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Interview

Migrationsexperte Gerald Knaus : "Wir haben Verantwortung für diese Menschen"

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Wie umgehen mit Menschen, die in einem Afghanistan unter den Taliban nicht sicher sind? Experte Gerald Knaus sieht Deutschland nach 20 Jahren Präsenz im Land in der Verantwortung.

Nach dem Rückzug der westlichen Länder aus Afghanistan fiel das Land in die Hände der radikalislamistischen Taliban. Für viele Afghaninnen und Afghanen ist derzeit völlig ungewiss, ob sie in ihrer Heimat nun überhaupt noch sicher sind. Und während am Flughafen in Kabul noch Menschen um die Ausreise bangen, diskutiert das politische Berlin über den Umgang mit möglichen Migrationsströmen.

Migrationsforscher Gerald Knaus spricht im heute journal über die Erfahrung aus der Migrationsbewegung 2015 - und seinen Blick auf das, was nun auf das Land zukommen könnte.

Das sagt Migrationsexperte Gerald Knaus über …

… die Wahrscheinlichkeit, dass sich 2015 wiederholen könnte:

"Es steht hier tatsächlich unglaublich viel auf dem Spiel. (...) Schaffen es diejenigen mit berechtigter Angst vor Verfolgung (...) aus dem Land heraus? Die Taliban kontrollieren die Grenzen. Die Nachbarn haben gesagt, sie werden die Grenzen schließen. Die Türkei hat die Grenzen geschlossen. Die echte Gefahr, die echte Herausforderung ist, dass die Menschen, die Schutz brauchen gar nicht rauskommen."

… die Möglichkeiten, Afghanen zu helfen:

"Es muss auch über das Ende der Evakuierungen hinaus darum gehen, dass wir Menschen, die den Alliierten geholfen haben, die auch aus anderen Gründen gefährdet sind, (…) weiterhin versuchen herauszuholen. Und das wird wahrscheinlich nur gehen entweder, wenn wir die Taliban daran erinnern, dass sie sie ausreisen lassen. (…) Oder wenn wir den Nachbarländern signalisieren: Wir helfen euch. Finanziell, aber auch durch Aufnahme."

… die Verantwortung Europas:

"Nach 20 Jahren Präsenz aber auch den ganzen menschlichen Kontakten, die wir dort hatten (…): Die [Afghanen] sind Risiken eingegangen. Daher haben wir Verantwortung für diese Menschen. Ich glaube aber auch, dass sehr viele Menschen in Deutschland das so empfinden.

Afghanistan ist sehr weit weg. Aber durch die Afghanen, die schon hier sind und durch alle, die die Zeit in Afghanistan verbracht haben, gibt es (...) doch eine breite Unterstützung dafür, (…) Schutzbedürftige herauszuholen."

Sehen Sie das Interview oben im Video in voller Länge.

Trümmer nach einem Autobombenanschlag in Afghanistan.

Nachrichten | Thema - Afghanistan 

Die USA und ihre Verbündeten haben nach 20 Jahren Krieg ihr Militär aus Afghanistan abgezogen. Die radikal-islamischen Taliban haben das Land zurückerobert. ...

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