Sie sind hier:

Studie zum Mindestlohn - Ampel-Plan hilft 8,6 Millionen Beschäftigten

Datum:

Die Ampel plant die Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro. Das hätte für Millionen Beschäftigte positive Auswirkungen, so eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung.

Archiv: Eine Gebäeudereinigerin wischt einen Flur
Der aktuelle Mindestlohn liegt seit Juli 2021 bei 9,60 Euro.
Quelle: dpa

Etwa 8,6 Millionen Beschäftigte in Deutschland verdienen einer Studie zufolge weniger als zwölf Euro brutto pro Stunde. Sie würden von einer Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf zwölf Euro profitieren, wie sie die angestrebte Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP für das nächste Jahr plant.

Etwa zwei Drittel von ihnen sind Frauen, wie die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Beschäftigte ohne Tarifvertrag sind den Angaben nach rund dreimal so häufig von Löhnen unter zwölf Euro betroffen wie Menschen, die nach Tarif bezahlt werden.

Der Mindestlohn ist ein Thema, auf das sich die Ampel-Sondierer geeinigt haben.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

"Ein Mindestlohn von zwölf Euro findet nicht nur breite Zustimmung, er würde auch für viele Beschäftigte spürbare Lohnsteigerungen bedeuten", erklärte der Düsseldorfer Arbeitsmarktexperte Toralf Pusch. In seiner Untersuchung hat Pusch nach Angaben der Stiftung die neuesten verfügbaren Daten des sozio-ökonomischen Panels (SOEP) von 2019 und des Statistischen Bundesamts ausgewertet und für das Jahr 2021 fortgeschrieben.

Viele verdienen im Hauptjob weniger als zwölf Euro

Damit könne der Forscher zur Gesamtzahl der Beschäftigten, die aktuell für weniger als zwölf Euro arbeiten, "erstmals eine verlässliche Hochrechnung für das laufende Jahr vorlegen", erklärte die Hans-Böckler-Stiftung.

Nach Puschs Analyse verdienen 7,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in ihrem Hauptjob derzeit weniger als zwölf Euro in der Stunde. 1,3 Millionen erhalten in einer Nebentätigkeit einen Lohn unter zwölf Euro. Von den Hauptjobs seien rund drei Millionen Vollzeit- und knapp 4,3 Millionen Teilzeitstellen.

"Für Investitionen in die Zukunft" gäbe es genügend Spielraum, so der SPD-Parteivorsitzende Norbert Walter-Borjans. Themen wie "Mindestlohn, eine stabile Rente und bezahlbares Wohnen" seien unumgänglich.

Beitragslänge:
5 min
Datum:

Bessere Bedingungen im Gesundheitswesen

Rund 30 Prozent der Beschäftigten, die in ihrem Hauptjob nicht nach Tarif bezahlt werden, arbeiten aktuell für weniger als zwölf Euro pro Stunde, heißt es in der Studie weiter. Mit Tarifvertrag seien es lediglich 9,5 Prozent.

Diese Zahlen zeigen laut Pusch, dass der höhere Mindestlohn "keinen tiefen Eingriff in die Tarifautonomie" bedeute, sondern "vor allem eine wirksame Stütze zur Stabilisierung der Löhne von Beschäftigten ohne Tarifvertrag" wäre.

Laut Pusch werden vor allem im Einzelhandel, dem Gesundheitswesen, der Gebäudebetreuung, der Gastronomie und dem Sozialwesen Löhne unter zwölf Euro gezahlt. Betroffen seien Verkäuferinnen und Verkäufer, medizinische Fachangestellte, Köche sowie Hilfskräfte in Reinigung, Hauswirtschaft, Küchen und Logistik.

ZDFheute Update

Nachrichten | In eigener Sache - Jetzt das ZDFheute Update abonnieren 

Starten Sie gut informiert in den Tag oder Feierabend. Verpassen Sie nichts mit unserem kompakten Nachrichtenüberblick am Morgen und Abend. Jetzt bequem und kostenlos abonnieren.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.