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"maybrit illner" - Braun: Folgen bei Kinderimpfung Stiko-Vorgabe

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Kanzleramtsminister Braun hat bei "maybrit illner" die Strategie bei Kinderimpfungen verteidigt. SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach forderte neue Strukturen bei künftigen Pandemien.

"maybrit illner“ mit dem Thema "Der Sommer wird gut – wird die Corona-Politik besser?" vom 10. Juni 2021.

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Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat die Strategie der Bundesregierung bei Covid-Impfungen für Kinder verteidigt. Die Regierung habe sich "sehr genau" danach gerichtet, was die Ständige Impfkommission (Stiko) entschieden habe, sagte Braun am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "maybrit illner".

Es gebe also eine klare Impfempfehlung für vorerkrankte Kinder und Jugendliche - diese sollten sich wegen ihres Risikos impfen lassen. Für alle anderen soll es nach einem individuellen Arztgespräch die Möglichkeit für eine Impfung geben.

Braun: Impfung von Kindern individuelle Entscheidung

"Was wir nicht machen wollen ist, jetzt 12- bis 15-Jährigen sagen, es gibt zwar einen zugelassenen Impfstoff für euch, aber ihr dürft den nicht kriegen," so Braun.

Die Stiko habe "sehr präzise wissenschaftlich belegt", dass es zu Impfungen für Kinder und Jugendliche noch relativ wenig Daten gibt, aber je nach individuellem Risikoempfinden und entsprechender Beratung "entschieden werden kann, ob man sich impfen lässt".

3,5 Millionen Teenager in den USA geimpft

Die Datenlage werde sich bessern, stellte Braun in Aussicht. "In den USA sind jetzt schon 3,5 Millionen in dieser Altersgruppe geimpft worden", sagte er.

Helge Braun bei "maybrit illner"

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Virologe Schmidt-Chanasit: Stiko-Entscheidung richtig

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit begrüßte die Entscheidung der Stiko. Die Kommission sei eine unabhängige Institution, die evidenzbasiert zu Entscheidungen komme.

Er hätte sich gewünscht, dass im Vorfeld der Entscheidung "die Kakophonie der Meinungen" nicht so stark durchgeschlagen hätte. Diese habe zu Verunsicherung geführt.

Die Stiko werde ihre Empfehlung bei veränderter Datenlage natürlich anpassen. "Das ist ein vollkommen richtiges Vorgehen", sagte Schmidt-Chanasit.

Lauterbach: Deutschland hat vieles richtig gemacht

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erklärte, dass die Stiko erst die langfristigen Schäden kennen möchte, bevor sie entscheidet, ob Kinder geimpft werden sollen.

Seiner Ansicht nach seien Impfschäden recht selten: "Was wir jetzt nicht sehen, werden wir wahrscheinlich auch später nicht sehen."

Die Ständige Impfkommission spricht sich bei den Corona-Impfungen gegen eine generelle Empfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren aus.

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Der Politiker betonte, dass Deutschland vieles richtig und besser gemacht habe als andere Länder. Allerdings sei in der zweiten Welle zu spät gehandelt worden. Seiner Ansicht nach habe es auch keine Instrumentalisierungen gegeben:

Frau Merkel hatte immer ein genuines Interesse, etwas zu erfahren und dazu zu lernen.
Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte

Lauterbach ist sich sicher, dass es eine ganz andere Struktur zur Bekämpfung künftiger Pandemien benötige: "Das, was wir jetzt aufgebaut haben, reicht nicht."

Lauterbach vs. Schmidt-Chanasit bei "maybrit illner"

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Hausärztin: Künftig mehr Pragmatismus erwünscht

Allgemeinmedizinerin und Hausärztin Birgid Puhl sagte, dass die Hausärzte mit dem Ansturm klarkommen müssen, weil es keine Alternative gebe: "Wir haben eine Liste mit 2.000 Patienten."

Bezüglich der digitalen Impfausweise erklärte sie, dass der QR-Code generell eine gute Idee sei, aber ihr bislang niemand sagen konnte, wie das alles funktioniert.

Birgid Puhl bei "maybrit illner"

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Dass die Impf-Priorisierung gefallen sei, findet Puhl gut, denn "intern priorisieren wir schon noch". Auch der Impfung von Kindern und Jugendlichen - gerade aus den vulnerablen Gruppen - steht Puhl positiv gegenüber. Eltern, Jugendliche und Ärzte seien hier gefragt.

Die Hausärztin wünscht sich bezüglich der Pandemie-Politik künftig mehr Pragmatismus und, "dass wir Kollateralschäden nicht so völlig aus dem Blick verlieren".

Alexander: "Recht lange wenig passiert"

Robin Alexander, stellvertretender Chefredakteur der "Welt", kritisierte, dass kein Impfstoff vorhanden sei, und betonte, dass das "die Verantwortung der Politik" sei. Er fügte an:

Den Kindern nach dieser langen Zeit im Lockdown zu sagen, ihr könnt nicht geimpft werden, finde ich schwer zu erklären.
Robin Alexander, Chefredaktion "Die Welt"

Seiner Ansicht nach fing Deutschland zu spät mit Masken, Testen und Impfen an. "Das Dichtmachen war richtig, vor allem am Anfang", konstatierte Alexander, aber er betonte gleichzeitig, "dann ist recht lange wenig passiert".

Laut Ansicht des Journalisten habe Deutschland ein Problem mit dem Datenschutz. Er forderte eine politische Debatte bezüglich "der Trennung von lieb gewonnenen deutschen Mentalitäten".

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