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Waffen, Doktrin und Reaktionen : Atomarer Konflikt: Wie groß ist die Gefahr?

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Russland droht, annektierte Territorien "mit allen Mitteln" zu verteidigen. US-Präsident Biden warnt vor der Gefahr eines "Armageddons". Wie groß ist die Gefahr?

Panzer mit ukrainischer Flagge
Quelle: ZDF

Angesichts der unklaren Lage auf den Schlachtfeldern in der Ukraine werden die Töne in mehreren Hauptstädten schriller. Die Möglichkeit eines Atomschlags wird diskutiert. [Aktuelle Entwicklungen im Liveblog.]

Wieso ist die Sorge vor einer nuklearen Eskalation gestiegen?

Hintergrund ist Russlands Angriffskrieg in der Ukraine, in dem Moskau trotz der Annexion von Gebieten zunehmend die Kontrolle verliert. Auf der einen Seite hat Russlands Führung erklärt, die Eroberungen mit "allen zur Verfügung stehenden Mitteln" zu verteidigen, was auch den Einsatz von Atomwaffen impliziert.

Auf der anderen Seite stehen die Äußerungen des ukrainischen Staatschefs Selenskyj und von US-Präsident Joe Biden. Der eine hat Präventivmaßnahmen gegen einen russischen Atomwaffeneinsatz gefordert. Der andere sagte, die Welt stehe so dicht vor einem Atomwaffenkrieg wie seit der Kuba-Krise 1962 nicht mehr.

"Wie gefährlich Putins Schwäche ist", war auch Thema bei "Illner":

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Was sind die nuklearen Optionen Russlands im Ukraine-Krieg?

Russland hat strategische und taktische Atomwaffen. Strategische Atomwaffen könnten wohl nur zum Einsatz kommen, wenn sich der Krieg in der Ukraine zu einer kriegerischen Auseinandersetzung Russlands mit der Nato ausweiten würde. Taktische Atomwaffen hingegen haben kleinere Sprengköpfe und könnten daher von Russland für einen begrenzten Einsatz in der Ukraine eingesetzt werden. Aber auch hier wäre das Eskalationsrisiko wegen der Verstrahlung großer Gebiete gewaltig.

Was besagt Russlands Atomdoktrin?

Die Atomdoktrin besagt, dass Moskau Atomwaffen nur als Antwort in zwei Fällen verwendet werden darf: entweder bei einem atomaren Angriff auf Russland oder bei einem Angriff auf Russland mit konventionellen Waffen, der die Existenz des Landes selbst gefährdet. Der zweite Punkt ist auslegungsfähig: Ist die ukrainische Rückeroberung der von Russland annektierten Gebiete aus Moskauer Sicht schon eine Gefährdung der Existenz des Landes? Kremlsprecher Dmitri Peskow hat angedeutet, dass dies nicht der Fall sei.

Warum Putin keine Atomwaffen einsetzt, erklärt Militärexperte Christian Mölling im ZDF:

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Für wie wahrscheinlich halten Experten einen solchen Schlag?

Die meisten Experten halten einen Atomschlag für unwahrscheinlich. Technisch sind die russischen Atomstreitkräfte zumindest auf dem Papier zwar dafür ausgerüstet - es gibt geschätzt rund 6.000 taktische Atomsprengköpfe und mehr als 1.000 strategische. Doch die Folgen einer solchen Aktion wären auch für Russland ungewiss. Ein taktischer Atomschlag gegen die Ukraine birgt ein unkalkulierbares Eskalationsrisiko.

Zugleich ist unklar, welche militärischen Ziele damit überhaupt erreicht werden können. Ukrainische Militäreinheiten sind nahe der Front, Moskau würde also auch die eigenen Truppen gefährden. Der Einsatz würde zudem das Territorium verseuchen, das Russland beansprucht. Der Einsatz strategischer Atomwaffen wiederum würde wohl das Ende Russlands bedeuten. Zwar haben Moskauer TV-Propagandisten zu Kriegsbeginn getönt: "Was brauchen wir die Welt, wenn in dieser Welt kein Platz für Russland ist", um anzudeuten, dass Moskau keine Niederlage in der Ukraine akzeptieren werde.

Experte Masala zum Thema "Nukleagefahr":

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Viele Beobachter halten Kremlchef Wladimir Putin aber für klug genug, nicht den Selbstzerstörungsknopf zu drücken. Selbst in dem Fall müssten alle unterstellten Offiziere in der Kommandokette mitspielen, was nach den jüngsten Querelen innerhalb der russischen Sicherheitsorgane ebenfalls alles andere als sicher sein dürfte.

Wie sieht das die Ukraine?

Präsident Selenskyj sagte, Moskaus Atomdrohungen seien ernst zu nehmen. Verteidigungsminister Olexij Resnikow hingegen meinte kürzlich in einem Interview: "Wo werden sie diese einsetzen? An der Frontlinie, wo nicht nur ukrainische, sondern auch ihre eigenen Einheiten sind? Im Schwarzen Meer? Dort sind drei Nato-Staaten."

Bei Treffen mit westlichen Partnern betonte Resnikow: "Hört auf, Russland zu fürchten. Das ist nicht die zweitbeste Armee der Welt, das sind Bettler, Plünderer und Vergewaltiger."

Wie würde der Westen reagieren?

Um das Risiko eines Atomwaffeneinsatzes für Putin unkalkulierbar zu machen, äußern sich die Verantwortlichen in Nato- und EU-Ländern öffentlich nicht detailliert zu solchen Fragen. Klar ist, dass die Reaktion am Ende davon abhängt, was Russland genau tut. Sollte Putin "lediglich" einen Atomwaffentest durchführen lassen, um die Ukraine zur Aufgabe ihres Abwehrkampfes zu bewegen, würde sich die Reaktion des Westens vermutlich auf nicht-militärische Maßnahmen wie eine diplomatische Verurteilung und zusätzliche Sanktionen beschränken.

Wie groß ist die Gefahr eines Atomwaffeneinsatzes?

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Für den Fall eines russischen Atomwaffenangriffs auf Großstädte wie Kiew gilt hingegen nicht einmal ein direktes Eingreifen der Nato als ausgeschlossen. Sollten alle Bündnispartner zustimmen, könnte die Nato dann etwa versuchen, die russischen Invasionstruppen in der Ukraine militärisch auszuschalten.

Eine weitere Option sind nach Angaben aus Bündniskreisen massive Cyberangriffe - zum Beispiel, um kritische Infrastruktur wie die Stromversorgung oder die Kommunikation lahmzulegen. Ein solches Vorgehen gilt auch dann als denkbar, wenn Russland kleinere taktische Nuklearwaffen gezielt gegen die ukrainischen Streitkräfte einsetzen sollte.

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