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Interview mit Marietta Slomka - Merkel: Waren nicht "knausrig" bei Impfstoff

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Kanzlerin Merkel verteidigt im heute-journal-Interview die Corona-Impfstrategie und weist Kritik von sich, wonach Deutschland zu sparsam sei. Sie gesteht aber auch Fehler ein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel stellt sich im ZDF-Interview den Fragen von Marietta Slomka. Sehen Sie das Video hier in voller Länge.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) widerspricht Kritik, derzufolge Deutschland und die EU bei den Verhandlungen um einen Corona-Impfstoff zu sparsam gewesen seien. "Für mich stellt es sich nicht so dar, dass wir knausrig waren", sagte Merkel am Freitag in einem Interview mit dem ZDF heute journal.

"Es ist genug Impfstoff bestellt worden", betonte die Kanzlerin im Gespräch mit der Moderatorin des heute journals, Marietta Slomka. Die jetzt entscheidende Frage sei, wie viele europäische Werke es zur Impfstoff-Herstellung gebe und was dort produziert werden könne.

[Das vollständige Interview mit Angela Merkel im ZDF heute journal können Sie hier im Wortlaut nachlesen.]

Kanzlerin: Corona-Strategie im Herbst "zu zögerlich"

Merkel sieht aber auch Versäumnisse bei der deutschen Corona-Strategie. Man habe etwa nicht ausreichend darauf hingewiesen, dass am Anfang nicht für jeden gleich der Impfstoff da sei, sagte sie. Rückblickend sei man im Herbst zudem "zu zögerlich rangegangen" bei den Vorsichtsmaßnahmen.

Ich habe damals kein gutes Gefühl gehabt, aber ich habe die Entscheidung mitgetragen.
Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Damit knüpfte die Bundeskanzlerin an ihre Regierungserklärung vom Donnerstag an. Dort hatte sie deutlich gemacht, dass die Regierung nicht früh und schnell genug reagiert habe, um die zweite Corona-Welle im Herbst zu verhindern.

Ein weiteres Versäumnis sei es gewesen, nicht zeitig genug auf Alltagsmasken gesetzt zu haben, als es noch keine medizinischen Masken gab, sagte Merkel im Interview.

Die Alltagsmasken haben uns über die Zeit, in der wir nicht genug medizinische hatten, hinweggeholfen, und da war ich am Anfang zögerlich.
Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Kanzlerin Merkel verteidigte im Bundestag die Verlängerung der Maßnahmen. Die Opposition warf der Regierung dagegen Planlosigkeit vor.

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Merkel stellt Öffnungsschritte in Aussicht

Gleichzeitig stellt die Kanzlerin eine schrittweise Öffnung der geltenden Schutzmaßnahmen in Aussicht. Erst bei einer Zahl von 35 Infektionen pro 100.000 Einwohner gerechnet auf eine Woche wäre in den Bundesländern an Geschäftsöffnungen zu denken.

"Für den nächsten Öffnungsschritt nach dem Einzelhandel müssen wir schauen, ob wir stabil unter 35 oder bei 35 bleiben", machte sie mit Blick auf die Sieben-Tages-Inzidenz klar.

Es hängt von uns und klugen Öffnungsschritten ab, ob wir ohne eine groß ausgeprägte dritte Welle durch die Pandemie kommen.
Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Auf die aktuelle Lage blickt die Kanzlerin optimistisch - sofern nicht frühzeitig geöffnet werde. Deutschland habe in den vergangenen dreieinhalb Wochen die Fallzahlen halbiert. "Wir sind auf einem Ast, der absteigt", sagte sie und wagte die Prognose: "Wir können den Punkt - das sind die 50 Fälle pro 100.000 in sieben Tagen - bald erreichen, wenn wir uns noch an die Kontaktbeschränkungen halten".

Kritik an fehlenden Perspektiven und Impfstrategie

Zuvor hatte es Kritik an den am Mittwoch gefassten Beschlüssen von Bund und Ländern von Opposition, Wirtschaftsverbänden, Einzelhandel und Gaststättengewerbe gegeben. Es fehlten Perspektiven und konkrete Pläne. Die zugesagten Wirtschaftshilfen würden zudem nur schleppend ausgezahlt, obwohl viele Menschen dringend auf das Geld angewiesen seien.

Auch an der deutschen Impfstrategie hatte es zuletzt immer wieder scharfe Kritik gegeben, weil zu wenig Impfstoff verfügbar sei.

Nach dem Bund-Länder-Treffen gibt es viel Kritik an den Beschlüssen – auch im Bundestag. Der Vorwurf: Kanzlerin und Ministerpräsidenten würden im Alleingang entscheiden.

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