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79-facher teils schwerer sexueller Missbrauch

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Bergisch Gladbach - 79-facher teils schwerer sexueller Missbrauch

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Heute soll das Urteil im Missbrauchsfall von Bergisch Gladbach fallen. Ein 43-Jähriger soll seine Tochter teils schwer sexuell misshandelt haben. Der Mann ist Teil eines Netzwerks.

Im Prozess gegen einen zentralen Verdächtigen im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach wird heute das Urteil erwartet. Dem Angeklagten drohen dreizehneinhalb Jahre Haft.

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Der Angeklagte Jörg L. ist der Typ von Nebenan: Ein durchschnittlich großer, 43-jähriger Mann, Jeans, Pulli. Sein Gesicht versteckt er bei Gericht vor den Kameras hinter einem Aktendeckel, beklebt mit Bildern aus dem US-amerikanischen Justiz-Drama "Der Strafverteidiger". Der Mann ist angeklagt wegen 79-fachen zum Teil schweren sexuellen Missbrauchs.

Die Staatsanwaltschaft zeichnet ein grauenhaftes Bild: Jörg L. nutzte die Abwesenheit seiner Ehefrau, um seine Tochter zu missbrauchen. Zum ersten Mal am 1. Juli 2017. Da ist das Mädchen gerade 3 Monate alt. Und von da an misshandelt er das Kind regelmäßig, immer wieder, am Ende fast täglich. Das Mädchen ist nirgendwo sicher vor seinem Vater. Er quält und vergewaltigt seine Tochter überall im Haus. Und sogar im gemeinsamen Urlaub im Ferienhaus.

Bei der jüngsten bundesweiten Razzia im Zusammenhang mit dem Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach hat die Polizei mehr als 2000 Beweismittel sichergestellt. Bei den Razzien hatten die Ermittler 50 Tatverdächtige im Visier.

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Pädophile Taten mit Handy gefilmt

Der Prozessauftakt am 17.August 2020 ist öffentlich. Die Staatsanwältin benötigt mehr als eine Stunde, um die Taten aufzulisten. Sie geschehen meistens morgens um 8 Uhr. Jörg L. macht Fotos und filmt mit seinem Handy. Man hört das Mädchen wimmern, einmal ruft es seine Mutter um Hilfe.

Der Vater schickt das Material später unter anderem über den verschlüsselten Messenger-Dienst Threema an Gleichgesinnte. Einer von Ihnen nennt sich "Hubi 123", wie die Polizei ermittelt. Bis heute wissen die Beamten nicht, wer sich hinter diesem Decknamen verbirgt.

Fall in Bergisch Gladbach offenbart bundesweites Netzwerk

Auf die Spur von Jörg L. kommen die Ermittler eher zufällig im Zuge eines anderen Verfahrens wegen Kinderpornografie. Im Oktober 2019 durchsuchen sie das Einfamilienhaus des gelernten Hotelfachmanns in Bergisch Gladbach. Da ahnen sie noch nicht, dass sie im Zuge ihrer Ermittlungen auf ein bundesweites Netzwerk stoßen werden.

Später gibt es in jedem Bundesland Ermittlungen und teils auch Hausdurchsuchungen. 70 Beschuldigte sind inzwischen identifiziert, sieben befinden sich in U-Haft, zwei in Strafhaft, elf sind angeklagt.

Oft sind die Täter keine Fremden: Bekannte, Verwandte, Nachbarn, Eltern. Die wenigsten landen vor Gericht. Kann man es Kindern zumuten, dort auszusagen?

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Ermittlungsgruppe "Berg": 50 Kinder bisher identifiziert und frei

Im Kölner Polizeipräsidium ist die Ermittlungsgruppe "Berg" seit fast einem Jahr dabei, Tausende von Fotos, Videos und Chats zu durchforsten. Noch immer sind 130 Kriminalbeamte mit dem bisher größten Missbrauchskomplex in Deutschland befasst - anfangs waren es sogar 300. Für die Beamten sind die Auswertungen neben den intensiven Ermittlungen auch psychisch belastend.

Die sogenannten Auswerter sitzen im Polizeipräsidium in einem großen Raum zusammen, sie sollen sich gegenseitig stützen, bei Bedarf stehen Psychologen und Seelsorger bereit. Die Ermittler wollen nur eines: möglichst viele Kinder aus den Fängen ihrer Peiniger befreien und weitere Täter enttarnen. Inzwischen ermittelt die Polizei gegen 30.000 Unbekannte, die sich hinter Pseudonymen im Internet bewegen.

Im Missbrauchskomplex von Bergisch-Gladbach gibt es laut Ermittlern 30.000 digitale Spuren. Es handele sich um internationale pädokriminelle Netzwerke.

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Staatsanwalt fordert Sicherungsverwahrung

Auf Antrag der Nebenklagevertreterin hat der Prozess gegen den 43-jährigen Vater nach dem Eröffnungstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden - zum Schutz des inzwischen dreijährigen Mädchens und seiner Mutter. Das Scheidungsverfahren des Ehepaares läuft. Die Staatsanwaltschaft hat eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 6 Monaten und die Unterbringung des Angeklagten in der Sicherungsverwahrung gefordert.

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