ZDFheute

Ratingagentur stuft Großbritannien herab

Sie sind hier:

Wegen Brexit-Politik und Corona - Ratingagentur stuft Großbritannien herab

Datum:

Die Ratingagentur Moody's stuft Großbritannien herab. Grund seien die Unfähigkeit, ein Handelsabkommen mit der EU für die Zeit nach dem Brexit zu schließen sowie die Corona-Krise.

Die englische Flagge weht an einem Souvenirstand vor dem britischen Parlament in London.
Das britische Parlament.
Quelle: dpa

Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Großbritanniens wegen des Brexit herabgestuft. Moody's erklärte, die Note werde von Aa2 um eine Stufe auf Aa3 gesenkt. Großbritannien liegt damit auf einem Niveau wie Belgien oder Tschechien.

Wachstum bedeutend schwächer als erwartet

Seit der letzten Herabstufung Großbritanniens im September 2017 sei die "wirtschaftliche Stärke Großbritanniens zurückgegangen". "Das Wachstum ist bedeutend schwächer als erwartet und das dürfte zukünftig so bleiben", erklärte Moody's.

Unter anderem hätten sich die Aussichten durch den Brexit und durch die Unfähigkeit, ein Handelsabkommen mit der EU zu schließen, verschlimmert. Auch die Covid-19-Pandemie dürfte ihre Spuren hinterlassen.

Großbritannien ist nach den Worten von Premierminister Boris Johnson zu einem Ausstieg aus den Brexit-Gesprächen über ein Handelsabkommen mit der EU bereit.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Staatliche Institutionen wurden geschwächt

Hinzu komme, dass die Finanzkraft des Staates abgenommen habe und die staatlichen Institutionen sowie die Führung in den vergangenen Jahren geschwächt worden seien.

Moody's veränderte zugleich den Ausblick von negativ auf stabil. Das bedeutet, dass die Agentur mittelfristig keine weitere Herabstufung Großbritanniens erwartet. Die Moody's-Ratings zwischen Aa1 und Aa3 entsprechen einem "sehr geringen Kreditrisiko". Das beste Rating Aaa bedeutet ein "minimales" Kreditrisiko.

Großbritannien noch im EU-Binnenmarkt

Großbritannien war zum 1. Februar aus der EU ausgetreten. Bis Jahresende bleibt das Land aber noch im EU-Binnenmarkt und der Zollunion. Diese Übergangsphase wollten beide Seiten eigentlich nutzen, um ein Handelsabkommen zu erzielen.

Die Gespräche kommen aber seit Monaten kaum voran. Nach einem EU-Gipfel sagte der britische Premierminister Boris Johnson zuletzt, weitere Verhandlungen über ein Handelsabkommen seien sinnlos, sollte Brüssel seine Position nicht "grundsätzlich ändern".

Das von der Downing Street zur Verfügung gestellte Bildschirmfoto zeigt wie Boris Johnson, Premierminister, eine Erklärung zu den Handelsgesprächen nach Brexit abgibt.
Kommentar

Kommt der No-Deal-Brexit? -
Johnsons Paukenschläglein
 

Der britische Premierminister Johnson kündigt an, sich auf einen No-Deal-Brexit einzulassen. Das ist nur ein Paukenschläglein, kommentiert Brüssel-Korrespondent Stefan Leifert.

von Stefan Leifert
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.