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Ankündigung wird umgesetzt - Emirate boykottieren Israel nicht mehr

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Seit 1972 waren Beziehungen und Geschäfte zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel untersagt. Präsident, Scheich Al-Nahjan hat nun den Boykott per Dekret aufgehoben.

Flaggen Vereinigte Arabische Emirate und Israel
Flaggen Vereinigte Arabische Emirate und Israel
Quelle: imago/dpa

Die Telefonverbindung steht, bald soll der erste Direktflug zwischen Tel Aviv und Abu Dhabi starten. Die Vereinigten Arabischen Emirate gehen bei der Normalisierung ihrer Beziehungen zu Israel in schnellen Schritten voran. Nun wird auch der Boykott Israels aufgehoben.

VAE-Präsident erlässt Dekret zur Aufhebung des Boykotts

Der Präsident der Emirate, Scheich Chalifa bin Said al-Nahjan, erließ dafür ein Dekret, wie die staatliche Nachrichtenagentur WAM berichtete. Auch bisher geltende Strafen im Zusammenhang mit dem Boykott werden abgeschafft. Normaler Handel und Geschäfte zwischen beiden Ländern könnten bald folgen. Die Emirate sind nach Ägypten und Jordanien das dritte arabische Land, das diplomatische Beziehungen zu Israel aufnehmen will.

Darauf hatten sich die Emirate und Israel Mitte August unter Vermittlung der USA geeinigt. Im Gegenzug für die Einigung will Israel die geplante Annektierung von Gebieten im besetzten Westjordanland aussetzen, das die Palästinenser für einen eigenen Staat beanspruchen. Seit der überraschenden Ankündigung beider Länder am 13. August ging die Normalisierung in schnellen Schritten voran.

Erster Direktflug Tel-Aviv nach Abu Dhabi - Trump an Bord

Am Montag soll der erste Direktflug zwischen Tel Aviv und Abu Dhabi starten. Nach Angaben des Weißen Hauses sollen dabei auch Mitarbeiter verschiedener israelischer Ministerien sowie der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, und sein Nationaler Sicherheitsberater Robert O'Brien an Bord sein. Zwei Wochen zuvor schalteten die Emirate die bislang blockierte direkte Telefonverbindungen nach Israel frei.

Karte: Vereinigte Arabische Emirate
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und die arabischen Nachbarn.
Quelle: ZDF

Kushner hatte für Trump einen umfassenden Plan für den Nahen Osten erarbeitet. Er sieht unter anderem israelische Annexionen palästinensischer Gebiete, die Schaffung eines Palästinenserstaates und Investitionen arabischer Golfstaaten dort vor. Damit sollten der Palästinenserkonflikt entschärft und die Konfrontation arabischer Staaten mit Israel überwunden werden.

VAE hat seit 1972 Beziehungen untersagt

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hatten Beziehungen und Geschäfte mit israelischen Staatsbürgern und Unternehmen mit einem Gesetz von 1972 untersagt. Es war Teil der Strategie arabischer Staaten, die Israel wirtschaftlich und politisch isolieren und auf die Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaates hinwirken wollten.

Der Boykott wird mit dem Dekret vom Samstag aufgehoben. Die Agentur WAM berichtet:

"Einzelpersonen und Unternehmen in den VAE dürfen mit Körperschaften oder Einzelpersonen mit Sitz in Israel oder israelischer Nationalität Verträge schließen."

Das beziehe sich auf Geschäfte, den Geldverkehr und "Beziehungen jeglicher Art". Es sei künftig auch erlaubt, israelische Güter und Produkte in die Emirate zu importieren und zu besitzen sowie diese zu tauschen oder mit ihnen Handel zu betreiben. "Das Dekret ist Teil der Bemühungen der VAE, die diplomatische und kommerzielle Zusammenarbeit mit Israel zu erweitern". Ziel sei, durch gemeinsames Wirtschaftswachstum und die Förderung des technologischen Fortschritts die bilateralen Beziehungen beider Länder zu entwickeln.

Die israelische Mauer entlang der palästinensischen Stadt Abu Dis im von Israel besetzten Westjordanland östlich von Jerusalem am 29.01.2020

Wolffsohn über Israel und VAE - "Die Palästinensische Autonomiebehörde tobt" 

Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich darauf geeinigt, ihre Beziehungen vollständig zu normalisieren. Fünf Fragen an Nahost-Experte Michael Wolffsohn.

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