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Kommentar

60 Jahre Mauerbau - Symbol der geteilten Welt

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Es lag in der Berliner Luft, dass etwas passieren würde. Doch was schließlich am 13. August 1961 über die Menschen der geteilten Stadt hereinbrach, sprengte alle Vorstellungen.

Kommentar: Stefan Brauburger zum Mauerbau
Stefan Brauburgers Kommentar zum Beginn des Mauerbaus in Berlin.
Quelle: ZDF/National Archives, Washington

Vor 60 Jahren, am 13. August 1961, ließ die Regierung der DDR mit Polizei und Kampfgruppen die Grenze zu West-Berlin abriegeln und begann mit dem Bau der Berliner Mauer. Millionen West-Berliner mussten erleben, wie sie praktisch über Nacht eingeschlossen wurden.

Dabei ging es eigentlich gar nicht um sie, sondern darum, den Ost-Berlinern und Millionen anderen DDR-Bürgern den Zugang in den westlichen Teil der Stadt zu verwehren, der als letztes Schlupfloch für massenhafte Republikflucht diente.

Und so kam es, dass sich die "Ausgemauerten" eher eingeschlossen fühlten als die Eingemauerten in den Berliner Westsektoren. Doch welche Perspektive man auch immer einnimmt, der 13. August stellt eine Zäsur von historischer Dimension dar.

Wie erlebten die Menschen im geteilten Berlin den Bau der Mauer? Die szenische Dokumentation zeigt die Ereignisse aus einer doppelten Perspektive.

Beitragslänge:
88 min
Datum:

Der Bau der Mauer steht symbolisch für eine Teilung von globaler Reichweite, spaltete eine Metropole mitten in Europa, eine Nation, einen Kontinent. Auf all diesen Ebenen sollte sich das Geschehen auswirken.

Die betonierte Spaltung

Da waren zunächst die Menschen vor Ort, die Berliner: Zwar war die politische Teilung der Stadt zwischen den drei Westsektoren und dem Ostsektor bis 1961 schon weit fortgeschritten. Doch immer noch überquerten Hunderttausende von Menschen täglich wechselseitig die Sektorengrenze, um im jeweils anderen Teil der Metropole zu arbeiten, dort Verwandte und Freunde zu treffen oder sich zu versorgen. Dem setzte der 13. August ein Ende.

Auf dem Potsdamer Platz, wo es sonst nur so wimmelte, errichteten Arbeiter wie an vielen anderen Orten entlang der Sektorengrenze Sperren und rollten Stacheldraht aus, unter polizeilicher Bewachung und Beteiligung. Gleisverbindungen und Straßen wurden unterbrochen. Auf beiden Seiten staute sich bei vielen fassungslosen Augenzeugen ohnmächtige Wut an.

Feminismus und Gendern

Doku | Terra X - Chronologie der Ereignisse  

Die Teilung Deutschlands in zwei Staaten und der damit verbundene Mauerbau in Berlin veränderte das Leben von abertausend Deutschen.

Auch die Kluft zwischen den beiden deutschen Staaten sollte sich vertiefen. Die Bonner Regierung sah die Mauer als weitere Ausgeburt einer totalitärer SED-Diktatur, die von Moskau gesteuert wurde. Ost-Berlin hingegen erklärte sie zum Friedenswerk, zum "antifaschistischen Schutzwall", der vor feindlichen Übergriffen, Sabotage, Menschenhandel und Ausbeutung bewahre.

So trieb die Propaganda die Polarisierung weiter voran. Hinter den Kulissen allerdings teilten maßgebliche politische Entscheider - im Osten und im Westen - die Einschätzung, dass der anhaltende Exodus von Republikflüchtlingen aus der DDR eine Destabilisierung an der Nahtstelle der hochgerüsteten Blöcke des Kalten Krieges darstellte und eine Unterbindung der Flucht die kritische Lage entschärfen, die Gefahr einer militärischen Eskalation mindern konnte.

Graffiti auf Berliner Mauer

Nachrichten | Thema - Die Berliner Mauer 

28 Jahre trennte die Berliner Mauer Ost- von West-Berlin.

Von der Schockstarre zum Wandel

Und so gab es in der Tat kein Eingreifen, als Mitte August Baukräne die ersten Betonplatten auf die Grenzlinie hievten. Der damals Regierende Bürgermeister Willy Brandt war zunächst - wie die meisten seiner Mitbürger - bitter enttäuscht über die Zurückhaltung der Westmächte, allen voran der USA, zeigte später aber auch Verständnis:

Was für die Berliner ein Tag des Entsetzens war, sollte für die westlichen Regierungen objektiv zu einem Datum der Erleichterung werden… Die befürchtete Kriegsgefahr war abgewendet.
Willy Brandt

Damit ging die Einsicht einher, dass man über die Mauer hinweg miteinander reden müsse, um ihre Folgen für die Menschen zu entschärfen.

Der Status Quo der Teilung Deutschlands und Europas war fortan betoniert. Im Laufe der 60er Jahre reifte deshalb der Gedanke, dass nur auf der Basis gegenseitiger Akzeptanz der Machtsphären auf dem Kontinent eine Entspannung zwischen Ost und West möglich war - im Sinne "friedlicher Koexistenz", auch wenn der Rüstungswettlauf im Kalten Krieg ungebremst weiterging.

Nach dem Mauerbau manifestierte sich die deutsche Teilung und die Zweistaatlichkeit erschien endgültig.

Beitragslänge:
44 min
Datum:

Mehr menschliche Erleichterungen zwischen beiden deutschen Staaten sollte es geben, ein wesentliches Ziel der neuen Ostpolitik Bonns, die seit Beginn der 70er Jahre einen "Wandel durch Annäherung" anstrebte, mit der Folge, dass immer mehr Deutsche von hüben und drüben einander begegnen konnten.

Die Mauer blieb zwar die Manifestation der Teilung für fast drei Jahrzehnte. Doch sie verband auch viele Menschen in Ost und West in der Hoffnung, dass sie eines Tages wieder eingerissen wird. Der Drang nach Freiheit, der einst zum Bau der Mauer führte, sollte sie später auch wieder zu Fall bringen.

Stefan Brauburger ist Leiter der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte.

Die SED-Spitze erkannte den Wert der Informatik als Schlüsseltechnologie. Computer produzierte die DDR vergleichsweise wenige, förderte aber junge Informatiker.

Doku | Terra X - Mauerbau und Leben im geteilten Deutschland 

Dokus und Clips zum Alltag unter dem Einfluss des sozialistischen Systems.

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