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Merkel für mehr Solidarität in Corona-Krise

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"Volles Vertrauen" in Spahn - Merkel für mehr Solidarität in Corona-Krise

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Nach immer mehr Corona-Fällen appelliert Kanzlerin Merkel an die Bürger, auch im Alltag Verantwortung zu tragen. Ältere und chronisch Kranke müssten vor allem geschützt werden.

Es war das erste Mal, dass Kanzlerin Merkel sich ausführlich öffentlich zur Corona-Pandemie geäußert hat. Sie rief zur Solidarität auf und appellierte an jeden Einzelnen, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen – auch zum Schutz von Menschen in Risikogruppen.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bevölkerung in Deutschland zum gemeinsamen Einsatz gegen die Verbreitung des Coronavirus aufgerufen. "Es geht um das Gewinnen von Zeit", sagte sie bei der Bundespressekonferenz in Berlin. Sie verwies darauf, dass es gegen den Erreger noch keine Impfung und Therapie gebe. Bund, Länder und Kommunen sowie alle 83 Millionen Menschen in Deutschland müssten deshalb alle Kräfte einsetzen, damit das Gesundheitssystem nicht überlastet werde.

Es gehe um den Schutz von älteren Menschen und von Menschen mit Vorerkrankungen, betonte Merkel: "Da sind unsere Solidarität, unsere Vernunft, unser Herz füreinander schon auf eine Probe gestellt, von der ich mir wünsche, dass wir diese Probe auch bestehen." Auch mit Blick auf Hamsterkäufe mahnte sie "Maß und Mitte" an.

Weitere Maßnahmen und Einschränkungen

Merkel mahnte mit Blick auf Absagen von Großveranstaltungen ein abgestimmtes Vorgehen von Bund, Ländern und Kommunen an. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wiederholte seinen Appell für einen Verzicht auf Großveranstaltungen, Fußballspiele oder Clubbesuche. Er verstehe, dass vielen Fußballfans das Herz blute, wenn sie nicht ins Stadion könnten. Aber die Maßnahmen seien derzeit nötig, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

Ein Mensch im Schutzanzug desinfiziert die Reihen einer Konzerthalle in Taiwan wegen des Coronavirus.

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Ob Fußballspiel, Reise, Konzert oder Messe - wenn etwas wegen Coronavirus abgesagt wird, ist das nicht nur ärgerlich, sondern auch teuer. Wer kommt für den Ticketpreis auf?

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Auch wenn 80 Prozent der Infizierten milde bis keine Symptome aufwiesen und besonders für die Jüngeren das Risiko einer schweren Erkrankung nicht hoch sei, dürften diese nicht denken: "Was habe ich denn damit zu tun?" Die Menschen müssten verstehen, dass alle auf ein Stück Alltag verzichten müssten, "um sich selbst zu schützen und andere zu schützen". Dies müsse besonnen geschehen.

Er sprach sich ferner gegen flächendeckende Schulschließungen aus und gab zu bedenken, dass es nicht zielführend sei, wenn infolge einer solchen Maßnahme Kinder von den Großeltern betreut werden müssten. Dankbar zeigte sich Spahn, dass viele Unternehmen zu Arbeit aus dem Homeoffice übergehen. Zentral sei es nun, dass es eine Balance gebe zwischen Einschnitten und Verzicht einerseits sowie einem weitergehenden Alltag andererseits.

"Föderalismus nicht dafür da, dass man Verantwortung wegschiebt"

Mit Blick auf das staatliche Krisenmanagement verteidigte Merkel die Zuständigkeit der Länder für konkrete Maßnahmen, mahnte aber ein abgestimmtes Vorgehen an. Dezentrales, an die jeweiligen Probleme angepasstes Handeln sei ein Vorteil. "Aber Föderalismus ist nicht dafür da, dass man Verantwortung wegschiebt."

Es gelte miteinander abgestimmt vorzugehen - bei gleicher Situation egal in welchem Bundesland. Alle Ebenen täten daher auch gut daran, Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) nachzukommen. Dies soll auch Thema bei einem Treffen mit den Ministerpräsidenten an diesem Donnerstag sein.

ZDF-Korrespondent Thomas Reichart sieht in den Äußerungen Merkels eine Wiederholung dessen, was Bundesgesundheitsminister Spahn bereits seit Tagen sagt:

Auf der Bundespressekonferenz äußert sich Kanzlerin Merkel erstmals öffentlich zum Coronavirus. ZDF-Korrespondent Thomas Reichart berichtet live aus Berlin.

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Hilfen für die Wirtschaft

Merkel kündigte ein entschlossenes Handeln der Bundesregierung an, um wirtschaftliche Folgen der Epidemie abzufedern. "Wir werden das, was notwendig ist, tun." Die Kanzlerin sprach von einer außergewöhnlichen Lage. Man werde dann am Ende schauen, was das für den Haushalt bedeute. Sie stellte damit eine mögliche Lockerung der "Schwarzen Null" in Aussicht - also des Prinzips, im Bundesetat ohne Neuverschuldung auszukommen. Wichtig seien Liquiditätszusagen etwa an kleine und mittlere Firmen.

An diesem Freitag sollten Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bekannt geben, ob und wie solche Finanzhilfen noch einmal verstärkt würden.

Sozial- und Arbeitsminister Heil über die Maßnahmen der Bundesregierung für Unternehmen:

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Merkel lobt Bundesgesundheitsminister Spahn

Merkel hat Gesundheitsminister Spahn für sein Handeln in der Corona-Krise volle Rückendeckung gegeben: "Ich finde, dass Jens Spahn einen tollen Job macht gerade, in einer schwierigen Situation. "Ich habe da volles Vertrauen." Zwischen ihnen beiden gebe es sehr schnelle Gespräche und einen "super Austausch".

Nach den jüngsten vom Robert-Koch-Institut veröffentlichten Zahlen vom Dienstagnachmittag gibt es in Deutschland mittlerweile 1.296 bestätigte Coronavirusfälle, ein Großteil davon in Nordrhein-Westfalen und im besonders betroffenen Kreis Heinsberg.

Alle Entwicklung zum Coronavirus lesen Sie hier:

Coronavirus-Illustration.

Liveblog zur Corona-Krise -
Wie die Welt gegen das Coronavirus kämpft
 

Lockerungen, Suche nach dem Impfstoff, milliardenschwere Wirtschaftshilfen - verfolgen Sie alle Entwicklungen zum Coronavirus in Deutschland und weltweit im Liveblog.

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