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Erneute Proteste im Iran gegen Regierung

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Vertuschung nach Flugzeugabsturz - Erneute Proteste im Iran gegen Regierung

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Im Iran demonstrieren Menschen weiter gegen ihre Regierung. Die Wut über die tagelange Vertuschung der wahren Absturzursache ist groß. Auch US-Präsident Trump mischt sich ein.

Iran hat erst geleugnet, dann zugegeben, dass sein Militär ein Passagierflugzeug abgeschossen hat. Seitdem demonstrieren Hunderte Menschen gegen die iranische Führung. US-Präsident Trump stellte sich per Twitter auf ihre Seite.

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Trotz einer starken Polizeipräsenz sind Iraner am Sonntagabend erneut auf die Straße gegangen und haben gegen die tagelangen Falschinformationen wegen des Abschusses des ukrainischen Passagierflugzeugs protestiert. Im Internet wurden Videos veröffentlicht, auf denen Protestierende zu sehen waren, die Slogans gegen die Regierung riefen und sich durch U-Bahn-Stationen und über Gehwege bewegten. Viele davon waren in der Nähe des Teheraner Asadi-Platzes, nachdem zu einer dortigen Demonstration aufgerufen worden war.

In anderen Videos wurde von ähnlichen Protesten in anderen iranischen Städten berichtet. Auf manchen Aufnahmen setzte die Polizei sporadisch Tränengas ein, doch zunächst war kein hartes Vorgehen auf breiter Front zu erkennen. Zuvor hatte sich auf dem Platz Vali-e Asr, an der Universität von Teheran und andernorts Bereitschaftspolizei in Stellung gebracht.

Iran räumte Abschuss erst mit Verzögerung ein

Nach dem Absturz der ukrainischen Passagiermaschine am Mittwoch und dem Tod aller 176 Insassen hatten iranische Funktionäre zunächst bestritten, dass diese abgeschossen worden war. Erst am Samstag räumte der Iran ein, dass aus Versehen eine Luftabwehrrakete auf das Passagierflugzeug abgefeuert worden sei. Die meisten Opfer waren Iraner und iranischstämmige Kanadier.

Mehrere Rücktritte aus Protest gegen Vertuschung

Ein reformorientiertes Mitglied des Stadtrats von Teheran, Bahareh Arwin, teilte in sozialen Medien mit, dass er aus Protest gegen die Lügen und Korruption zurücktrete.

"Mit dem gegenwärtigen Mechanismus gibt es keine Hoffnung auf Reform", erklärte er. Mehrere iranische Künstler, darunter der bekannte Regisseur Masud Kimiai, sagten einem bevorstehenden Filmfestival ab. Zwei Moderatoren des Staatsfernsehens traten aus Protest gegen die falschen Angaben zur Absturzursache zurück.

Proteste nach Flugzeugabschuss - Wütende Iraner fordern Chameneis Rücktritt

Der Iran räumt den Abschuss des Passagierflugzeugs ein. Die Bevölkerung reagiert wütend: Bei Protesten fordern Iraner den Rücktritt von Staatsoberhaupt Ajatollah Chamenei.

US-Präsident Donald Trump unterstützte die Demonstranten und warnte die iranische Regierung vor einer blutigen Niederschlagung regierungskritischer Proteste. "An die Führung im Iran - töten nicht Eure Demonstranten", twitterte Trump. Die Welt "und was noch wichtiger ist, die USA", würden die Ereignisse im Iran genau beobachten.

Mahnwachen schlagen in Protest um

Sicherheitskräfte hatten schon am Samstagabend Versammlungen an Teheraner Universitäten unter Einsatz von Tränengas aufgelöst, die als Mahnwachen für die Opfer des Absturzes begannen, dann aber in Protest gegen die Führung umschlugen, die tagelang die Verantwortung für den Absturz bestritten hatte. Erst am Samstag wurde eingeräumt, dass aus Versehen eine Luftabwehrrakete auf das Passagierflugzeug abgefeuert worden sei.

Der britische Botschafter Robert Macaire wurde bei einer der Kundgebungen am Samstagabend festgenommen. Er habe nicht gewusst, dass es eine politische Demonstration werden würde, erklärte er. Nach fünf Minuten sei er gegangen, als einige begonnen hätten, Parolen zu skandieren. Diese richteten sich auch gegen den Obersten Führer, Ajatollah Ali Chamenei. Der Botschafter wurde nach eigenen Angaben eine halbe Stunde, nachdem er die Versammlung verlassen hatte, festgenommen.

Außenminister Dominic Raab sagte, die Verhaftung sei eine "flagrante Verletzung des internationalen Rechts" gewesen. Der stellvertretende iranische Außenminister Abbas Araghchi twitterte später, Macaire sei "als ein unbekannter Ausländer bei einer illegalen Versammlung" festgenommen worden. Nachdem er bei einem Telefonat mit Macaire gewahr geworden sei, dass es sich um den Botschafter handelte, sei dieser freigelassen worden. Das iranische Außenministerium teilte mit, dass es Macaire später wegen dessen "illegaler und unpassender Anwesenheit" bei dem Protest einbestellt habe. "

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