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Schweden und Finnland : Nato-Beitritt: Warum die Türkei dagegen ist

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Schweden und Finnland streben in die Nato - dagegen sträubt sich der türkische Präsident Erdogan. Warum ist das so? Türkei-Experte Brakel beantwortet die wichtigsten Fragen.

Türkei-Experte Kristian Brakel bei ZDFheute live: Ankara hat das "Gefühl, übergangen worden zu sein".

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Jahrzehntelang waren Schweden und Finnland militärisch unabhängig. An diesem Mittwoch wollen beide Länder ihre Anträge für einen Nato-Beitritt einreichen. Die Türkei könnte auf die Bremse drücken und ein Veto gegen die Mitgliedschaft einlegen.

Kristian Brakel von der Heinrich-Böll-Stiftung in Istanbul, erklärt bei ZDFheute live, ...

… warum ein Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands Erdogan ein Dorn im Auge ist

Erdogans Einwände gegen beide Nordstaaten begründeten sich offiziell auf deren Unterstützung Türkei-kritischer Terrororganisationen - insbesondere durch Schweden. So würde der in der Türkei verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und der Gülen-Bewegung ein Nährboden geboten, erklärt Brakel.

Erdogan behaupte zudem, dass Gülen-Anhänger in Schweden "Social-Media-Kanäle und Lobbyorganisation für ihre Zwecke betreiben". Vorwürfe, die laut Brakel nicht gänzlich unbegründet sind - auch wenn solche Strukturen in Frankreich oder Deutschland etablierter wären.

ZDFheute live zum Boykott Erdogans - die ganze Sendung mit Kristian Brakel von der Heinrich-Böll-Stiftung und ZDF-Korrespondent Jörg Brase.

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… ob Erdogans Argumentation nur vorgeschoben ist

Brakel geht davon aus, dass Erdogans Terrororganisationen-Argument tatsächlich eine Ablehnung befeuert. Dennoch sei es wahrscheinlich, dass die Veto-Tendenz durch mehrere Gründe geschürt werde. So nehme es Ankara Schweden und Finnland übel, dass sie sich nach dem türkischen Einmarsch in Syrien für ein Waffenembargo gegen die Türkei ausgesprochen haben.

Erdogan könnte mit seiner ablehnenden Haltung zudem versuchen, nationalistische Wähler bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr zu mobilisieren, aber auch "finanzielle Interessen" könnten eine Rolle spielen.

ZDF-Korrespondent Jörg Brase ergänzt bei ZDFheute live, dass die ablehnende Haltung auch ein politisches Zeichen in Richtung Westen ist: "Dass man nicht alles mitmacht, was der Westen plant." Darüber hinaus sei Ankara auf Russland als Energielieferant angewiesen.

Infolge des Krieges haben sich Finnland und Schweden für einen Nato-Beitritt entschieden.

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… wie wahrscheinlich ein Veto der Türkei tatsächlich ist

Brakel geht nicht davon aus, dass die Türkei die Aufnahme Schweden und Finnlands tatsächlich blockieren wird.

Sehr unwahrscheinlich, dass es passieren wird.
Kristian Brakel

Derselben Meinung ist auch ZDF-Korrespondent Brase. Er könne sich "nicht vorstellen, dass die Türkei tatsächlich einen Beitritt von Schweden und Finnland verhindern wird" und einen Bruch mit der Nato riskieren würde - auch wenn viele innen- und außenpolitische Gründe dafür sprächen.

… welche Folgen ein Veto für die Türkei hätte

Im Nato-Rahmen gebe es keine Sanktionsmöglichkeiten, erklärt Brakel. Es gebe auch keinen Mechanismus, um die Türkei aus der Nato zu werfen. Darüber hinaus befürchteten die USA und Europa, dass Moskau "die Leerstelle füllen würde", die aus einem Bündnis-Rauswurf resultieren würde.

Bereits in der Vergangenheit positionierte sich die Türkei mehrmals gegen Nato-Interessen. Jetzt wieder: Erdogan blockiert den geplanten Beitritt von Finnland und Schweden.

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Aktuelle Nachrichten zur Ukraine

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Mögliche Bündnis-Erweiterung - Was Schweden und Finnland der Nato bieten 

Schweden und Finnland wollen der Nato beitreten. Das Verteidigungsbündnis könnte davon enorm profitieren. Warum die Streitkräfte beider Staaten der Nato viel zu bieten haben.

von Nils Metzger
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Putin auf Landkarte mit Russland, Ukraine, Georgien und Syrien
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Nachrichten | Politik - Putins Kriege, Putins Ziele 

Tschetschenien, Georgien, Syrien, Ukraine: Russland hat unter Putin schon in mehreren Ländern gekämpft. Zwischen den Kriegen gibt es Parallelen – hier die Hintergründe verstehen.

Ukraine, Lyssytschansk: Soldaten liegen auf einem Panzer und sitzen Fahrzeugen in den Außenbezirken der Stadt, in der Nähe von Sewerodonezk.

Umkämpfte Stadt im Donbass - Lyssytschansk wohl umzingelt 

Pro-russische Kämpfer wollen gemeinsam mit russischen Truppen die heftig umkämpfte und strategisch wichtige Stadt Lyssytschansk im Osten der Ukraine eingekreist haben.

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