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"Hoffnung wird immer wieder zerstört"

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Helfer über Menschen in Moria - "Hoffnung wird immer wieder zerstört"

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1.553 Flüchtlinge will Deutschland nach dem Brand in Moria von den griechischen Inseln aufnehmen. Niklas Fischer von "Mission Lifeline" hat noch keine große Hoffnung.

Niklas Fischer von der Hilfsorganisation "Mission Lifeline" gibt erste Einschätzungen von Lesbos.

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Die Bundesregierung will nach dem Brand im griechischen Flüchtlingslager Moria insgesamt 1.553 Menschen in Deutschland aufnehmen. Niklas Fischer von der Organisation "Mission Lifeline" ist auf Lesbos. Die Nachricht wollte er den Flüchtlingen dort aber noch nicht mitteilen.

Fischer: "Keine große Hoffnung"

Er habe nicht den Mut gehabt, "den Leuten diese Hoffnung in Aussicht zu stellen". Sie würden immer wieder aufs Neue hoffen, doch "die Hoffnung wird immer wieder zerstört durch eine unfassbar unmenschliche Behandlung ihnen gegenüber".

Bereits im März sei die Zahl 1.500 schon einmal in den Raum gestellt worden, seitdem sei aber nicht allzu viel passiert. Einmal seien 400 Menschen gekommen. Die neue Zahl betreffe nun außerdem nicht nur die Menschen aus Moria, sondern von allen griechischen Inseln. Es bleibe abzuwarten, wie viele Lesbos verlassen dürfen.

Deswegen habe ich keine große Hoffnung und viel weniger würde ich jemandem hier unter den Geflüchteten Hoffnung machen wollen.
Niklas Fischer, Mission Lifeline

Union und SPD haben sich geeinigt: Deutschland wird zusätzlich zu den 150 Minderjährigen 1.553 weitere Geflüchtete aufnehmen, allesamt Familien von den griechischen Inseln.

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Viele leben noch auf der Straße

Nach dem Brand in Moria sind auf Lesbos Zelte aufgestellt worden. Einige hundert Menschen sind bisher eingezogen. Der Rest lebt noch auf der Straße, so Fischer. Viele würden aber auch nicht in ein neues Camp einziehen wollen. Die Leute seien müde und zermürbt.

Die Stimmung sei angespannt, auch in der Bevölkerung von Lesbos. Diese sei müde von der Flüchtlingspolitik, auch durch Versprechen, die nicht eingehalten worden seien. "Dieser Ärger schlägt auch unter Einheimischen immer wieder in Gewalt um."

Fischer: Flüchtlinge haben nach Brand in Moria nichts mehr

Zu Spekulationen, dass Flüchtlinge für den Brand in Moria verantwortlich gewesen seien, sagte Fischer, dass das nicht bewiesen sei. Und selbst in dem Fall seien es nur einige wenige gewesen, weshalb man nicht pauschal über die Menschen dort urteilen könne. Für die Flüchtlinge sei der Brand "ein großes Drama" gewesen.

Wenn man von einer noch so erbärmlichen Struktur sprechen kann, hatten sie dort eine Struktur. Jetzt haben die Leute gar nichts mehr.
Niklas Fischer, Mission Lifeline

Es gebe vielleicht einmal am Tag etwas zu essen, dazu müsse man stundenlang anstehen. Außerdem gebe es keine sanitären Anlagen und keine medizinische Versorgung. Die Flüchtlinge fänden es "also bestimmt nicht gut, dass das alte Camp abgebrannt ist".

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