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"maybrit illner" : Juso-Chefin: "Da muss jetzt ein Wechsel her"

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Juso-Chefin Rosenthal hat im ZDF an die Bürger appelliert, sich nicht von Polemik gegen ein linkes Regierungsbündnis ablenken zu lassen. Eine neue Große Koalition sei keine Option.

Die Juso-Bundesvorsitzende Jessica Rosenthal hat an die Wähler und Wählerinnen appelliert, sich von konservativer Polemik gegen ein linkes Regierungsbündnis nicht ablenken zu lassen. Vor allem die CDU zeichne derzeit "recht panisch" ein Bild von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz, das suggeriere, er werde der "nächste Anführer eines antikapitalistischen Bündnisses", sagte die Chefin der SPD-Jugendorganisation am Donnerstag in der ZDF-Sendung "maybrit illner".

Die SPD habe ein Zukunftsprogramm beschlossen, in dem genau stehe, was die Sozialdemokraten erreichen wollen.

Juso-Chefin: Schnittstellen mit Grünen und Linkspartei

Sie wolle jetzt vor allem über politische Inhalte diskutieren, sagte Rosenthal und nannte unter anderem die Themen Klimawandel, Bildung und notwendige Investitionen. Inhaltlich sehe sie "Schnittmengen" vor allem mit den Grünen, aber auch mit der Linkspartei:

Wenn es für Rot-Grün reicht, freue ich mich sehr.
Jessica Rosenthal, Juso-Vorsitzende

Keinesfalls wollen die Jusos die Große Koalition mit der Union weiterführen. "Mit der Union ist es einfach für uns nicht mehr zu machen. Wir haben das jetzt lange genug durchgestanden, da muss jetzt wirklich mal ein Wechsel her."

Hamburgs CDU-Chef Ploß: Erbschaftssteuer verhandelbar

Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß sprach sich gegen eine Vermögenssteuer aus, zeigte sich aber kompromissbereit bei der Erbschaftssteuer. Über eine "niedrige, gerechte Erbschaftssteuer für alle" könne man reden. "Da würde ich auch mitgehen", sagte Ploß.

Sarah-Lee Heinrich, Mitglied im Bundesvorstand "Grüne Jugend", hält es für eine enorme Herausforderung, die soziale Krise anzupacken.

Das wird nur mit einer Regierung funktionieren, die auch Lust hat, anzupacken.
Sarah-Lee Heinrich, "Grüne Jugend"

Ihrer Ansicht nach dürfe man auch nicht nur immer das Negative sehen, sondern man müsse auch mal sagen, was gut sein könnte. Heinrich forderte auch ein besseres Bildungssystem, denn nur wer gut ausgebildet sei, habe auch Chancen auf einen guten Job.

Ria Schröder, Beisitzerin FDP-Bundesvorstand und ehemalige Vorsitzende der "Jungen Liberalen", ist sich sicher, dass ein "Game-Changer" der Klimakrise aus Deutschland kommen werde: "Wir werden ganz schnell große Bedürfnisse haben in der deutschen Wirtschaft, in den Unternehmen, zu investieren und damit auch die dringend benötigten Innovationen voranzubringen".

Man müsse den Menschen zumuten, die Situation zu verstehen. Schröder gab in Bezug auf die Rente zu bedenken, dass das "umlagefinanzierte System" bereits heute nicht mehr funktioniere.

Schumacher: Liberale Demokratie am Limit?

Für Hajo Schumacher, Journalist und Autor, ist der Klimawandel ein Stresstest für das politische System. "Wir werden uns irgendwann fragen müssen, kommen wir mit unserer liberalen Demokratie an unsere Grenzen?"

Wichtig sei, dass man sich vor Augen führe, dass der Klimaschutz nichts Negatives ist: "Er rettet Leben". Schumacher zeigte auf, dass nachfolgende Generationen sich erstmal keine Gedanken um den Arbeitsplatz machen müssen:

Wenn wir Boomer in Rente sind, wird die nachfolgende Generation eher einen Arbeitsmarkt vorfinden, der Leute sucht.
Hajo Schumacher, Journalist und Autor

Es sei die aktuelle demografische Herausforderung, dass es mehr Ältere als Jüngere gebe. "Wir haben eben auch einen gesellschaftlichen Klimawandel" konstatierte Schumacher.

Drotschmann: Merkel hat keine Politik für morgen gemacht

Mirko Drotschmann, ZDF-Moderator und YouTuber ("MrWissen2go"), erinnerte daran, dass Angela Merkel bereits 1995 betont habe, dass man den Klimaschutz anpacken müsse: "Das hat man während ihrer Regierungszeit wenig gemerkt."

Merkel hätte in ihrer Kanzlerschaft eher "Politik für heute, statt Politik für morgen" gemacht, konstatierte Drotschmann. Gerade was den Klimaschutz angehe, habe das Hochwasser im Ahrtal vielen Menschen die Dringlichkeit vor Augen geführt.

Als große Gefahr bezeichnete Drotschmann das vorherrschende Misstrauen in Politik und Staat. "Besonders bei jungen Menschen ist das der Fall, und wenn wir die verlieren, verlieren wir die Demokratie."

Die ganze Sendung sehen Sie hier:

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