Ukraine hofft auf monatliche Finanzhilfe aus Deutschland

    Monatliche Finanzhilfe :Kiew hofft auf 500 Millionen aus Deutschland

    25.10.2022 | 01:42
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    Wegen des russischen Angriffskrieges ist die Ukraine finanziell angeschlagen. Kiew pocht nun auf monatliche Gelder aus Deutschland und der EU, um den Staatshaushalt zu stützen.

    Zerstörte Gebäude und Autos in Kiew
    Zerstörte Gebäude und Autos in der Ukraine (Archivbild)
    Quelle: Reuters

    Die Ukraine hofft, dass Deutschland zur Finanzierung ihres Staatshaushalts in Kriegszeiten 500 Millionen Dollar (506 Millionen Euro) pro Monat überweist. "Es geht um einen verlässlichen Zeitplan - zumindest für das nächste halbe Jahr", sagte der Wirtschaftsberater von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Alexander Rodnyansky, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

    Wir brauchen jeden Monat vier bis fünf Milliarden Dollar für unseren Haushalt.

    Alexander Rodnyansky, Wirtschaftsberater

    Man glaube, dass Deutschland "etwa 500 Millionen Dollar pro Monat übernehmen könnte, vor allem mit Blick auf das Jahr 2023". Aus der EU hoffe die Ukraine auf rund zwei Milliarden Dollar pro Monat.

    40 Prozent der Energie-Infrastruktur zerstört

    Bei den jüngsten russischen Drohnen- und Raketenangriffen wurden Rodnyansky zufolge 30 Prozent der Kraftwerke und 40 Prozent der Energie-Infrastruktur zerstört. Zuvor habe die Ukraine Strom exportiert und wichtige Einnahmen erzielt. Das habe die Währung gestützt und die Zentralbankreserven stabilisiert.
    Leider hätten die Russen "ihr Ziel, die ukrainischen Stromexporte abzuwürgen, erreicht", so der Berater. Die Angriffe seien auch ein gezielter Schlag gegen die Energiesicherheit der EU.
    An Soforthilfe für die Ukraine erhofft sich Rodnyansky vom Westen Dieselgeneratoren, Notstromgeneratoren oder mobile Kraftwerke.

    Konkrete Strategie für den Wiederaufbau

    Zur Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine, die an diesem Dienstag in Berlin beginnt, sagte Rodnyansky: "Wir erhoffen uns eine bessere Koordinierung mit den westlichen Partnern, damit wir uns auf einen Plan einigen können."
    Es gehe aber auch um die konkrete Strategie für den Wiederaufbau. "Wir müssen klären, welche Industrien wir fördern sollten", sagte der Berater. Die Konferenz beschäftige sich mit den "mittel- bis langfristigen Herausforderungen" nach dem Krieg.
    Der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal hatte auf der deutsch-Urkainischem Konferenz für Wiederaufbau am Montag den Finanzbedarf für den Wiederaufbau auf 750 Milliarden Dollar beziffert. Bundeskanzler Olaf Scholz zufolge müsse dabei bedacht werden, dass das Land künftig EU-Mitglied sein soll.
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