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Altmaier sieht Umdenken bei Blackrock-Chef

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Debatte über "Grüne Wirtschaft" - Altmaier sieht Umdenken bei Blackrock-Chef

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Nachhaltigkeit ist das Thema in Davos. Selbst weltweit große Unternehmen zeigten "Verhaltensänderungen", sagt Minister Altmaier im ZDF. Größeren Einfluss hätten jedoch andere.

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos ist Klimaschutz prominentestes Thema - doch was bleibt von den zahlreichen Versprechungen? Minister Peter Altmeier diskutiert bei "maybrit illner" mit Umweltaktivisten und Wirtschaftsvertretern.

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Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat Blackrock-Chef Larry Fink "Verhaltensänderungen" bescheinigt. Der Gründer der größten Vermögensverwaltung der Welt tue jetzt etwas, "was er vor zwei oder drei Jahren wahrscheinlich entrüstet von sich gewiesen hätte. Da gibt es Verhaltensänderungen", sagte Altmaier am Donnerstag in der ZDF-Sendung "maybrit illner".

Blackrock hatte angekündigt, Nachhaltigkeit ins Zentrum seiner Investitionen rücken und sich von Nachhaltigkeitsrisiken trennen zu wollen. Der Minister räumte ein, dass der Vermögensverwalter im Kampf gegen den Klimawandel "große Macht" habe, wenn es um Geld und Finanzen gehe. Die größere Macht aber liege "in allen Ländern dieser Welt" bei der Politik.

Reemtsma: Blackrock kein Partner im Kampf für Klimaschutz

Fridays-for-Future-Aktivistin Carla Reemtsma sieht in Blackrock zwar nicht "den neuen Partner im Kampf gegen die Klimakrise", räumt aber ein, dass die Frage, wo die Finanzen hingehen, im globalen Kapitalismus ganz erheblich sei. "Damit wird sich was bewegen."

Wichtig sei der Ausstieg aus den Investitionen in fossile Energien. Illusionen macht sich die Klimaschützerin jedoch nicht:

Sie forderte Politik und Wirtschaft auf, nicht immer nur neue Ziele zu formulieren, sondern endlich zu handeln: "Wir können die ganze Welt mit Bäumen zu pflastern, es wird nicht ausreichen. Wir brauchen strukturelle Veränderungen in Politik und Wirtschaft." Ihrer Meinung nach, gehe es zu langsam voran, gerade in Bezug auf den Kohle-Ausstieg: "Selbst die Bundesnetzagentur sagt, dass man bis 2030 aus der Kohleverstromung aussteigen könnte, ohne, dass die Versorgungssicherheit gefährdet wäre."

Wir können die ganze Welt mit Bäumen zu pflastern, es wird nicht ausreichen. Wir brauchen strukturelle Veränderungen in Politik und Wirtschaft.
Carla Reemtsma, Fridays-for-Future-Aktivistin

"Der Schwarm"-Autor Schätzing fordert Umdenken in Klimapolitik

Bestseller-Autor Frank Schätzing erklärte, dass das Weltwirtschaftsforum in Davos mal "als gute Idee gestartet ist", aber es mittlerweile zu einer PR-Posse verkommen sei. "Es ist eine nice to have-Veranstaltung, auf die ich gut verzichten kann", betonte der Autor.

Frank Schätzing
Bestseller-Autor Frank Schätzing kritisiert bei "maybrit illner" das Treffen in Davos.
Quelle: imago/Future Image

Eine wichtige wirtschaftliche Entwicklung sei seiner Ansicht nach, dass Unternehmen derzeit lernen, "dass, wenn sie nicht nachhaltig wirtschaften, Anleger nicht mehr bei ihnen anlegen". Schätzing nahm dabei Bezug auf die Aussage von Blackrock, dass man künftig kein Geld mehr in Firmen stecken werde, die mehr als 25 Prozent ihres Umsatzes mit fossilen Energien erzielen.

Weitaus wichtiger sei laut dem Bestseller-Autor jedoch, dass man klimatechnisch das Pferd von hinten aufzäumen müsse: "Wenn wir zwei Grad Erderwärmung erreichen wollen, müssen wir 2040 klimaneutral sein." Er forderte, dass man von diesem Zeitpunkt an zurückrechnen müsse, was jetzt alles zu tun sei, um dieses Ziel zu erreichen.

BDEW-Vorsitzende: Über Energiewende wird zu schlecht gesprochen

Lobende Worte fand Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung und Mitglied des Präsidiums beim Energie-Branchenverband BDEW, für die Fridays-for-Future-Bewegung:

Andreae sieht die Politik in der Verantwortung Bedingungen zu schaffen, damit der Ausbau der erneuerbaren Energien erfolgreich vorangetrieben werde. Sie kritisierte darüber hinaus, dass in Deutschland zu schlecht über die Energiewende gesprochen werde: "Es gibt disruptive Energieentwicklungen und innovative Start-Ups, die man mehr in den Vordergrund stellen sollte, um so die Gesellschaft von der Energiewende zu überzeugen und mitzunehmen."

Kirchhoff: Unterstützung der Politik für nachhaltige Konzepte nötig

Der Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände NRW, Arndt Günter Kirchhoff, konstatierte, dass man künftig CO2-freie Prozesse und Lieferketten in Unternehmen haben werde, aber "das geht nicht über Nacht". Er weiß, dass der deutsche Mittelstand nachhaltige Unternehmenskonzepte vorliegen habe, aber die Politik müsse die Rahmenbedingungen zu deren Umsetzung schaffen.

Kirchhoff forderte, dass nicht nur vom Ausstieg, sondern vor allem vom Einstieg gesprochen werden müsse: "Wir benötigen die Versorgungssicherheit in Bezug auf Netzausbau und Speichermöglichkeiten, bevor wir über den Ausstieg reden." Industrie und Wirtschaft benötigten laut dem Unternehmensverbände-Präsident "schnell Bedingungen, um durch den Transformationsprozess zu kommen".

Sehen Sie hier die gesamte Debatte zum Thema "Grüne Wirtschaft, rote Zahlen - Klima gerettet, Jobs weg?" bei "maybrit illner":

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