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Nach Marx' Rücktrittsgesuch - Respekt, Bedauern, Hoffen auf mehr Rücktritte

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Die Reformbewegung "Wir sind Kirche" hat das Rücktrittsangebot von Kardinal Marx begrüßt. Es sei "letztlich überfällig". ZdK-Präsident Sternberg forderte grundsätzliche Reformen.

Kardinal Marx bietet Papst seinen Rücktritt an
Kardinal Reinhard Marx hat Papst Franziskus in einem Brief seinen Rücktritt angeboten.
Quelle: dpa

Das Rücktrittsangebot von Kardinal Reinhard Marx ist aus Sicht der Reformbewegung "Wir sind Kirche" "nachvollziehbar, konsequent, strategisch klug und letztlich überfällig". Der Schritt sei auch ein Signal an Kölns Kardinal Rainer Maria Woelki und setze diesen "gewaltig unter Druck", sagte ein Sprecher.

Für einen Neuanfang in der katholischen Kirche brauche es neue Personen - vor allem solche, die nicht durch langwierige Aufarbeitungsprozesse gebremst würden. Es bleibe zu hoffen, "dass weitere Bischöfe seinem Schritt folgen und nicht nur verbal Verantwortung für Vertuschung und Hinhalte-Taktik übernehmen".

Peter Frey, Chefredakteur des ZDF, kommentiert das Rücktrittsangebot des Erzbischofs von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx.

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Sternberg: "Allerhöchsten Respekt" für Marx

Bei vielen Vertretern von Kirche und Verbänden stieß das Rücktrittsgesuch auf Respekt und Bedauern.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, sagte am Freitag im heute journal, es gebe seit 1987 einen Reformstau in der Katholischen Kirche. "Seitdem ist sehr vieles nicht passiert, aber die Welt hat sich gewaltig verändert".

ZdK-Präsident Thomas Sternberg unterstützt die Forderung von Kardinal Marx nach einer Zeitenwende in der katholischen Kirche.

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Das Rücktrittsangebot sei deshalb außergewöhnlich, weil es nicht unter Druck zustande gekommen sei. "In München ist es so, dass hier wirklich aus ganz freier Entscheidung ohne Druck jemand gesagt hat: 'Ich übernehme Verantwortung für das Systemversagen einer Institution, wofür ich stehe.' Und das verdient allerhöchsten Respekt", so Sternberg im WDR.

Zur Situation in Köln, wo Kardinal Rainer Maria Woelki Erzbischof ist, sagte Sternberg:

Da ist auch nochmal die Frage, ob nicht auch dann Rücktritte nachher notwendig sind, weil das Vertrauen der eigenen Gläubigen verloren gegangen ist.
Thomas Sternberg, ZdK-Präsident

Reinhard Marx will gehen. Vor allem auf Kardinal Woelki dürfte jetzt der Druck noch steigen.

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Schavan hofft auf "Beben in der katholischen Kirche"

Die ehemalige Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sieht in Marx' Gesuch ein "starkes Zeichen, das hoffentlich zu einem Beben in der katholischen Kirche" führen werde.

Marx habe deutlich gemacht, dass es moralische und politische Verantwortung gebe, die nicht durch strafrechtliche Aufklärung ersetzt werden könne, so die frühere Botschafterin beim Vatikan gegenüber der dpa.

Schavan zeigte sich zuversichtlich, dass der Reformprozess Synodaler Weg in der katholischen Kirche in Deutschland gestärkt werde.

Der Einfluss derer, die keine Erneuerung der Kirche wollen, wird immer weniger relevant werden.
Annette Schavan, Ex-Bundesbildungsministerin (CDU)

"Seine Einsamkeit beeindruckt mich"

Auch im Ausland wurde Marx' Entscheidung diskutiert. Der Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz zeigte sich erschüttert und überrascht.

"Sein Brief an den Papst stellt die Gründe für die Entscheidung dar - aber seine Einsamkeit beeindruckt mich", sagte Erzbischof Eric de Moulins-Beaufort von Reims im Interview der Zeitung "La Croix".

Kardinal Marx bietet Rücktritt an

Reaktionen auf Marx' Gesuch - "Es geht um fundamentale Reformen" 

Das Rücktrittsgesuch von Kardinal Marx hat Signalwirkung. Seine deutlichen Aussagen zum Missbrauchsskandal und der Kirche lösten viele Reaktionen aus.

Marx hatte Papst Franziskus seinen Rücktritt vom Amt des Erzbischofs von München und Freising angeboten. Begründet hatte er diesen Schritt unter anderem damit, Verantwortung übernehmen zu wollen für Fehler - persönlich und institutionell - im Zusammenhang mit der "Katastrophe des sexuellen Missbrauchs durch Amtsträger der Kirche in den vergangenen Jahrzehnten". Die katholische Kirche sei an einem "toten Punkt" angekommen, schrieb er.

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