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1.917.000.000.000 US-Dollar für das Militär

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Sipri-Bericht: Rüstungsausgaben - 1.917.000.000.000 US-Dollar für das Militär

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Die globalen Militärausgaben steigen auf gigantische, neue Höhen. Ein Hauptgrund: gefühlte oder tatsächliche Bedrohungen. Nur drei Staaten verweigern sich völlig dem Wettrüsten.

Archiv: Ein Messe-Besucher hält ein Gewehr des Deutschen Waffenherstellers Heckler und Koch am 14.03.2009 in Nürnberg
Weltweit haben Staaten Hunderte Milliarden für Waffen und Militär ausgegeben, so der Sipri-Bericht.
Quelle: dpa

Statusdenken, Konflikte rivalisierender Mächte oder die Angst der Autokraten vorm eigenen Volk: Das sind drei der wichtigsten Gründe für global steigende Militärausgaben.

Rüstungsriesen USA, China und Indien

Insgesamt haben die Staaten dieser Welt 2019 laut Internationalem Friedensforschungsinstitut Sipri in Stockholm die kaum fassbare Summe von 1.917.000.000.000 US-Dollar ausgegeben: 1.917 Milliarden US-Dollar also für die Gehälter von Armeeangehörigen, Waffen und Militäreinsätze.

Das mit Abstand größte Militärbudget haben mit 732 Milliarden US-Dollar weiterhin die USA, die damit aktuell einen Anteil von rund 38 Prozent an den weltweiten Militärausgaben halten. Mit Abstand folgen China (mit geschätzt 261 Milliarden US-Dollar) und Indien (71,1 Milliarden US-Dollar).

Sipri-Forscher: "Wettstreit zwischen den Großmächten"

Als Hauptgrund für die kräftig gestiegenen Militärausgaben der USA und China betrachtet Sipri-Forscher Pieter D. Wezeman einen "Wettstreit zwischen den Großmächten".

Die nachbarschaftlichen Konflikte zwischen China, Indien und Pakistan sorgen für ein zusätzliches Wettrüsten in Asien, das die Sipri-Forscher seit Jahren mit wachsender Sorge beobachten. In vier von fünf Weltregionen wuchsen die Militärausgaben 2019:

• Europa: + 5 %
• Asien und Ozeanien: + 4,8 %
• Nord- und Südamerika: + 4,7 %
• Afrika: + 1,5 %

Für die Konfliktregion Mittlerer Osten in seiner Gesamtheit kann Sipri keine gesicherten Zahlen präsentieren.

Das Wachstum bei den deutschen Militärausgaben kann zum Teil erklärt werden mit dem Empfinden einer gestiegenen Bedrohung durch Russland, das viele Mitgliedstaaten des Nordatlantischen Verteidigungsbündnisses, NATO, miteinander teilen.

Fakt ist hingegen: Auch in Europa stiegen die Militärausgaben zuletzt kräftig an – vor allem in Deutschland. Hierzulande wuchs das Militärbudget um zehn Prozent auf circa 43,2 Milliarden Euro. Sipri-Forscher Diego Lopes da Silva:

Das Sipri-Team berichtet so auch von teils sehr stark gestiegenen Rüstungsausgaben in den Ländern Mittelosteuropas. Insgesamt lagen die Militärausgaben der 29 NATO-Mitgliedsstaaten 2019 bei etwa 1.035 Milliarden US-Dollar (circa 958 Milliarden Euro). Zum Vergleich: Russlands Ausgaben lagen im selben Jahr bei 65,1 Milliarden US-Dollar.

Keine Armeen in Costa Rica, Island und Panama

Auffällig ist global betrachtet, wie stark viele Staaten ihre Haushalte durch Militärausgaben belasten. An der Spitze stehen dabei Länder des Mittleren Ostens. Saudi-Arabien etwa investiert acht Prozent des verfügbaren Geldes in sein Militär. Fast scheint es, als wäre die ganze Welt in einem Rüstungswettlauf. Aber es gibt drei echte Ausnahmen: Costa Rica, Island und Panama. Diese Staaten verzichten auf Militär! Ein Hauptgrund: Sie wollen unnötig hohe Kosten sparen.

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