ZDFheute

Minister Heil: Arbeitgeber sollen teilen

Sie sind hier:

"maybrit illner" - Minister Heil: Arbeitgeber sollen teilen

Datum:

Maybrit Illner diskutiert mit Gästen über den Kampf gegen das Coronavirus. Arbeitsminister Heil verspricht Finanzhilfen. Der Virologe Drosten warnt vor einer schlimmen Pandemie.

Arbeitsminister Hubertus Heil in der ZDF-Sendung "maybrit illner" während einer Diskussion über die Corona-Krise.
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil plädierte bei "maybrit illner" für Solidarität der Arbeitgeber mit den Arbeitnehmern.
Quelle: ZDF/Svea Pietschmann

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat an die Arbeitgeber appelliert, einen Teil der bei Kurzarbeit zu hundert Prozent erstatteten Sozialbeiträge an betroffene Arbeitnehmer zurückzugeben. Er erwarte "von vielen" Arbeitgebern, dass sie "ihren Arbeitnehmern etwas abgeben", sagte der Minister am Donnerstag in der ZDF-Sendung "maybrit illner".

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Dort, wo es Tarifverträge gebe, sei das ohnehin der Fall. Heil schließt sich damit Forderungen von Gewerkschaften während des Coronavirus an. Beschäftigte in Kurzarbeit erhalten 60 Prozent ihres letzten Einkommens, mit Kindern 67 Prozent. Wer ein so geringes Einkommen habe, dass er mit dem Kurzarbeitergeld "an den Rand der Existenz" komme, solle ergänzende Grundsicherung bekommen. Dafür werde er in der nächsten Woche sorgen, sagte der Minister zu.

Die ganze Sendung sehen Sie hier:

"maybrit illner“ mit dem Thema "Was immer es kostet – gewinnen wir den Kampf gegen das Virus?" vom 19. März 2020.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Ebenfalls in der nächsten Woche würden Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) Maßnahmen zur Erhaltung der Existenz von Klein- und Kleinstselbstständigen vorstellen. Für sie dürfe es "nicht nur Kredite", sondern müsse es auch "direkte Hilfen" geben.

Liquiditätsengpässe: KfW-Hilfe und direkte Zuschüsse

Soloselbstständigen mit Liquiditätsschwierigkeiten empfiehlt Heil, bei ihrem Finanzamt sofort eine Kürzung der Steuervorauszahlungen zu erwirken. KfW-gesicherte Liquiditätshilfen könnten bei der Hausbank beantragt werden. Für Betroffene würden ferner "direkte Zuschüsse" organisiert.

"Ganz hart" Existenzgefährdete, die ihren Betrieb oder ihre Soloselbstständigkeit noch hätten, könnten ergänzende Grundsicherung bekommen, sagte Heil und fügte hinzu: "Und wir werden dafür sorgen, dass das ohne Bürokratie und Vermögensprüfung läuft, damit die Existenz gesichert ist."

"Eigentlich sind wir in Deutschland früh dran, noch ist es nicht zu spät", konstatierte der Institutsdirektor der Virologie an der Charité in Berlin, Christian Drosten. Noch immer ist Drosten der Meinung, dass die Pandemie "schlimm wird". Dennoch gäbe es Hoffnung, denn "wir haben in Deutschland eine hohe Zahl von Intensivplätzen und mehrere Wochen Vorlauf".

Schwierig sei der Spagat unter die Belastungsgrenze des Gesundheitssystems zu kommen und gleichzeitig die aktuelle Lage nicht überzustrapazieren. "Es gibt Modellrechnungen, die sagen, wir müssen das noch zwei Jahre so aushalten", fügte Drosten hinzu. Die Aufgabe in den nächsten Wochen sei, die "politische Entscheidungen auszugestalten, aber auch auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse neue Maßnahmen zu entwickeln".

Bevölkerung muss Ernst der Lage erkennen

Susanne Johna, Pandemie-Beauftragte der Bundesärztekammer und Vorsitzende des Marburger Bundes, hält es für wichtig, dass die Bevölkerung den Ernst der Lage erkennt:

Jeder muss sich solidarisch verhalten.
Susanne Johna

Rund 10 Millionen Atemschutzmasken werden aktuell im Gesundheitswesen verteilt, aber die Medizinerin warnte vor Euphorie: "Wir wissen auch, dass sie nur für eine bestimmte Zeit reichen werden". Sie forderte von der Politik ein Signal, dass die Ärzte von Dokumentationsaufgaben entbunden werden, denn "diese Verwaltungsaufgaben kosten Zeit".

Von Hirschhausen: In Deutschland wurde an falscher Stelle gespart

Nach der Krise müsse der Fokus wieder mehr auf der Patientenversorgung und nicht auf der Rendite liegen, fügte die Medizinerin hinzu. Mediziner und Autor Eckhart von Hirschhausen gab zu Bedenken, dass in Deutschland an den falschen Stellen gespart wurde. "Das Positive an dieser Krise ist, dass wir entdecken, welche Berufe systemrelevant sind", erklärte der Autor.

Seiner Ansicht nach werden in den nächsten Wochen Menschen in Deutschland sterben. "Aus Mangel an Bewusstsein, aus Mangel an Kapazitäten und aus Mangel an Personal", fügte von Hirschhausen hinzu. Vor allem die in den sozialen Medien verbreiteten Fake News prangerte der Mediziner an: "Es ist wichtig, keinen Unsinn weiterzugeben."

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.