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Tag 58 im Ukraine-Krieg : Moskwa-Untergang: Russland nennt Zahlen

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Nach dem Untergang der "Moskwa" nennt Russland erstmals Zahlen zu Toten und Verletzten. UN-Generalsekretär Guterres gibt Reise nach Moskau bekannt. Was an Tag 58 geschah.

Satellitenbilder schüren den Verdacht neuer Gräueltaten. Ukrainische Funktionäre werfen der russischen Armee vor, bis zu 9.000 Zivilisten getötet und verscharrt zu haben. UN-Chef Guterres reist kommende Woche nach Moskau, um mit Putin zu sprechen.

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Wir fassen für Sie im Folgenden die wichtigsten Entwicklungen zu Russlands Krieg gegen die Ukraine zusammen. Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

Die Entwicklungen von Tag 58 im Ukraine-Krieg:

  • Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, besucht kommende Woche Dienstag die Atomruine Tschernobyl, wie die UN-Organisation am Freitag mitteilte. Ein Expertenteam der IAEA werde unter anderem Strahlungsmessungen vornehmen und Fernüberwachungssysteme reparieren, die Daten an die Zentrale der IAEA in Wien senden. "Der militärische Konflikt stellt eine beispiellose Gefahr für die Kraftwerke und andere Anlagen des Landes dar", erklärte er bei einer ersten Reise Ende März.
  • Nach dem Untergang des Kriegsschiffs "Moskwa" hat das Verteidigungsministerium in Moskau russischen Nachrichtenagenturen zufolge erstmals Zahlen genannt: Demnach sei ein Besatzungsmitglied ums Leben gekommen, 27 weitere würden vermisst. Die übrigen 396 Mitglieder der Besatzung des am 14. April im Schwarzen Meer gesunkenen Lenkwaffenkreuzers seien gerettet worden. An der Darstellung gibt es erhebliche Zweifel. Kremlkritische russischsprachige Medien sprachen mit Angehörigen der Besatzungsmitglieder. Eine Frau sagte demnach der Internetzeitung "Nowaja Gaseta. Europa", ihr Sohn habe ihr von einem Raketeneinschlag an Bord erzählt - und von etwa 40 Toten und vielen Verletzten.
Russisches Kriegsschiff "Moskwa"
Das russische Kriegsschiff "Moskwa" war am 14. April gesunken.
Quelle: dpa
  • Russlands Präsident Wladimir Putin wird kommende Woche Dienstag (26. April) nach Kremlangaben UN-Generalsekretär António Guterres in Moskau empfangen. Guterres hatte zuvor um ein Treffen mit Putin gebeten.
  • Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat den baltischen Staaten eine stärkere Beteiligung Deutschlands an der Verteidigung der Nato-Ostflanke versprochen. "Wenn die Nato entscheidet, dass die Präsenz der Nato auf Brigadenstärke erhöht werden soll, dann werden wir als Bundesrepublik Deutschland dafür einen substanziellen Beitrag leisten", kündigte die Grünen-Politikerin nach einem Treffen mit ihrem Amtskollegen Gabrielius Landsbergis in Litauens Hauptstadt Vilnius an.
  • Im Ort Manhusch bei Mariupol sollen russische Soldaten Tausende Bewohner der wochenlang umkämpften Stadt in Massengräbern verscharrt haben. Bürgermeister Wadym Bojtschenko wirft den russischen Truppen einen Völkermord vor und ruft die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf, wie der Stadtrat von Mariupol auf Telegram mitteilt. Nach ukrainischen Angaben könnten dort bis zu 9.000 Zivilisten begraben sein. 
Ein Satellitenbild der US-Firma Maxar Technologies zeigt unterhalb einer Straße mögliche Massengräber.
Quelle: AP/Maxar Technologies
  • Die russische Armee will in der zweiten Phase ihres Krieges in der Ukraine nach eigenen Angaben den kompletten Donbass im Osten sowie den Süden des Landes einnehmen. Es gehe bei der in dieser Woche begonnenen Etappe der "militärischen Spezialoperation" darum, einen Landweg zur Schwarzmeer-Halbinsel Krim zu sichern. Das sagte der amtierende Befehlshaber des zentralen Wehrbezirks, Rustam Minnekajew, der Agentur Interfax zufolge. 
  • Russland und die Ukraine haben nach Angaben aus Moskau telefonisch längere Verhandlungen geführt. Der russische Verhandlungsführer Wladimir Medinski bestätigte in seinem Telegram-Kanal, dass er am Freitag mehrere längere Telefonate mit dem ukrainischen Chefunterhändler David Arachamija geführt habe. Zum Inhalt machte er aber keine Angaben.
  • Die USA haben nach eigenen Angaben eine Drohne speziell für den Ukraine-Krieg entwickelt. "Phoenix Ghost" entspreche den Anforderungen des ukrainischen Militärs - und soll nach laut Pentagon-Sprecher John Kirby nun gemeinsam mit den Streitkräften weiterentwickelt werden. Mehr als 120 der Drohnen sollen im Rahmen des neuen, 800 Millionen US-Dollar schweren Hilfspakets in die Ukraine geliefert werden. 
Montage: Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj vor einem Blick auf das zerstörte Mariupol

