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"maybrit illner" - Schwesig: Reiseverkehr weiter kontrollieren

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Manuela Schwesig (SPD) erklärt bei "maybrit illner", dass sie den Reiseverkehr weiter kontrollieren will. Thüringens Landeschef Ramelow sagt, man müsse lernen, mit Corona zu leben.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hält an ihrem Einreise- und Beherbergungsverbot für Bürger aus Corona-Hotspots fest und glaubt nicht an ein Einkassieren durch die Gerichte. Schwesig erklärte in der ZDF-Sendung "maybrit illner", dass sie die Kontrolle über den Reiseverkehr behalten will.

Strenge Regeln schon seit Mai

Das Oberverwaltungsgericht habe bisher bei jeder Klage bestätigt, "dass wir als Hochtourismusland mit Millionen von Touristen gute Gründe haben zu sagen, wir müssen den Reiseverkehr unter Kontrolle haben", sagte Schwesig. Und weiter:

Insofern bin ich da optimistisch, was unsere Regeln angeht.
Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin

Die Regierungschefin verwies darauf, dass in ihrem Bundesland die strengen Beschränkungen für Reisende aus Risikogebieten bereits seit Mai gelten: "Wir haben da nichts in den letzten Wochen hektisch eingeführt."

Schwesig: Künftig Regeln nicht mehr für ganze Regionen

Künftig könnten aber bestimmte Regeln wie die Quarantänepflicht oder ein zweiter Corona-Test nach fünf Tagen möglicherweise nicht mehr ganze Regionen wie Berlin betreffen, sondern nur noch "Hochrisikogebiete" wie etwa den Bezirk Neukölln. "Das wäre eine Lösung", sagte Schwesig.

Der Ministerpräsident von Thüringen, Bodo Ramelow (Die Linke), unterstützt unterdessen Schwesigs Vorschlag, dass Reisebeschränkungen vor Ort durch die Amtsärzte und Gesundheitsämter in den Corona-Hotspots verhängt werden sollen.

Ramelow: Müssen Lebensrisiken in Alltag einbauen

Ramelow finde den Vorschlag "sehr begrüßenswert". In dem Corona-Gipfel der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte der Vorschlag am Mittwochabend keine Mehrheit gefunden.

Er erklärte weiterhin, dass er sich darauf einrichte, "dass wir lernen werden, mit Corona zu leben". Seiner Ansicht nach müssen man Lebensrisiken in den Alltag einbauen. Beispielhaft nannte er das Autofahren und fügte hinzu, dass "wir bei Corona aber völlig neben der Spur" sind.

"Problematisch," Leute ohne Symptome zu testen

Susanne Johna, Pandemie-Beauftragte der Bundesärztekammer, sagt:

Es ist problematisch, dass wir die Leute testen, die gar keine Symptome haben, sondern einfach nur in den Urlaub fahren wollen.
Susanne Johna, Bundesärztekammer

Laut Johna sei das eine Verschwendung von Tests. Für die Vorsitzende des Marburger Bunds liege die Entscheidung noch immer in der Verantwortung jedes Einzelnen.

"Wir können noch so tolle Regeln machen. Wenn die Menschen sich nicht daran halten, nützt das wenig", konstatierte sie. Die erste Welle habe Deutschland nur so gut überstanden, weil die Bevölkerung sich solidarisch verhalten habe.

Virologe: Man kommt mit den Regelungen nicht hinterher

Laut Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe am Bernhard-Nocht-Institut der Universität Hamburg, ist die Entwicklung derzeit so dynamisch, dass man mit Regelungen nicht hinterherkomme.

Wichtig sei daher die Amtsärzte zu befähigen, die notwendigen Regelungen durchsetzen zu können. Der Virologe betont:

Es geht um das Verhalten der Menschen vor Ort.
Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe

Er mahnte zu eigenverantwortlichem Handeln und Solidarität: "Die Maßnahmen reichen aus, müssen aber von einem Großteil der Bevölkerung auch umgesetzt werden". Seiner Ansicht nach könne es keinen zweiten Lockdown geben.

Sperrstunde probates Mittel zur Regel-Einhaltung

"Manchmal fühlt man sich in die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs zurückversetzt", erklärte René Gottschalk, Leiter des RKI-Kompetenzzentrum für hochpathogene Infektionserreger für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Gottschalk erklärt:

Hotels und Beherbergungsbetriebe stellten keine Hotspots dar.
René Gottschalk, Infektiologe

Daher "hätte ich so ein Beherbergungsverbot nicht erlassen", fügte der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts hinzu. Er mahnte, dass es für die Höhe an Fallzahlen zu wenig Personal in den Gesundheitsämtern gebe.

Für Gottschalk stellt die Sperrstunde ein probates Mittel zur Regel-Einhaltung dar. Er mahnte, dass "die Bereitschaft der Menschen mitzumachen bei diesen ganzen Maßnahmen relativ hoch ist, jetzt aber abbröckelt".

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