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Wieder Gewalt in Gaza - Warum es jetzt keinen Krieg in Nahost gibt

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Israels Armee hat in der Nacht Ziele im Gaza-Streifen bombardiert. Eskaliert die Gewalt erneut? Wohl eher nicht.

Palästinenser protestieren am Grenzzaun Gaza-Israel
Palästinenser protestieren in Gaza am Grenzzaun zu Israel.
Quelle: ap

Es waren heftige Auseinandersetzungen am Gaza-Grenzzaun, bei denen am Samstag nach offiziellen Angaben 41 Palästinenser, darunter auch ein 13- und ein 14-jähriger Junge und ein israelischer Grenzsoldat zum Teil sehr schwer verletzt wurden.

Bei den israelischen Luftangriffen in der Nacht wurde niemand verletzt, nach Angaben der israelischen Armee wurden nur Lagerräume für Waffen zerstört.

Bewährungsprobe für neuen israelische Premierminister

Reagieren musste der neue israelische Premierminister Naftali Bennett wohl auf die Gewalt am Grenzzaun. Es ist seine erste militärische Antwort auf derartige Vorfälle und gleichzeitig auch eine Bewährungsprobe für ihn, die in Israel sehr genau beobachtet wird.

Denn schon vergangene Woche hatte die Hamas aus dem Gaza-Streifen Raketen auf den Süden Israels abgeschossen und Bennett wurde dafür kritisiert, nicht sofort mit Gegenangriffen geantwortet zu haben.

Seit Juni steht Naftali Bennett in Israel einem Acht-Parteien-Bündnis vor.

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Bennett hat kein Interesse an einem Nahost-Krieg

Naftali Bennett ist seit Juni diesen Jahres Premierminister, kurz davor, im Mai, hatte es zwischen Israel und der Hamas elf Tage lang schwere Kämpfe gegeben, bei denen in Israel nach offiziellen Angaben 13 Menschen getötet wurden, im Gazastreifen starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums 255 Menschen. Seitdem war es ruhig geblieben.

Bennett fliegt am Donnerstag in die USA zum Antrittsbesuch bei Joe Biden und hat kein Interesse den Nahost-Konflikt bis dahin eskalieren zu lassen.

Im Mai feierten jüdische Siedler und Zionisten den "Jerusalem-Tag" zur Erinnerung der israelischen Einnahme Ost-Jerusalems, als Raketen aus dem Gaza-Streifen in Israel einschlagen. Israels Luftwaffe reagierte mit Gegenangriffen.

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Die Hamas bekommt weiter ihre Geldkoffer

Und auch die als Terrororganisation eingestufte Hamas hat eigentlich gerade einen Erfolg erzielt, der ihr Überleben erstmal weiter sichert. Dabei geht es um Millionenzahlungen, die monatlich - und tatsächlich in bar und großen Geldkoffern - aus Katar in die von der Hamas kontrollierten Gebiete gebracht werden. Israel hatte das zeitweilig unterbunden, erst vor wenigen Tagen hatte man sich - natürlich nur mit Unterhändlern - geeinigt.

Das Geld darf weiter gebracht werden, geht aber nicht mehr direkt an die Hamas, sondern soll an die Bevölkerung des Gazastreifens verteilt werden. Ein Kompromiss, mit dem wohl alle Seiten leben können. Auch die Hamas, die Wege finden wird, einen Teil des Geldes zu bekommen.

Jahrestag des Feuers in der Al-Aksa-Moschee

Der offizielle Anlass für die Demonstrationen am Grenzzaun war der 52. Jahrestags des Feuers an der Al-Aksa-Moschee, zu dem die Hamas aufgerufen hatte. Der Tempelberg in Jerusalem mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. 1969 legte ein Mann mit psychischen Problemen ein Feuer, dem Teile der Moschee zum Opfer fielen.

Die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg.
Die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem.
Quelle: picture alliance / Jennifer Heck/dpa

Manchmal braucht es nur einen kleinen Funken für ein Feuer. Trotzdem schätzen Experten die neuerliche Eskalation der Gewalt hier eher als ein Strohfeuer ein, das immer mal wieder kurz aufflammt. An einem großen Brand hat hier zurzeit kaum jemand Interesse.

 Benjamin Dzialowski ist derzeit Korrespondent im ZDF-Studio Tel Aviv.

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