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Die Situation in den ukrainischen Städten:

  • Das russische Verteidigungsministerium sei nach eigenen Angaben "jederzeit" bereit, in Mariupol eine Feuerpause auszurufen und einen humanitären Korridor zum umkämpften Stahlwerk Azovstal zu schaffen. Voraussetzung: Die Ukrainer hissen im Stahlwerk weiße Flaggen. Das Ministerium widersprach damit der ukrainischen Vizeregierungschefin Iryna Werschtschuk, die den russischen Truppen vorgeworfen hatte, die Flucht von Zivilisten zu behindern. 

[Lesen Sie hier eine Einschätzung, was zu Putins verkündeter Eroberung von Mariupol bekannt ist.]

  • Mehrere Gouverneure melden Angriffe in ihren Regionen. In Charkiw habe es am Donnerstag etwa 50 Angriffe durch Artillerie und Mehrfachraketenwerfer gegeben. Zwei Menschen seien in ihrem Auto gestorben, sagte Gouverneur Oleh Synjehubow. Aus Saporischschja meldete Gouverneur Olexander Staruch acht Verletzte. Im Bezirk Nowomoskowsk nordöstlich von Dnipro sei die Eisenbahninfrastruktur angegriffen worden. Es gebe fünf Verletzte.

Reaktionen und Folgen des russischen Angriffs:

  • Bundeskanzler Olaf Scholz hält nach eigenen Worten einen Frieden in der Ukraine nur bei einem Rückzug der russischen Truppen für möglich. "Es muss einen Waffenstillstand geben, die russischen Truppen müssen sich zurückziehen", forderte Scholz in einem am Freitag veröffentlichten Interview des "Spiegel". Seine oberste Priorität in der Ukraine-Politik sei, ein Übergreifen des Krieges auf die Nato zu vermeiden. "Es darf keinen Atomkrieg geben", so Scholz.
Ich tue alles, um eine Eskalation zu verhindern, die zu einem dritten Weltkrieg führt.
Olaf Scholz, Bundeskanzler

Trotz des Vorwurfs der Zögerlichkeit: Kanzler Scholz bleibt bei seinem Kurs der Zurückhaltung, wenn es um die Lieferung von schweren Waffen geht. Die Union will dazu nun einen Antrag in den Bundestag einbringen und darüber abstimmen lassen - namentlich.

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  • Die EU-Staaten dürfen nach den Worten des französischen Präsidenten nicht zulassen, dass über Europa ein neuer Eiserner Vorhang fällt. Es sei wichtig, die unterschiedlichen Ansichten innerhalb der Europäischen Union zu Russland und zum Krieg in der Ukraine zu berücksichtigen, sagte Emmanuel Macron dem Hörfunksender France Inter. Europa stehe auf dem Spiel und die Europäer müssten am Tisch sitzen, um den Frieden in Europa aufzubauen.
  • Deutschland wird weitere rund 37 Millionen Euro für den Wiederaufbau der Ukraine bereitstellen. "Die Ukraine braucht dringend Wohnraum für die Millionen Binnenvertriebenen und sie braucht ein intaktes Stromnetz. Hier kann die deutsche Entwicklungszusammenarbeit kurzfristig helfen. Mein Ministerium hat hierfür Mittel per Sofortprogramm umgeschichtet", sagte Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) vor der Weltbanktagung an diesem Freitag der Zeitung "Augsburger Allgemeinen".

Das war an Tag 57 passiert:

Wladimir Putin verkündet die Einnahme Mariupols - für US-Präsident Joe Biden gibt es dafür aber keinen Beleg. Mehr als 7,7 Millionen Ukrainer sind seit Kriegsbeginn zu Binnenvertriebenen geworden.

Lesen Sie hier, wie sich die Lage in der Ukraine am Donnerstag entwickelt hat:

Ausgebrannte Busse am 19.04.2022 in Mariupol

Tag 57 im Ukraine-Krieg - Biden: Kein Beleg für Einnahme ganz Mariupols 

Putin verkündete die Einnahme Mariupols. Laut Biden gibt es dafür aber keinen Beleg. Mehr als 7,7 Millionen Ukrainer sind im eigenen Land vertrieben. Das geschah an Kriegstag 57.

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