ZDFheute

Maas: Nawalny ist ein Fall für EU, Nato, G7

Sie sind hier:

"maybrit illner" - Maas: Nawalny ist ein Fall für EU, Nato, G7

Datum:

Außenminister Maas will Russlands Rolle bei der Nawalny-Vergiftung klären. Und dann EU, Nato und G7 "eine effektive Konsequenz daraus ziehen" lassen, sagte er bei "maybrit illner".

"maybrit illner“ mit dem Thema "Merkels Russland-Dilemma – ratlos zwischen Putin und Trump?" vom 10. September 2020.

Beitragslänge:
85 min
Datum:

Außenminister Heiko Maas (SPD) verwahrt sich gegen Anschuldigungen Russlands im Konflikt um den Mordanschlag auf den russischen Oppositionellen Alexej Nawalny. "Wir sind keine Partei in diesem Konflikt, wir sind der Überbringer der schlechten Nachricht", sagte Maas am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "maybrit illner".

Maas ist sicher: Nawalny mit Nowitschok vergiftet

Das ist kein bilateraler Konflikt zwischen Deutschland und Russland", betonte der deutsche Chefdiplomat. "Das ist ein Thema für die ganze internationale Gemeinschaft."

Das Gift ist nicht nur in seinem Körper, sondern auch an seinem Körper gefunden worden.
Heiko Maas, Bundesaußenminister

Er sei "100 Prozent sicher", dass Nawalny mit dem in Russland entwickelten Nervengift Nowitschok vergiftet worden sei, sagte Maas.

Heiko Maas bei "maybrit illner"

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Maas: Effektive Konsequenzen ziehen

Deutschland habe nun alles in die Wege geleitet, um die zuständige Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) in die Lage zu versetzen, dies zu überprüfen. Wenn sich der Befund bestätige, müssten die EU, die Nato und die G7 "eine angemessene und effektive Konsequenz daraus ziehen".

Maas verwahrte sich zugleich gegen Anschuldigungen von russischer Seite, Deutschland halte Informationen zurück oder könne Nawalny gar selbst vergiftet haben. Wenn Russland behaupte, es habe auf russischem Boden keine Vergiftung gegeben, das Gift könne Nawalny in Berlin zugeführt worden sein, "betrachte ich das nicht als einen Beitrag zur Aufklärung", kritisierte Maas.

Russland ist eingeladen, bei Aufklärung zu helfen

Auch der Umstand, dass Russland den mutmaßlichen Mordanschlag offenbar bislang nicht untersuche, sei "ein Indiz dafür, dass man etwas zu verheimlichen hat". Maas betonte zudem, dass dem russischen Botschafter in Berlin bereits am vergangenen Freitag zugesichert worden sei, dass ein Rechtshilfeersuchen Russlands im Fall Nawalny positiv beschieden werde.

Maas lud seinerseits Russland ein, sich an der Aufklärung durch die Spezialisten der OPCW zu beteiligen. So könne Russland die Untersuchungsergebnisse des sibirischen Krankenhauses, in dem Nawalny zunächst behandelt wurde, offenlegen. "Da kann jeder seinen Beitrag liefern."

Gysi: "Spekulationen haben keinen Sinn"

Gregor Gysi (Die Linke), außenpolitischer Sprecher der Linke-Fraktion im Bundestag, forderte Aufklärung vor Verurteilung: "Spekulationen haben keinen Sinn." Fraglich ist für ihn, ob Russlands Präsident Wladimir Putin tatsächlich hinter dem Anschlag auf Nawalny stecke, denn dieser habe der Überführung nach Deutschland zugestimmt.

"Hätte er das getan, wenn er den Mord angeordnet hätte", lautete deshalb Gysis rhetorische Frage. Auch gab der Linken-Politiker zu bedenken, dass viele Geheimdienste Nowitschok hätten.

Gregor Gysi bei "maybrit illner"

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Weisband: Oligarchen und Putin Konten sperren

Marina Weisband ist Publizistin und Grünen-Politikerin, wurde in Kiew geboren und besitzt neben der deutschen auch die ukrainische Staatsbürgerschaft. Sie glaubt:

Russland ist mehr als Putin.
Marina Weisband, Publizistin

Ihrer Ansicht nach könne viel aus der Zivilgesellschaft und mit Hilfe von NGOs aufgebaut und organisiert werden. "Wir wollen nicht, dass die russische Bevölkerung leidet", betonte Weisband und verwies darauf, dass man im Gegenzug "den Oligarchen und Putin die Konten einfrieren und bestimmte Zugänge verwehren" könnte. Das wäre laut der Publizistin "effektiv".

Nemzowa sicher: Geheimdienste stecken hinter Mordanschlag

Schanna Borissowna Nemzowa, russische Journalistin und Tochter des ermordeten Politikers Boris Nemzow, gab bezüglich Nawalny zu bedenken, dass dieser mit einem neuen Nowitschok-Kampfstoff vergiftet wurde: "Das kann nicht unter häuslichen Bedingungen synthetisiert werden, dafür benötigt es Labore."

Nemzowa ist sich sicher, dass russische Geheimdienste hinter dem Mordanschlag stecken. Da Nawalny der bekannteste russische Oppositionspolitiker ist, wäre laut der russischen Journalistin so ein Anschlag "ohne Billigung von Putin nicht möglich gewesen".

Schanna Borissowna Nemzowa bei "maybrit illner"

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.