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"Wir sollten die Fehler der SPD nicht wiederholen"

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Was nun, Herr Söder? - "Wir sollten die Fehler der SPD nicht wiederholen"

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Führungskrise in der CDU, Regierungskrise in Thüringen: Im Interview ruft Söder die CDU zur Geschlossenheit auf, fordert Neuwahlen in Thüringen - und eine klare Abgrenzung zur AfD.

Erstmal warten, bis man einen Kanzlerkandidaten aufstellt, so CSU-Chef, Markus Söder im ZDF-Interview. Er selbst wolle aber nicht antreten.

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Im Interview bei "Was nun, Herr Söder?" hat der CSU-Vorsitzende die CDU davor gewarnt, genauso ausgiebig wie die SPD nach einem neuen Vorsitzenden zu suchen. Man brauche ein Prozedere mit möglichst wenig Reibung und "größtmögliche Geschlossenheit", so Söder.

"Wir dürfen die Fehler der SPD nicht wiederholen", warnte er im Gespräch. Die CDU müsse aufpassen, nicht wie die SPD am Ende mit "zig Kandidaten" dazustehen, oder viel zu lange vor der Wahl schon einen Kanzlerkandidaten zu bestimmen. Der verbrauche sich sonst zu schnell. Das sei der SPD mit Martin Schulz so gegangen.

"Eins nach dem anderen", sagte Söder. Erst der CDU-Vorsitz, dann die Kanzlerfrage nach der Sommerpause.

Will Markus Söder Kanzlerkandidat werden?

Söder selbst will aber nicht Kanzler werden. "Natürlich ist meine Aufgabe in Bayern" - allerdings habe er als CSU-Vorsitzender eine Verantwortung für das Land - und für eine stabile Regierung.

Er schloss auch aus, dass der neue CDU-Vorsitzende Angela Merkel vorzeitig als Kanzlerin ablösen soll. Er "warne da dringend" vor, so Söder. Ein Kanzlerwechsel wäre unter anderem angesichts der EU-Ratspräsidentschaft der Bundesrepublik ab Juli "eine Schwächung Deutschlands".

Bisher werden mit Armin Laschet, Friedrich Merz, Norbert Röttgen und Jens Spahn vier Kandidaten für den Parteivorsitz gehandelt. Markus Söder will aber keine Empfehlung abgeben. "Wir mischen uns nicht in den Parteivorsitz ein." Allerdings stehe hinter jedem Kandidaten natürlich ein bestimmter Kurs.

Es muss eine absolut klare Trennung zur AfD gezogen werden.
CSU-Chef Markus Söder

Eines sei für ihn aber klar: "Es muss eine absolut klare Trennung zur AfD gezogen werden." Man dürfe die Partei nicht mit Argumenten und Parolen überholen.

Die Gefahr wäre dann groß, Mitte-Wähler zu verprellen. "Wir müssen aufpassen, dass wir am Ende aus der Mitte nicht mehr an die Grünen verlieren, als was man vielleicht an ein oder zwei Prozenten von der AfD gewinnt."

Wir müssen aufpassen, dass wir am Ende aus der Mitte nicht mehr an die Grünen verlieren, als was man vielleicht an ein oder zwei Prozenten von der AfD gewinnt.
CSU-Chef Markus Söder

Die konservative Werteunion werde aber "maßlos überschätzt", so Söder. "Die spielen überhaupt keine Rolle, ich kenne überhaupt kein Mitglied bei einer Werteunion oder hätte es je bei einer Parteiveranstaltung gesehen." Sie sei medial zwar präsent, jedoch empfiehlt er CDU und CSU, sie "rechts liegen zu lassen".

Es dürfe mit der Kandidatenkür in der CDU auch keinen radikalen Bruch mit den "unglaublich erfolgreichen" Merkel-Jahren geben. Das bedeute aber nicht, dass die CSU einen CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz ablehne. "Jeder muss sich neu erfinden, wenn er ein Amt antritt", so Söder. "Das traue ich ihm genauso zu wie jedem anderen."

Söder will Neuwahlen in Thüringen

Bezüglich der Regierungskrise in Thüringen scheint Markus Söder auch ratlos zu sein. "Alles, was dort sinnvoll erscheint, ist nicht möglich. Und alles, was möglich ist, erscheint wenig sinnvoll." Für ihn seien Neuwahlen in Thüringen "nach wie vor die beste Idee".

Am Mittwoch wurde bekannt, dass Ex-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) nicht mehr für eine Übergangsregierung bereitsteht. Der Vorschlag sei ein "geschicktes taktisches Manöver von Herrn Ramelow" gewesen, muss Söder eingestehen. Ramelow hatte Christine Lieberknecht zu Beginn der Woche ins Spiel gebracht. Sie sollte als Übergangs-Ministerpräsidentin mit einem kleinen Kabinett so schnell wie möglich Neuwahlen in Thüringen organisieren.

Gegenüber dem Spiegel hat Christine Lieberknecht die CDU dazu aufgefordert, Ramelow zum Ministerpräsidenten zu wählen. Die Zusammenarbeit der Thüringer CDU mit den Linken sieht Markus Söder trotzdem skeptisch. "Eine CDU muss sich klar von der Linkspartei abgrenzen." Der Grund: Die Linken schaffen es nicht, die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen. "Ob die CDU-Antwort jedoch die taktisch beste war, darüber kann man streiten."

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