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Ansage von Merz: Söder wird es nicht

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Wer wird Kanzlerkandidat? - Ansage von Merz: Söder wird es nicht

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Bei seinem Auftritt auf dem Landestag der Jungen Union Niedersachsen hat Friedrich Merz klar gemacht, dass er keine Chance für Markus Söder als Kanzlerkandidaten der Union sieht.

In rund zwei Monaten will die CDU ihren neuen Bundesvorsitzenden wählen. Am Wochenende haben sich die Bewerber Armin Laschet und Friedrich Merz schon mal vor den Mitgliedern der Jungen Union präsentiert.

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Es war eine überraschende Aussage, ja sogar eigentlich eine Ansage, des Kandidaten für den CDU-Vorsitz Friedrich Merz in der Halle 39 im niedersächsischen Hildesheim. Bisher hatte er zwar seine grundsätzliche Bereitschaft betont, im Falle seiner Wahl zum CDU-Vorsitzenden selber als Kanzlerkandidat anzutreten, aber eine offene Absage an die CSU hatte er bisher vermieden. Als Gast des JU-Landesverbandes war er gleich zu Beginn einer der zwei Kandidaten, die dort heute auftreten. Armin Laschet folgte ihm später am Nachmittag. In bisher nicht gehörten Klarheit macht Merz klar, dass er für die Kanzlerkandidatur keinen Kandidaten der CSU sieht.

Er erinnert an die beiden Kandidaten Franz-Josef Strauß und Edmund Stoiber, die 1980 und 2002 für CDU und CSU auf dem Spitzenplatz kandidierten. "Das waren beides Situationen in denen sich die CDU nicht zugetraut hat, das sie den Besseren hat", so Friedrich Merz auf der Bühne der Jungen Union. Und unmissverständlich setzt er hinzu: "Diese Situation sehe ich für 2020 nicht." Merz ist schon seit längerem der Meinung, dass die Kanzlerkandidatenfrage der Union noch in diesem Jahr nach dem Parteitag der CDU geklärt werden muss.

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"Zähneknirschend wird CSU gewählt"

Merz beschwor den Zusammenhalt der Union. Diese Konstruktion aus CDU und CSU sei "kongenial", so Merz. Dazu gehöre unter anderem die Fraktionsgemeinschaft, die man unbedingt erhalten müsse. Es gäbe viele CDU-Wähler die "zähneknirschend die CDU wählen, weil es die CSU gibt". Aber es gäbe auch umgekehrt "genauso viele CSU-Wähler in Bayern, die wählen zähneknirschend die CSU, weil es die CDU im Rest gibt."

Ein Satz, der zeigt, dass zwischen der christ-sozialen Union in Bayern und Friedrich Merz diverse Unterschiede zu Tage treten und die im Falle seiner Wahl noch zu Problemen führen könnten. Insbesondere in der Wirtschafts- und Sozialpolitik glaubt man in der CSU, es mit Merz eher mit einem Vertreter einer wirtschaftsliberalen Linie zu tun zu haben.

Und auch in der europapolitischen Grundausrichtung gibt es Unterschiede. Während die CSU immer auf einer große Eigenständigkeit der Regionen setzt, macht Merz in Hildesheim klar, dass mit ihm als CDU-Vorsitzender und möglichen Kanzler, Deutschland eine neue Rolle in Europa einnehmen müsste. Man müsse, so Merz, "den europäischen Partnern Gestaltungswillen zeigen". Dann habe Deutschland die Chance, in Europa die Richtung zu bestimmen. Denn:

Wenn wir es nicht machen, werden wir trotz unserer Stärke eine ganz kleine Stimme sein.
Friedrich Merz, Kandidat für CDU-Vorsitz

In Umfragen führen CDU/CSU mit 40 Prozent. Dennoch wird die CDU zunehmend nervös. Bei Themen zur Nachfolge-Frage um den CDU-Vorsitz , zum Umgang mit dem anstehenden Parteitag und zum Machterhalt der Partei gibt es offenbar noch viel Diskussionsbedarf.

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Schon vor zwei Jahren nicht der Kandidat der CSU

Schon bei seiner letzten Kandidatur vor zwei Jahren, die Merz knapp gegen Annegret Kramp-Karrenbauer verloren hatte, schlug sich die CSU auf die Seite von AKK. Ihr Profil als Sozialpolitikerin von der Saar passte offenbar besser zur CSU, bei der das S für "sozial" in der Mitte des Parteinamens kein Zufall ist.

Öffentlich hatte man in München immer die Neutralität betont, aber die auffällig engen Kontakte etwa zwischen CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt oder später dem neuen CSU-Vorsitzenden Markus Söder und Annegret Kramp-Karrenbauer waren weit mehr als nur die selbstverständliche Zusammenarbeit innerhalb der Union.

Auch glaubte die CSU, dass Kramp-Karrenbauer für die Heilung der tiefen Wunden zwischen den Schwesterparteien, die in der Flüchtlingskrise entstanden sind, eher geeignet sei. Die Ansagen von Merz heute wird die CSU in ihrer Grundeinschätzung möglicherweise bestätigen.

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