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Nawalny: "Ich habe mich selbst nicht erkannt"

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Kreml "erfreut" über Entlassung - Nawalny: "Ich habe mich selbst nicht erkannt"

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Nach seiner Entlassung aus der Charité will der vergiftete Kremlkritiker Nawalny erst einmal zu Kräften kommen. Der Kreml betonte, Nawalny stehe die Rückkehr nach Russland frei.

Das Foto zeigt Alexej Nawalny, welches er auf seinem Instagram-Account veröffentlicht hat am 22.09.2020 in Berlin
Der Kreml-Kritiker Nawalny ist aus der Klinik entlassen worden. Ob es durch die Vergiftung Langzeitschäden geben wird, ist noch unklar.
Quelle: dpa

Der vergiftete Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ist aus der Berliner Charité entlassen worden. "Der Gesundheitszustand des Patienten hat sich soweit gebessert, dass die akutmedizinische Behandlung beendet werden konnte", teilte das Universitätsklinikum am Mittwoch mit. Der 44-Jährige sei daher am Dienstag nach rund einem Monat entlassen worden.

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Die behandelnden Ärzte hielten eine vollständige Genesung für möglich. Allerdings könnten mögliche Langzeitfolgen der schweren Vergiftung erst im weiteren Verlauf der Behandlung beurteilt werden.

Nawalny 32 Tage in Klinik behandelt

Nawalny wurde 32 Tage in der Klinik behandelt, 24 Tage lag er auf der Intensivstation. Sein neuer Aufenthaltsort und seine Pläne waren zunächst unklar. Zunächst will er zu Kräften kommen. Auf Instagram schrieb er:

Ich will auf einem Bein stehen. Die Kontrolle über die Finger zurückerlangen. Gleichgewicht halten.
Alexj Nawalny, Kremlkritiker

Er wolle jeden Tag mit Physiotherapeuten trainieren und möglicherweise in ein Reha-Zentrum gehen. Ob er bald in seine Heimat Russland zurückkehren oder zunächst in Deutschland bleiben werde, teilte er nicht mit.

Nawalny betonte, dass er sich selbst nicht mehr erkannt habe, als er nach wochenlangem Koma zum ersten Mal in den Spiegel geblickt habe. Jetzt müsse er sein Leben wieder normalisieren, schrieb er weiter. "Das Gehirn will einige Bewegungen einfach nicht machen." Es gelinge ihm noch nicht, einen Ball zu werfen oder mit der Hand zu schreiben. Er dankte abermals den deutschen Ärzten für ihre Bemühungen. "Sie haben unglaubliche Arbeit geleistet".

Der vergiftete Kremlkritiker Alexej Nawalny ist aus der Berliner Charité entlassen worden. Sein Zustand habe sich gebessert, so dass die akutmedizinische Behandlung beendet werden konnte.

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Kreml "erfreut, dass Genesung voranschreitet"

Sollte Nawalny in seine Heimat zurückkehren wollen, könne er das tun, genau wie jeder andere Russe, verlautete aus dem Kreml. Man sei erfreut, dass die Genesung des 44-Jährigen voranschreite, sagte Kreml-Sprecher Dmitry Peskow in Moskau. Jetzt werde man sehen, ob Nawalny nach seiner Rückkehr mit russischen Sicherheitsbehörden sprechen und Informationen über seinen Fall teilen wolle.

Das Umfeld von Präsident Wladimir Putin habe jedenfalls keinen Zugang zu den verbotenen chemischen Kampfstoffen der Nowitschok-Gruppe.

Es sei ein "qualvolles, langsames, öffentliches Sterben", so CDU-Außenpolitiker Röttgen zum Fall Nawalny. Man müsse das Projekt Nord-Stream 2 auf Eis legen - als "gemeinsame, europäische Antwort".

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Die Bundesregierung betont dagegen, dass Laboruntersuchungen in Deutschland, Schweden und Frankreich einwandfrei das Nervengift nachgewiesen hätten. Auch die Organisation für das Verbot von chemischen Waffen (OPCW) ist eingeschaltet worden.

Nawalny war am 20. August auf einem innerrussischen Flug kollabiert. Nach einer außerplanmäßigen Notfall-Landung im sibirischen Omsk wurde er zunächst dort in der örtlichen Klinik behandelt. Am 22. August wurde er zur Behandlung in der Charité nach Berlin ausgeflogen. Deutschland und andere europäische Länder fordern seither von Russland eine Aufklärung des Anschlags.

Zweites Rechtshilfeersuchen der russischen Transportpolizei geprüft

Ein Sprecher des Bundesjustizministerium sagte am Mittwoch an Anfrage, das zweite Rechtshilfsersuchen der russischen Transportpolizei in Tomsk werde in der Bundesregierung weiter geprüft. Ein erstes Ersuchen war an die Justizbehörden in Berlin weitergeleitet worden.

Dort ist nun die Generalstaatsanwaltschaft Berlin aktiv. Diese macht ihre Ermittlungen aber davon abhängig, dass Nawalny selbst die Ärzte für eine Befragung von ihrer Schweigepflicht über seinen Gesundheitszustand entbindet. Russland will eigene Ermittler nach Berlin schicken, um unter anderem auch den Oppositionspolitiker zu befragen. Auch hierzu müsste nicht nur die Bundesregierung, sondern vor allem Nawalny selbst sein Einverständnis geben.

Der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny. Archivbild

Nawalny und russische Opposition -
"Das ist die Ruhe vor dem Sturm"
 

Die Vergiftung von Alexej Nawalny war ein Rückschlag für die russische Opposition, doch die gibt sich nicht geschlagen. Aber wer sich gegen die Regierung stellt, lebt gefährlich.

von Amina Illenseer
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