habe für deutliche Personalverluste auf russischer Seite geführt. Das geht aus dem täglichen Sicherheitsbericht des britischen Verteidigungsministeriums hervor.

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  • Russland habe bei dem Angriff auf Mariupol auch tschetschenische Streitkräfte eingesetzt - bestehend aus der Nationalgarde, aber auch aus Freiwilligen. Das unterschiedliche Personal lasse laut ukrainischem Verteidigungsministerium darauf schließen, dass Russland ein Ressourcenproblem hat.

Ein Reporter-Team der BBC war in der Nähe von Isjum im Donbass unterwegs. Sie haben dort eine Einheit der Territorialverteidigung der Ukraine begleitet und den täglichen Terror des Krieges erlebt.

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Die Situation in den ukrainischen Städten:

  • Russland hat nach eigenen Angaben fast 700 weitere ukrainische Soldaten aus dem belagerten Azov-Stahlwerk in Mariupol gefangen genommen. In den vergangenen 24 Stunden hätten sich 694 Kämpfer ergeben, unter ihnen 29 Verletzte, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Insgesamt hätten sich seit Montag somit 959 ukrainische Soldaten auf dem Werksgelände in Mariupol ergeben, darunter 80 Verletzte. Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Infos dazu.

In Mariupol haben sich russischen Angaben zufolge seit Wochenbeginn fast 1000 ukrainische Kämpfer aus dem belagerten Stahlwerk Azowstal ergeben. Unter ihnen auch viele Verletzte.

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  • Russische Truppen haben nach Kiewer Angaben von russischem Staatsgebiet aus die nordostukrainischen Gebiete Sumy und Tschernihiw beschossen. Der ukrainische Grenzschutz berichtete von sieben Angriffen mit schweren Maschinengewehren, automatischen Granatwerfern, Rohr- und Raketenartillerie. Das grenznahe Dorf Schostka im Gebiet Sumy sei über eine Stunde lang mit Mörsern beschossen worden. Opfer habe es aber nicht gegeben.
  • Dem ukrainischen Verteidigungsminister Oleksij Resnikow zufolge graben sich die russischen Streitkräfte im Süden und Osten seines Landes ein. "Russland bereitet sich auf eine längerfristige Militäroperation vor", sagte er. Demnach verstärken die russischen Truppen derzeit ihre Positionen in den von ihnen besetzten Gebieten in den Regionen Saporischschja und Cherson, um "bei Bedarf in den Defensivmodus zu wechseln".
  • Ukrainische Guerillakämpfer sollen in Melitopol mehrere ranghohe russische Offiziere getötet haben. Die russischen Truppen hätten am Dienstag die Kontrollen von Privatautos verschärft, um offenbar die Kämpfer aufzuspüren, teilte die Regionalverwaltung der südukrainischen Stadt auf Telegram mit.
  • Im Laufe des Dienstags seien in der Region Donezk sieben Zivilisten "von den Russen" getötet und sechs weitere verletzt worden, erklärte der Gouverneur, Pawlo Kyrylenko, auf Telegram.

Wie wahrscheinlich ist ein schneller Gefangenenaustausch zwischen Russland und Ukraine? ZDF-Korrespondent Dara Hassanzadeh berichtet aus Uman.

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Reaktionen und Folgen des russischen Angriffs:

  • Die Türkei hat in der Nato den Beginn der Beitrittsgespräche mit Finnland und Schweden zunächst blockiert. Wie das ZDF erfuhr, war es am Vormittag im Nato-Rat nicht wie ursprünglich geplant möglich, den für den Start des Aufnahmeprozesses notwendigen Beschluss zu fassen. Nach Angaben aus Bündniskreisen brachte die Türkei in der Sitzung Sicherheitsbedenken vor und machte klar, dass sie zum derzeitigen Zeitpunkt nicht zustimmen kann.
  • Zuvor hatten Schweden und Finnland offiziell die Mitgliedschaft in der Nato beantragt. Botschafter der beiden Staaten übergaben Generalsekretär Jens Stoltenberg am Morgen die entsprechenden Dokumente in der Brüsseler Bündniszentrale. Mit den Aufnahmeanträgen wird sich nun der Nato-Rat beschäftigen. In ihm sitzen Vertreter der 30 Bündnisstaaten, die im Konsens eine Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen müssen.

Obwohl Finnland und Schweden immer Bündnis-Neutralität wahren wollten, haben beide nun ihren Nato-Beitritt beantragt. Die Türkei lehnt diesen Antrag bisher jedoch ab.

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  • Im Rahmen eines Ringtausches will Deutschland 15 Panzer des Typs Leopard 2 A4 nach Tschechien liefern - und dadurch die Weitergabe tschechischer Waffen an die Ukraine ermöglichen. "Tschechien liefert schwere Waffen, wir helfen beim Schließen der Lücken mit Leopard-Panzern aus deutschen Industriebeständen", erklärte Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD).
  • Die britische Außenministerin Liz Truss unterstützt grundsätzlich ein Kriegsverbrechertribunal gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und Mitglieder seiner Führung. Putin "und alle, die hinter diesen entsetzlichen Kriegsverbrechen stecken", müssten zur Verantwortung gezogen werden, sagte Truss im Sender Times Radio auf eine entsprechende Frage des ukrainischen Parlamentsabgeordneten Olexij Hontscharenko.

Die Türkei macht ihre Drohung wahr, sich gegen einen Nato-Beitritt von Schweden und Finnland zu stellen. ZDF-Korrespondent Florian Neuhann mit Einzelheiten.

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  • Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich in der Nacht zum Mittwoch zu seinem Telefonat mit Olaf Scholz: Er bezeichnete es als "recht produktiv". Man habe unter anderem über militärische Unterstützung für die Ukraine gesprochen.
  • Russland hat die Ausweisung von 34 französischen, 27 spanischen und 24 italienische Diplomaten ausgewiesen Diplomaten angeordnet. Sie müssen Russland innerhalb von sieben Tagen verlassen, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Die Botschafts- und Konsulatsmitarbeiter wurden zu unerwünschten Personen erklärt. Damit reagiert Moskau auf die Ausweisung russischer Diplomaten aus Madrid, Paris und Rom.
  • Der italienische Energieriese Eni beugt sich offenbar den russischen Vorgaben für die Bezahlung von Gas-Lieferungen. Das Unternehmen werde "in den kommenden Tagen" bei der Gazprombank ein Konto in Euro und eines in Rubel eröffnen, erklärte Eni. So könne den Zahlungsverpflichtungen in Euro nachgekommen werden, die russische Bank nehme dann die Umrechnung in Rubel vor.
  • Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) hat einen globalen Anti-Hunger-Pakt angekündigt, der auf dem G7-Entwicklungsministertreffen heute und morgen in Berlin gestartet werden soll. "Es gibt Hungersnöte, weil Putin den Hunger gezielt als Waffe einsetzt. Dem müssen wir ein neues Bündnis für globale Ernährungssicherheit entgegensetzen, das wir bei diesem Treffen beschließen wollen", sagte Schulze der "Neuen Osnabrücker Zeitung". 
Montage: Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj vor einem Blick auf das zerstörte Mariupol

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10.08.2022
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