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"maybrit illner" - Dreyer: Öffnungen sind nicht zu forsch

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Merkels Kritik am Vorgehen der Länder perlt an der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin ab. Dreyer mahnte aber bei "maybrit illner", die Corona-Entwicklung im Blick zu halten.

ZDF-Sendung "maybrit illner": SPD-Ministerpräsidentin Dreyer findet Öffnungen nicht zu forsch
SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei "maybrit illner".
Quelle: ZDF/Svea Pietschmann

Die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) fühlt sich von der Kritik Angela Merkels (CDU) am Vorgehen der Länder bei den Shutdown-Lockerungen nicht angesprochen. Das sagte Dreyer am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "maybrit illner".

Ich bin nicht der Auffassung, dass wir zu forsch sind, sondern wir setzen eigentlich die Beschlüsse genau um, die wir gemeinsam miteinander besprochen haben.
Malu Dreyer, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz

Sie betonte, auch bei der Öffnung eines Outlet-Centers in Zweibrücken würden diese Beschlüsse beachtet. Es gebe "gar keinen Grund, auf Rheinland-Pfalz zu deuten". Die Landesregierung handele höchst verantwortungsbewusst. "Ich fühle mich nicht angesprochen mit dieser Forschheit", betonte die SPD-Politikerin.

Sehen Sie hier die gesamte Sendung "maybrit illner: Deutschland macht auf" im Video:

"maybrit illner“ mit dem Thema "Deutschland macht auf – mutig oder riskant?" vom 23. April 2020.

Beitragslänge:
62 min
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Kritik an Verkaufscenter-Öffnung

Bundeskanzlerin Merkel soll bei einer CDU-Präsidiumssitzung die Öffnung eben dieses Verkaufscenters kritisiert haben. In ihrer Regierungserklärung vom Donnerstag hatte die Kanzlerin zudem die Forschheit einiger Länderchefs bei der Lockerung der Maßnahmen zur Infektionsbekämpfung beklagt.

Dreyer betonte, man müsse die Entwicklung der Infektionskurve genau im Blick behalten. Auch wenn die Zahlen runter gingen, dürfe man nicht leichtsinnig sein. "Wir müssen immer ein bisschen bösgläubig bleiben", sagte sie. Bis zur Entwicklung eines Impfstoffes gälten die drei "goldenen Regeln": Hygiene, Abstand und Mundschutz.

Sehen Sie hier die Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei "maybrit illner":

Impfstoffentwicklung nicht sicher

Zu große Hoffnungen auf einen Impfstoff dämpfte allerdings der Virologe Hendrik Streeck.

Jede Vorhersage, dass wir einen Impfstoff haben werden, ist unseriös, weil wir es einfach nicht wissen.
Hendrik Streeck, Virologe

Es gebe viele Erreger, bei denen über Jahre an einem Impfstoff geforscht werde und es dennoch keinen gebe, sagte der Wissenschaftler und nannte unter anderem HIV, Hepatitis C und Malaria.

Im Video: der Virologe Hendrik Streeck bei "maybrit illner"

"Wir können es einfach nicht vorhersagen." Impfstoffforschung sei dazu "viel zu überraschungsreich".

"Experimente" mit der Öffnung

Die Wissenschaftsjournalistin und Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim mahnt, dass eine "Normalität" neue Ausbrüche zur Folge hätte und fügte hinzu, dass der aktuelle Lockdown die Menschen bereits an die Grenzen bringe, aber "wenn es noch mal passiert, wird es sehr viel schlimmer werden".

Wenn wir jetzt noch ein paar Wochen durchhalten könnten, verschaffen wir uns Freiheiten bis zum Ende dieser Epidemie.
Mai Thi Nguyen-Kim, Wissenschaftsjournalistin

Im Video: die Journalistin Mai Thi Nguyen-Kim bei "maybrit illner"

Nguyen-Kim erklärte, dass man sich von leeren Intensivbetten nicht täuschen lassen dürfe. Darüber hinaus betonte die Wissenschaftlerin, dass "wir nur mit dem Virus leben müssen, wenn wir es nicht schaffen, die Infektionszahlen herunter zu fahren".

Mehrfach verwies die Chemikerin auf das exponentielle Wachstum des Virus und erklärte, dass "wir wirklich sehr vorsichtig sein müssen", denn "letztendlich sind es Experimente, die wir jetzt machen und wir dürfen dabei kein Menschenleben riskieren".

Mehr Demut gefordert

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Cem Özdemi stimmte Merkels Kritik am Vorgehen der Länder zu und erklärte:

Ich teile die Kritik der Kanzlerin, dass einige, vor allem in der CDU, zu nassforsch unterwegs sind.
Cem Özdemir, Bündnis 90/Grüne

Der Grünen-Politiker fügte an, dass sich die Ergebnisse ständig ändern würden und mahnte deshalb zu mehr Demut bei "umfassenden Aussagen für die Zukunft". Daneben merkte Özdemir an, dass Deutschland in Bezug auf die schulische Digitalisierung ein "Entwicklungsland" sei.

Özdemir: Lehren aus der Krise beibehalten

Der Politiker betonte darüber hinaus, dass man die aus der Krise gewonnenen Lehren beibehalten dürfe: "der Zusammenhalt, die Wertschätzung und eine stärkere Digitalisierung".

Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, ist sich sicher, dass sein Unternehmen gut vorbereitet ist. "Wir haben unsere Fertigungsprozesse umgestellt und unsere Hygienemaßnahmen gesteigert."

Sehen Sie hier den VW-Vorstandsvorsitzenden Herbert Diess bei "maybrit illner":

Zudem sehe man am Beispiel China, wie man das Virus unter Kontrolle bekomme und gleichzeitig die Wirtschaft wieder ankurble.

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