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Partisanen im Kampf : Wie ukrainischer Widerstand Moskau ausbremst

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Der bewaffnete Widerstand der Ukraine bremst Russlands Invasions-Bemühungen. Doch auch der unbewaffnete Widerstand hat eine wichtige Funktion - und zeigt Wirkung.

Zerstörungen in Saporischschja
Russland hat Saporischschja nach heftigen Kämpfen eingenommen.
Quelle: picture alliance / abaca

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine gibt es aktiven Widerstand gegen die russischen Truppen in den bereits besetzten Gebieten. Anfänglich wurde der bewaffnete Widerstand von ukrainischen Truppen geleistet, denen es gelang, nicht überrannt zu werden, die aber hinter den russischen Linien festsaßen. Die Angriffe erfolgten sporadisch und unkoordiniert, waren jedoch in vielen Fällen effektiv.

Inzwischen hat sich der bewaffnete Widerstand besser koordiniert, bleibt aber geografisch gesehen zersplittert. Die Partisanen sind vor allem in den südlichen Teilen der besetzten Region Saporischschja sowie in der Stadt Cherson und ihrer Umgebung aktiv.

Der bewaffnete Widerstand führt in erster Linie Angriffe auf die militärische Infrastruktur Russlands durch, insbesondere auf seine Eisenbahnen und Kommunikationslinien. Außerdem werden Kollaborateure und separatistische Funktionäre zur Zielscheibe. Darüber hinaus versorgen die Partisanen das ukrainische Militär mit Informationen über die russischen Truppen vor Ort sowie über die Lage in den besetzten Gebieten.

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Auch unbewaffneter Widerstand wichtige Unterstützung

Auch der unbewaffnete Widerstand spielt eine bedeutende Rolle, sowohl aus moralischer als auch aus politischer Sicht. In den ersten Tagen und Wochen der Invasion protestierte die Bevölkerung von Cherson und einigen anderen Städten trotz der offensichtlichen Risiken aktiv gegen die russische Besatzung.

Damit zeigten sie sowohl dem Rest der Ukraine als auch der Außenwelt, dass Moskaus Hoffnungen, die Bevölkerung würde die russischen Besatzungstruppen willkommen heißen, spektakulär gescheitert waren, was vor allem in den ersten Wochen der Invasion moralisch wichtig war. Inzwischen ist es dem russischen Sicherheitsapparat jedoch gelungen, die Menschen davon abzuhalten, offen zu protestieren.

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Der Widerstand bremst die russischen Pläne aus

Eine ebenso wichtige Form des unbewaffneten Widerstands besteht darin, dass sich die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung weigert, sich in die von Russland geschaffenen Besatzungsstrukturen einzufügen. Moskau hat ernsthafte Probleme, genügend Kollaborateure zu finden, um auch nur die Grundlagen für eine funktionierende Besatzungsbehörde zu schaffen.

Dies ist der wohl wichtigsten politischen Aspekt des ukrainischen Widerstands: Er behindert aktiv Russlands Pläne, gefälschte oder manipulierte "Referenden" in den besetzten Gebieten zu organisieren, um einen Vorwand entweder für eine Annexion (wie 2014 auf der Krim geschehen) oder für die Schaffung neuer separatistischer "Volksrepubliken" (ähnlich der "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk) zu schaffen.

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Partisanen-Angriffe machen Referendum fast unmöglich

Für ein regionsweites Referendum wären Hunderte von Abstimmungsbezirken erforderlich, in denen insgesamt Tausende von Mitarbeitern an der Durchführung der Abstimmung beteiligt wären. Nimmt man die besetzten Regionen Cherson, Saporischschja und Charkiw zusammen, wären es wahrscheinlich eher Tausende von Bezirken.

Die Angriffe der ukrainischen Partisanen auf Kollaborateure machen es jedoch technisch fast unmöglich, irgendeine Art von "Referendum" zu organisieren, weil es für die Organisatoren und das Personal einfach zu gefährlich wäre. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass eine ausreichende Zahl von Einheimischen bereit wäre, das Risiko einzugehen, sich an der Organisation eines solchen Referendums zu beteiligen.

Der offensichtliche Mangel an bereitwilligem Personal ist Berichten zufolge einer der Hauptgründe, warum Russland noch kein Referendum in den seit Februar besetzten ukrainischen Gebieten organisiert hat.

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