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Nach Putsch in Myanmar - Militärs: "Sanktionen treffen uns nicht"

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38 Menschen starben am Mittwoch in Myanmar: der blutigste Tag seit dem Militärputsch im Februar. Der UN-Sicherheitsrat berät Sanktionen. Die Militärs in Myanmar kümmert das wenig.

Bei den Protesten gegen den Militärputsch in Myanmar sind allein am Mittwoch mindestens 38 Menschen gestorben. Die UN-Sondergesandte sprach vom blutigsten Tag seit dem Putsch.

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UN-Sanktionen und Isolation schrecken Myanmars Militärjunta nicht. Im Gespräch mit der UN-Gesandten für Myanmar, Christine Schraner Burgener, zeigten sich die Vertreter der Militärjunta diese Woche kompromisslos: "Auf meinen Hinweis, dass der Sicherheitsrat drastische Maßnahmen treffen könnte", antworteten sie:

Sanktionen treffen uns nicht, das haben wir schon in der Vergangenheit gezeigt. Wir haben gelernt mit wenigen Freunden zu überleben.
Vertreter der Militärs von Myanmar

Verhandlungswille klingt anders. Nach dem bisher blutigsten Tag seit der Machtergreifung durch das Militär versucht die internationale Gemeinschaft noch dringlicher zwischen dem Militär und seinen Gegnern zu vermitteln.

Härte gegen Demonstranten - UN: Mindestens 38 Tote in Myanmar  

Nach dem Putsch in Myanmar haben die Militärmachthaber die Gewalt gegen Demonstranten weiter eskaliert. Die UN sprechen von 38 Toten an einem Tag.

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Für heute ist eine weitere Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats in New York geplant. Besonderes Augenmerk liegt auf China. Das Land war in der langen Zeit der internationalen Isolation der wichtigste "Freund", auf den die Generäle setzen konnten.

Verhärtete Fronten zwischen Myanmars Bevölkerung und Militärs

So verhärtet die Einstellung des Militärs auf der einen Seite, so entschlossen der Kampf auf der anderen Seite, die im November letzten Jahres demokratisch gewählte Regierung wieder an die Spitze des Landes zu bringen.

Wir wollen keine Militärdiktatur, deswegen werden wir kämpfen bis sie abtreten. Wir und unsere Eltern haben lange genug unter ihnen gelitten. Sie müssen weg!
San San Shwe, Demonstrant

Waren es anfangs zum größten Teil junge Menschen, die auf die Straße gingen und mit humorvoll-provokativen Aktionen das Militär von der Macht vertreiben wollten, haben sich in der Zwischenzeit große Teile der Bevölkerung dem Civil Disobedience Movement (CDM) - Zivilem Ungehorsam - angeschlossen.

Seit Wochen gehen die Menschen in Myanmar auf die Straße, demonstrieren gegen die Militärdiktatur - die immer härter gegen Proteste vorgeht. Täglich gibt es Festnahmen, Verletzte, Tote. Doch aufgeben wollen die Menschen nicht.

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Zur Demo mit Blutgruppe und Telefonnummer auf dem Arm

Sie sind sich der Gefahren bewusst, die sie damit eingehen. Viele der Demonstranten schreiben ihre Telefonnummern und Blutgruppe mit wasserfesten Markern auf die Arme.

Meine Angst lasse ich Zuhause. Natürlich weiß ich, dass schon viele gestorben sind. Aber wir müssen uns verteidigen. Ich kann es nicht anders sagen, aber das Militär terrorisiert die Zivilbevölkerung.
Sut Seng Htoi, Demonstrant

Das Militär reagiert mit zunehmender Härte auf die Proteste. "Alles wird OK", stand auf dem T-Shirt, das die junge Frau Kyal Sin am Mittwoch trug. Eine hoffnungsvolle Vision der neunzehnjährigen Demonstrantin, die an diesem Tag mit zehntausend anderen Menschen gegen die Machtübernahme der Militär-Junta in Mandalay demonstrierte.

Am Donnerstag wurde sie beigesetzt, eines der 38 Todesopfer des Vortages. Ihre Beerdigung wurde zu einem weiteren Symbol des Widerstandes. "Kabar Makyay Bu – bis zum bitteren Ende", sangen die Trauernden. Das Symbol eindeutig: Wir geben nicht auf, wir werden weiter protestieren.

Zehntausende Demonstrierende ziehen durch die Straßen der burmesischen Wirtschaftsmetropole Yangon. Sie lehnen sich gegen die Militärjunta auf: Die setzte die bisherige De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi fest und übernahm die Regierungsgewalt.

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UN hoffen auf Dialog mit Militärs

Eine Lösung für diesen verhärteten Konflikt zu finden, scheint immer schwieriger. Im Hinblick auf die heutige Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates beurteilt Christine Schraner Burgener die Effizienz möglicher Sanktionen kritisch:

Ich denke, Maßnahmen müssen getroffen werden. Aber meine Rolle wird weiterhin sein, den Dialog mit der Armee zu suchen. Denn Dialog ist die einzige Möglichkeit diesen Konflikt zu beenden.
Christine Schraner Burgener, UN-Gesandte

Nicole Vitense-Lukat arbeitet im ZDF-Studio Singapur.

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