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Mediziner aus Omsk : Zwei Nawalny-Ärzte tot, einer verschwunden

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Im Februar und März meldete die Omsker Klinik, in der Alexej Nawalny nach seiner Vergiftung zuerst behandelt wurde, den Tod zweier Ärzte. Nun ist ein weiterer verschwunden.

Oppositionspolitiker Alexej Nawalny. Archivbild
Oppositionspolitiker Alexej Nawalny wurde letztes Jahr in die Klinik gebracht, in der der verschwundene Murachowski Chefarzt war. Archivbild
Quelle: -/Babuskinsky District Court/AP/dpa

Ein russischer Arzt, in dessen Krankenhaus der Kremlgegner Alexej Nawalny direkt nach einem Giftanschlag im vergangenen Jahr behandelt wurde, gilt als vermisst.

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Nawalny-Arzt nach Jagdunfall verschwunden

Alexander Murachowski, mittlerweile Gesundheitsminister der sibirischen Region Omsk, kam von einem Jagdausflug am Freitag nicht zurück, wie die Staatsagentur Tass am Sonntag unter Berufung auf einen Polizeisprecher meldete.

Eine örtliche Behörde hatte zuvor von einem 1971 geborenen Mann gesprochen, ohne einen Namen zu nennen. Demnach wurden zusätzliche Polizisten für die Suche angefordert.

Der ehemalige Nawalny-Chefarzt Alexander Murachowski. Archivbild
Der ehemalige Nawalny-Chefarzt Alexander Murachowski. Archivbild
Quelle: Evgeniy Sofiychuk/AP/dpa

Arzt bescheinigte Nawalny Stoffwechselstörung

Murachowski leitete bis vor einigen Monaten die Omsker Klinik, in die der mittlerweile im Straflager inhaftierte Nawalny gebracht wurde, nachdem er im vergangenen August auf einem Inlandsflug zusammengebrochen war. Später wurde der 44 Jahre alte Oppositionelle nach Deutschland ausgeflogen und wochenlang in der Berliner Charité behandelt. Untersuchungen mehrerer Labore zufolge wurde er mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet.

Murachowski hatte Nawalny damals lediglich eine Stoffwechselstörung bescheinigt. Nawalny warf ihm eine "Fälschung" der Diagnose vor. Seine Unterstützer beschuldigen Murachowski zudem, Nawalnys Verlegung nach Deutschland hinausgezögert zu haben. Im November wurde der Mediziner zum Gesundheitsminister der sibirischen Region befördert.

Russland gibt an, man habe bei Nawalny keine Vergiftung nachweisen können und leite deshalb keine Ermittlungen ein. Die EU und die USA haben Russland immer wieder zur Untersuchung des Verbrechens aufgefordert und Sanktionen gegen das Land verhängt.

Zwei behandelnde Nawalny-Ärzte zuvor verstorben

Bereits am 5. Februar dieses Jahres teilte die Klinik in der sibirischen Stadt Omsk mit, ein russischer Arzt, der den Kremlkritiker Alexej Nawalny direkt nach dem Giftanschlag im vergangenen August behandelt hatte sei tot. Der 56-jährige stellvertretende Chefarzt für Anästhesiologie und Reanimation, Sergej Maksimischin, sei "plötzlich verstorben". Maksimischin arbeitete demnach 28 Jahre lang in dem Krankenhaus. Eine Todesursache nannte die Klinik nicht. Medien berichteten, Maksimischin habe einen Herzstillstand erlitten.

Am 26. März ist in Omsk ein zweiter Arzt unter ungeklärten Umständen gestorben, der an der Rettung des Regimekritikers Alexej Nawalny (44) beteiligt war. Rustam Agischew (63) hatte als Leiter der Notfallstation im August 2020 die lebensbedrohliche Vergiftung des Regimekritikers erkannt und behandelt.

In einer offiziellen Erklärung des Krankenhauses heißt es, Rustam Agischew habe bereits im Dezember 2020 einen Schlaganfall erlitten und sei nun an dessen Folgen verstorben. Die Umstände seines Todes wurden nicht weiter hinterfragt oder untersucht.

Im August 2020 bringen Ärzte den Kremlkritiker Nawalny von Omsk nach Berlin. Bis zum Schluss ist das Vorhaben eine Zitterpartie geblieben.

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