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Mecklenburg-Vorpommern - Caffier erklärt Waffenkauf: War "arglos"

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Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Caffier gibt zu, dass er eine Jagdwaffe bei einem Händler mit Verbindungen ins rechte Milieu gekauft hat. Das habe er damals nicht gewusst.

Lorenz Caffier (CDU); Innenminister in Mecklenburg-Vorpommen (Archiv)
Lorenz Caffier, Innenminister in Mecklenburg-Vorpommen: Bin "arglos" gewesen.
Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier, hat nach Aufforderungen Klarheit über einen Waffenkauf geschaffen. Der CDU-Politiker hatte zuvor noch ausweichend auf eine Frage geantwortet, ob er privat als Jäger eine Waffe bei oder über ein ehemaliges Mitglied einer rechtsextremistischen Gruppierung gekauft habe.

Caffier: Bei Waffenkauf stand Händler nicht unter Verdacht

Am Freitag räumte Caffier den Kauf ein. "Ja, habe ich. Eine Kurzwaffe. Anfang 2018, auf Basis der gesetzlichen Grundlagen und zu einem Zeitpunkt, als der Mann noch nicht unter Verdacht stand und im In- und Ausland als zuverlässiger Ausbildungspartner der Polizei galt", sagte der CDU-Politiker dem "Spiegel". Auf dem Schießplatz des Mannes in Güstrow im Landkreis Rostock hätten Spezialeinheiten mehrerer Bundesländer trainiert.

Anfang 2018 lagen den Behörden und Caffier demnach keine Verdachtsmomente zu der Firma vor. Der Mann sei immer noch ein offiziell zugelassener Waffenhändler. Caffier führe die Waffe ausschließlich zur Jagd, eine Kurzwaffe gehöre dort zur normalen Ausrüstung.

CDU-Politiker "arglos" beim Kauf der Kurzwaffe

Er sei "arglos" gewesen, als er bei dem Händler die Waffe kaufte, denn das Bundeskriminalamt habe erst 2019 Informationen über dessen mögliche Kontakte zum rechtsextremen Netzwerk Nordkreuz an die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern übermittelt.

Keiner hat bei Frank T. mögliche Kontakte zu Rechtsextremisten vermutet.
Lorenz Caffier

Nun solle ihm offenbar eine Nähe zu Nordkreuz oder dem Nordkreuz-Umfeld angedichtet werden. "Das ist kompletter Unsinn und ehrverletzend", so Caffier.

Linke legt Caffier Rücktritt nahe

Der 65-Jährige hatte am Donnerstag in Schwerin auf die Frage einer Journalistin, ob er eine Waffe bei oder über ein ehemaliges Mitglied einer rechtsextremistischen Gruppierung gekauft oder bei diesem ein Schießtraining absolviert habe, geantwortet, dass es um den Privatbereich gehe und er sich nicht dazu äußere. Grüne und FDP hatten daraufhin Aufklärung gefordert. Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, legte Caffier den Rücktritt nahe.

Im Zusammenhang mit dem per Internetchatgruppe organisierten Netzwerk Nordkreuz war im Dezember 2019 ein hoher Beamter der Spezialeinsatzkräfte der Polizei Mecklenburg-Vorpommerns zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Als sogenannter Prepper hatte er rund 50.000 Schuss Munition gehortet, die bei Durchsuchungen 2017 und 2019 entdeckt wurden. Einen Teil davon besaß er laut Urteil illegal. Der Polizist gehörte zu jenen, die auf dem Schießplatz in Güstrow trainierten und mit T. in Kontakt standen.

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