Sie sind hier:

Kritik an Laschet und Scholz - Merz: "Hätte anderen Wahlkampf gemacht"

Datum:

Friedrich Merz präsentiert sich bei Markus Lanz einmal mehr als Freund der harten Debatte und der scharfen Töne. Das trifft die SPD - und teils auch den Parteikollegen Laschet.

Über den Wahlkampf der Grünen und der Union und deren Koalitionsfähigkeit sowie eine Zwischenbilanz verschiedener internationaler Strategien in der Pandemiebekämpfung

Beitragslänge:
75 min
Datum:

"Ich hätte einen anderen Wahlkampf gemacht." Ein Satz von CDU-Politiker Friedrich Merz, der am Dienstagabend bei Markus Lanz nachhallte. Denn gemeint war der eigene Parteichef und Kanzlerkandidat: Armin Laschet.

Schon gleich zu Beginn musste sich Merz mehrere Nachfragen zum Verhältnis zwischen ihm und seinem Parteichef anhören. Der Grund: Während Mitglieder aus Laschets Zukunftsteam, zu dem auch Merz gehört, ihren Kandidaten am Sonntagabend nach dem zweiten TV-Triell mit Sprechchören feierten, saß Merz zuhause auf der Couch. "Ich muss doch nicht auf dieser Party dabei sein", winkte Merz ab, als Lanz ihn darauf ansprach. Er verwies auf mehrere gemeinsame Veranstaltungen mit Laschet, die in den kommenden Tagen anstehen würden. "Natürlich stehe ich an seiner Seite", stellte Merz in Bezug auf Laschet klar:

Aber ich muss doch nicht da Schilder hochheben.
Friedrich Merz

Damit könne er doch keine Wählerstimmen bewegen.

Merz hätte Wahlkampf "polarisierender" gemacht

Genau das hätte die Union aber bitter nötig. In Umfragen verschiedener Meinungsforschungsinstitute rangiert sie bei Zustimmungswerten um die 20 Prozent. Was denn da so katastrophal schief laufe, wollte Lanz wissen. "Gar nichts läuft katastrophal schief", antwortete Merz, "aber es hätte besser laufen können."

Merz selbst hätte einen „viel polarisierenderen Wahlkampf“ geführt was bei vielen aber nicht so gut ankomme, daher unterstütze er Armin Laschet.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Es kam zu der Aussage vom Anfang - dass Merz einen anderen Wahlkampf als Laschet geführt hätte. Er hätte ihn "polarisierender" gemacht, so Merz - was dann aber wiederum andere als unangenehm hätten empfinden können. Er ließ offen, ob die Union in Umfragen dann aber besser dastehen würde als aktuell. Was Merz mit "polarisierender" meint, machte er dann am Beispiel des politischen Mitbewerbers deutlich.

Die SPD grüßt aktuell von der Spitze der Umfragen-Rankings. Dabei galten die Sozialdemokraten schon als nahezu hoffnungslos abgeschlagen. Das Hoch hängt insbesondere mit der Person des Spitzenkandidaten Olaf Scholz zusammen.

Konkurrent Scholz als "Angriffsfläche"

Eben der bietet für Merz nun eine "Angriffsfläche, die noch kein anderer Bundesfinanzminister angeboten hat." Merz verwies auf die "schweren Finanzskandale" CumEx und Wirecard. Und auch die aktuellen Ermittlungen gegen Scholz‘ Staatssekretär Wolfgang Schmidt nahm Merz zum Anlass für Kritik.

Im angesprochenen Fall geht es um einen Tweet, den Schmidt wegen der Razzia im Bundesfinanzministerium abgesetzt hat. Darin war ein Dokumentenauszug zu sehen - der wohl nicht hätte zu sehen sein dürfen. Die Osnabrücker Staatsanwaltschaft sieht nun den Anfangsverdacht von "Verbotenen Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen" gegeben.

Demut und Optimismus

Hierbei handele es sich um Scholz‘ "wichtigsten Wegbegleiter", stellte Merz klar. In seinen Augen hätte Schmidt politisch "keinen weiteren Tag überleben dürfen". Lanz betonte daraufhin, dass in Bezug auf Schmidt die Unschuldsvermutung gelte. Und auch Unionspolitiker seien ja nicht frei von teils schwerwiegenden Fehlern. Ob etwa ein Andreas Scheuer dann auch gefeuert werden müsse, fragte Lanz. Das sei nicht seine Entscheidung, antwortete Merz. Er nannte die gescheiterte Maut einen "Fehler, der in dieser Bundesregierung passiert ist." Wie er diesen Fehler verhindert hätte, wollte Lanz anschließend wissen.

Ich hätte versucht, zu verhindern, dass es zu diesem Debakel kommt.
Friedrich Merz

Ein Satz, den Merz im - aus seiner Sicht - schlechtesten Fall in weniger als zwei Wochen so wiederholen könnte. Geschlagen geben wollen er und seine Partei sich aber noch lange nicht. Die Union habe noch "alle Chancen, das Ding zu gewinnen", so Merz in Hinblick auf die Bundestagswahl am 26. September. Er registriere einen "leichten, aber stetigen Stimmungsumschwung." Und weiter:

Ich habe den Eindruck, dass wir wieder stärkste Fraktion im Bundestag werden können.
Friedrich Merz

Bis dahin wolle man demütig und zurückhaltend gegenüber den Wählerinnen und Wählern sein. Merz‘ Botschaft an die eigenen Reihen: "Wir können das schaffen."

Deutscher Bundestag und ein Liniendiagramm zu historischen Umfragen
Grafiken

Stimmung in Deutschland - Bundestagswahl: Wie steht es in den Umfragen? 

Welche Partei liegt vorne? Wen wünschen sich die Deutschen ins Kanzleramt? Welche Themen sind am wichtigsten? Die Zahlen zur Bundestagswahl immer aktuell im Überblick.

von Robert Meyer
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.