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"maybrit illner" - Lauterbach: Mehr Geld für Pflegekräfte

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Der SPD-Politiker Karl Lauterbach fordert in der ZDF-Sendung "maybrit illner", dass Pflegekräfte mehr Geld bekommen müssten. Er will deshalb "eine Sonderlösung" für Zuschläge.

Pflegekräfte müssen nach Ansicht des SPD-Gesundheitspolitikers Karl Lauterbach sofort erheblich mehr Geld bekommen. Es müsse "eine Sonderlösung" dahingehend gefunden werden, dass die Pflegekräfte pauschal einen deutlichen monatlichen Zuschlag bekommen, sagte Lauterbach am Donnerstag bei "maybrit illner".

Die Höhe des Zuschlags bezifferte der SPD-Politiker auf "mehrere hundert Euro". Gezahlt werden müsse er, "während die Krise stattfindet". Eine Verschiebung der Diskussion auf die Zeit nach der Corona-Krise lehnte Lauterbach ab. Deutschlands Krankenhäuser könnten voraussichtlich nicht vor Ablauf von eineinhalb Jahren zur vollen Normalität zurückkehren.

Lauterbach: Kontaktsperren nicht zu früh lockern

Die Idee, "dass ich jetzt das aussitze und danach irgendwas beschließe", sei nicht umsetzbar. Der Gesundheitsexperte warnte zugleich vor einem verfrühten Exit aus den zur Eindämmung der Epidemie verhängten Kontaktbeschränkungen. Diese sorgten für weniger Infektionen, aber auch für weniger Immunität.

Würden die Kontaktsperren zu früh gelockert, sei man unter Umständen schlechter dran als vorher. Dann sei "sehr viel Material schon verbraucht" und "danach kommen die Fälle genauso rapide". Das Ganze habe nur Zweck, "indem man das relativ konsequent durchhält und dann auch die Maßnahmen nur ganz wenig zurücknimmt".

FDP-Gesundheitspolitiker: Materialien zu knapp kalkuliert

Der FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann warnte ebenfalls vor einem Rückschlageffekt, wenn die aktuellen Maßnahmen zu früh wieder aufgehoben werden. "Die Gesundheit steht im Vordergrund und die Zunahme der Infiziertenzahlen ist noch hoch", fügt er hinzu.

Sehen Sie hier Andrew Ullmann im Video:

Ullmann merkte an, dass Deutschland in Vorbereitung auf die Pandemie bei den Materialien "scheinbar knapp kalkuliert" habe. Ullmann erklärte, dass "wir jetzt zusammenstehen müssen und mittelfristig einfach mehr Pflegekräfte ausbilden".

Pflegekräfte laufen momentan am Limit.
Krankenschwester Yvonne Falckner

Krankenschwester: Pflegende auf Corona testen

Die Krankenschwester Yvonne Falckner forderte, dass das Gesundheitssystem gestärkt werden müsse, um so die anderen Systeme zu schützen. "Wir versuchen, Schutz zu betreiben, ohne dass wir genügend Schutzmaterialien dafür haben", fügt Falckner hinzu.

Sehen Sie hier die Krankenschwester Yvonne Falckner im Video:

Es sei auch wichtig, das Pflegepersonal zu testen, so Falckner. "Wenn wir ungeschützt in den Einrichtungen arbeiten, können wir uns infizieren. Deshalb ist es unabdingbar, damit wir nicht zu Kanonenfutter werden". Wichtig sei darüber hinaus, dass die Gesellschaft verstehe, dass Pflege ein Fundament, "eine Ressource für die Gesellschaft" ist.

Virologin: Noch 14 Tage, bis Neuinfektionen abnehmen

Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Main, ist sich sicher: "Bis die Zahl der Neuinfektionen abnimmt, wird es noch 14 Tage dauern". Ab wann man wieder das öffentliche Leben für bestimmte Personen öffnen könne, hänge laut Ciesek von den Fallzahlen und ihrer Stabilisierung ab.

"Es gibt bislang keine Immunität in der Bevölkerung", betont die Medizinerin. Auch junge Menschen ohne Vorerkrankung könnten sich infizieren und daher "wäre es unethisch, sie einem Risiko auszusetze". Bislang ist die Zahl der Tests beschränkt: "Es werden zu wenig hergestellt", konstatiert Ciesek.

Es ist nicht nachvollziehbar, warum wir so schlecht ausgestattet sind.
Achim Theiler, Geschäftsführer Franz Mensch GmbH

Theiler ist Großhändler für Hygieneartikel, Mundschutz und Atemschutzmasken. Seiner Ansicht nach hatte Deutschland sechs Wochen Zeit sich vorzubereiten und es sei nichts passiert. Der Markt für Schutzausrüstungen ist hart umkämpft und die Einkaufspreise habe sich seit Beginn der Krise zum Teil verzwanzigfacht.

Er forderte die Politik zum Handeln auf: "Wir könnten sehr viel in Deutschland produzieren. Die Grundmaterialien dafür haben wir, nur die Maschine nicht, die es in China zu kaufen gibt".

Sehen Sie hier die ganze Sendung "maybrit illner" vom 26. März 2020

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