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Gabriel: "Europa muss sich zusammenraufen"

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"maybrit illner" - Gabriel: "Europa muss sich zusammenraufen"

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Europa muss laut Ex-Außenminister Gabriel außenpolitisch enger zusammenarbeiten, unabhängig vom Ausgang der US-Wahl. ZDF-Moderator Claus Kleber befürchtet Unruhen in den USA.

Sigmar Gabriel bei "maybrit illner"

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Der Vorsitzende der Atlantik-Brücke, Sigmar Gabriel (SPD), hat an die Europäer appelliert, außenpolitisch enger zusammenzuarbeiten. Unabhängig davon, ob die US-Präsidentenwahl zugunsten des amtierenden Präsidenten Donald Trump oder des Herausforderers Joe Biden ausgehe, müsse sich Europa "zusammenraufen", sagte der deutsche Ex-Außenminister am Donnerstag in der ZDF-Sendung "maybrit illner".

Sonst spiele der Kontinent "keine Rolle" mehr. Europa habe seine außenpolitischen Interessen bislang "weitgehend auf amerikanische Flugzeugträger projiziert und die fahren jetzt weg". Amerika werde "weniger europäisch und mehr pazifisch".

Gabriel: Trump findet Allianzen Quatsch

Dieser Prozess habe lange vor Donald Trump begonnen. Allerdings schätze Biden im Unterschied zu Trump Alliierte. Der Demokrat wisse, dass "der eigentliche Multiplikator amerikanischer Macht die Fähigkeit war, Partnerschaften und Allianzen zu bilden", sagte Gabriel.

Er fügte hinzu: "Das konnte China nicht, das konnte Russland nicht, das konnten nur die Vereinigten Staaten." Daran könne man bei Biden anknüpfen, "um Kompromisse zu finden". Trump hingegen verfahre nach dem Prinzip "Der Stärkere setzt sich durch" und finde Allianzen "Quatsch".

TV-Duell Trump-Biden: Politische Kultur ausgeblutet

Für Peter Rough, Parteimitglied der Republikaner, Politikberater, Experte für Fragen der nationalen Sicherheit am Hudson Institut in Washington D.C., hatte das TV-Duell Trump Biden Messerschlacht-Charakter, da "die politische Kultur dabei ausgeblutet" ist.

Menschen beobachten die ersten TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden in einer Bar in Sydney (Australien)

Trump gegen Biden: Beste Zitate -
"Würden Sie mal die Klappe halten, Mann?"
 

"Clown" - "Lügner": Das erste TV-Duell des Wahlkampfs wird zur Schlammschlacht. US-Präsident Trump und sein Gegner Biden attackieren sich aufs Schärfste - hier die besten Zitate.

Der Wahlkampf selbst habe sich durch Corona stark verändert. In den Augen von Rough ist es ein Skandal, dass "ein amtierender Präsident in Zweifel lässt, ob er es akzeptiert, zu gehen, wenn er die Wahl verliert". Er vertraue aber auf die Regularien des politischen Systems.

Claus Kleber: Sorge um amerikanisches System

Claus Kleber, Moderator des "heute-journal" und ZDF-Wahlbeobachter in Washington sieht die Gefahr eines Zusammenbruchs des amerikanischen Systems:

Zum ersten Mal habe ich Angst, denn ich glaube, dass eine Wiederwahl Trumps nicht der worst case ist.

Klebers Befürchtung: Dass es in den Straßen des Landes nicht mehr friedlich zugehen werde, denn die Philosophie rechter Gruppen sei "Wir müssen im Zweifel stärker sein als der Staat". Das Land sei laut Kleber tief gespalten: "Mit Trump ist es ganz schwierig. Aber die Frage ist, ob es auch ohne Trump gelingen kann die Spaltung der USA zu überwinden."

Jana Puglierin bei "maybrit illner"

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Politikwissenschaftlerin: Vor der Wahl ist alles möglich, alles offen

Für Jana Puglierin, Politikwissenschaftlerin, Leiterin des Berliner Büros der außenpolitischen Denkfabrik "European Council On Foreign Relations" (ECFR), ist 33 Tage vor der Wahl "alles möglich, alles offen". Sie ist überzeugt, dass es jetzt nur noch um die Wechselwähler gehe.

"Ich glaube, dass Trump bis zum letzten Blutstropfen dafür kämpfen wird, Präsident zu bleiben", konstatierte Puglierin. Sie glaube zudem, dass die Wahl auch für Deutschland entscheidend sei, weil "wir unsere Außenpolitik immer auf einen transatlantischen Pfeiler aufgebaut haben".

Ich glaube, Trump hat absolut die Macht, viele Bewaffnete auf die Straßen zu bringen.
Marina Weisband, Publizistin

Nach Ansicht von Marina Weisband, Publizistin und Grünen-Parteimitglied, gibt es Menschen, die, wenn es kompliziert wird, zu einfachen Lösungen greifen. Laut Weisband finde derzeit durch Trump ein "langsames Unterwandern der Glaubwürdigkeit dieser Wahl" statt.

US-Abgeordnete Kausche: Biden ist mehr als ein Anti-Trump

Angelika Kausche, demokratische Abgeordnete im US-Bundesstaat Georgia, in Deutschland geborene amerikanische Politikerin, erklärte bezüglich des Corona-Virus, dass die "Leute eine Antwort von den Politikern haben wollen, wie wir zu unserem normalen Leben zurückkehren können".

Für die Menschen in ihrem Bezirk sei Biden der bessere Kandidat, denn er glaube an die Wissenschaft. "Joe Biden ist deutlich mehr als ein Anti-Trump", betonte sie. Er bringe jahrelange Erfahrung mit und werde von den schwarzen Wählern unterstützt.

"maybrit illner“ mit dem Thema "Wahl, Wut, Verschwörung – was, wenn Trump bliebe?" vom 1. Oktober 2020.

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