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Schwere Vorwürfe gegen die Länder

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Missbrauchsbeauftragter Rörig - Schwere Vorwürfe gegen die Länder

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Der Missbrauchsbeauftragte Rörig erhebt schwere Anschuldigungen gegen die Länder: Sie müssten viel mehr zum Schutz der Kinder tun - das bisherige Vorgehen sei "unverantwortlich".

Missbrauchsbeauftragter Johannes-Wilhelm Rörig äußert sich zu den Missbrauchsfällen von Münster.
Missbrauchsbeauftragter Johannes-Wilhelm Rörig.
Quelle: dpa

Infolge der jüngsten Missbrauchsskandale wirft der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, den Landesregierungen schwere Versäumnisse vor.

Kampf gegen Missbrauch priorisieren

Rörig kritisierte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung", "dass neben Nordrhein-Westfalen nicht alle anderen Bundesländer aktiver geworden sind nach den Fällen in Staufen, Bergisch Gladbach, Lügde und Münster". Sie müssten den Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch nun endlich zur "Chefsache" machen.

Die Politik brauche immer erst Skandale, um Konsequenzen zu ziehen, kritisierte Rörig. Bei den Landesregierungen erlebe er eine fatale Sturheit, die "unverantwortlich" sei.

Das regt mich richtig auf.
Johannes-Wilhelm Rörig

Man dürfe die Dinge nicht einfach so laufen lassen und hoffen, dass das eigene Bundesland nicht von einem Skandalfall betroffen ist, so Rörig.

Kindesmissbrauch ist eines der schlimmsten Verbrechen, vor allem wenn die Täter zum engsten Umfeld gehören.

Beitragslänge:
44 min
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Mehr Selbstkritik bei den Ländern

Die Bundesländer müssen aus Rörigs Sicht "endlich eine ordentliche Defizit- und Bestandsanalyse machen" hinsichtlich aller Behörden, die dem Kindeswohl dienen: Jugendämter, Ermittlungsbehörden und Justiz.

"Wir müssen wissen: Wie ist die Arbeitsbelastung? Fehlt Personal? Ist Raum für kritische Reflexion im Team? Wie ist der Qualifizierungsstand?", skizzierte Rörig den Handlungsbedarf.

Sehr großes Dunkelfeld ist bekannt

Er hob hervor, auch den Landesregierungen sei bewusst, dass es bei Kindesmissbrauch ein sehr großes Dunkelfeld gebe.

Es geht folglich um das Schicksal von vielen Tausend Jungen und Mädchen. Ihr Wohl zu schützen, muss sich jedes Land auf die Fahnen schreiben.
Johannes-Wilhelm Rörig

Lobende Worte fand Rörig für das Reformpaket von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD). "Viele unserer Forderungen finden sich darin wieder - zum Beispiel, dass sexueller Kindesmissbrauch kein Vergehen ist, sondern ein Verbrechen", sagte er.

Regierung "hat das Gesamtbild vor Augen"

Außerdem sei es erfreulich, dass die Bundesregierung sich nicht auf das Strafrecht beschränke, "sondern das Gesamtbild vor Augen hat, also auch die Prävention, das notwendige Zusammenspiel von Jugendämtern, Ermittlungsbehörden und Familiengerichten, Landesmissbrauchsbeauftragte und vieles mehr".

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