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Anschlag auf Präsident Moïse - Haiti fordert US-Unterstützung an

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Nach dem Mord an Haitis Präsident Jovenel Moïse sollen jetzt auch US-Behörden die Ermittlungen unterstützen. Inzwischen gibt es bereits zwanzig Festnahmen in dem Fall.

Haiti droht nach dem Mord an Präsident Moïse, noch tiefer ins Chaos abzurutschen - auch, weil unklar ist, wer nun die politische Führung übernimmt.

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Auf Bitten aus Haiti würden hochrangige Beamte der US-Bundespolizei FBI sowie des Heimatschutzministeriums so bald wie möglich in die Hauptstadt Port-au-Prince geschickt, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki. Die "New York Times" berichtet zudem unter Berufung auf den haitianischen Wahlminister Mathias Pierre, die frühere Besatzungsmacht USA sei auch gebeten worden, Truppen zu schicken. Dafür gab es aber zunächst keine Bestätigung.

Kolumbianische Söldner und US-Amerikaner haitianischer Herkunft sollen den Mord begangen haben. "Es war ein Kommando von 28 Angreifern, darunter 26 Kolumbianer, die die Operation zur Ermordung des Präsidenten durchführten", hatte Interims-Polizeichef Leon Charles zuvor mitgeteilt.

Kolumbien will mit Haiti zusammenarbeiten

18 der kolumbianischen Staatsbürger sowie zwei US-Bürger mit haitianischen Wurzeln wurden demnach festgenommen, drei Kolumbianer getötet. Fünf Angreifer befänden sich noch auf der Flucht. Die Polizei hatte am Mittwoch zunächst von vier erschossenen "Söldnern" gesprochen.

Der kolumbianische Verteidigungsminister Diego Molano bestätigte, dass es sich um Staatsbürger seines Landes handle. Nach ersten Informationen seien mindestens sechs der Beteiligten "ehemalige Mitglieder der nationalen Streitkräfte", so Molano. Er habe Polizei und Armee angewiesen, mit den haitianischen Behörden zusammenzuarbeiten.

Die Hintergründe des Attentats und die Motive blieben weiterhin unklar. Der 53 Jahre alte Staatschef Moïse war in der Nacht zum Mittwoch in seiner Residenz erschossen worden. Seine Frau Martine wurde schwer verletzt.

Die Festgenommenen waren bei der haitianischen Polizei mit angelegten Handfesseln auf dem Boden sitzend zu sehen. Manche von ihnen waren sichtbar verletzt. Auf einem Tisch lagen Gegenstände, die beschlagnahmt worden sein sollen: mehrere automatische Waffen, Macheten, Vorschlaghammer, kolumbianische Reisepässe und Handys.

Machtvakuum in Haiti nach Attentat

Mindestens zwei der Festgenommenen waren offenbar von aufgebrachten Menschengruppen gefangengenommen worden, wie auf Videos in Sozialen Medien zu sehen war. Zivilisten hatten laut Interims-Polizeichef Charles auch Fahrzeuge angezündet, die mutmaßlich bei dem Attentat zum Einsatz kamen.

Das Attentat hinterlässt ein Machtvakuum. Da eine für Oktober 2019 vorgesehene Parlamentswahl unter anderem wegen heftiger Proteste gegen Moïse ausgefallen war, gibt es dort seit Januar 2020 kein handlungsfähiges Parlament mehr. Moïse regierte seither per Dekret.

Haiti ist eines der ärmsten Länder der Welt. Wie dramatisch schlecht die Lage in dem Karibik-Staat ist, hat die Ermordung des Präsidenten Moise brutal vor Augen geführt. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Tatverdächtige festgenommen wurden.

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Erst am Montag hatte Moïse den Neurochirurgen Ariel Henry zum Interims-Premierminister ernannt. Den Titel hatte seit April Joseph inne, der allerdings mangels Parlament nie verfassungsmäßig in dem Amt des Regierungschefs bestätigt wurde.

Weil Henry bisher nicht vereidigt wurde, erklärte sich Joseph zum amtierenden Interims-Premierminister. Sein Kabinett rief nach dem Attentat im ganzen Land den Ausnahmezustand aus. Die Regierung bekommt damit für zwei Wochen zusätzliche Befugnisse. Nun droht das Land mit seinen elf Millionen Einwohnern, weiter in politisches Chaos abzugleiten.

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