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Deutsche Abgeordnete - "Nawalnys Haft ist gezielte Folter"

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Fieber, Husten, Hungerstreik: Elf Bundestagsabgeordnete prangern in einem Brief die Haftbedingungen von Kreml-Kritiker Nawalny an. Sie fordern eine Untersuchung des Europarats.

Alexej Nawalny am 20.02.2021 in Moskau
Alexej Nawalnys Unterstützer berichteten über seinen immer schlechteren Gesundhetszustand.
Quelle: Imago

Abgeordnete von Grünen, Union, SPD und FDP haben die Haftbedingungen für den erkrankten russischen Kreml-Kritiker Alexej Nawalny als "gezielte Folter" angeprangert und bezeichnen sie als "unvereinbar mit dem Europäischen Übereinkommen zur Verhütung von Folter". Sie fordern deshalb eine Untersuchung des Europarats.

Nawalny derzeit im Hungerstreik

In dem Brief an Nawalny, aus dem am Samstag der "Spiegel" zitierte, sprechen die Abgeordneten dem 44-Jährigen ihre "Anerkennung und volle Solidarität" aus. Sie schreiben zudem:

Wir wollen Ihnen Mut zusprechen.
Brief der Bundestagsabgeorndeten

Der in einem Straflager in Pokrow inhaftierte Gegner des russischen Präsidenten Wladimir Putin befindet sich derzeit im Hungerstreik.

Russlands bekanntester Oppositioneller befindet sich im Hungerstreik. Seine Anwälte berichten von Rückenschmerzen, Fieber und Husten, seiner Hausärztin wird der Zugang verweigert.

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Keine angemessene Gesundheitsversorgung

Die parteiübergreifende Solidaritätsbekundung mit Nawalny wurde unter anderem von der Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Bärbel Kofler (SPD), den Grünen-Politikern Manuel Sarrazin, Omid Nouripour und Jürgen Trittin, den Unionsabgeordneten Roderich Kiesewetter, Andreas Nick und Jürgen Hardt und den Liberalen Renata Alt und Bijan Djir-Sarai unterzeichnet.

Nawalnys Unterstützer hatten zuletzt über eine weitere Verschlechterung seines Gesundheitszustands berichtet. Der 44-Jährige hat demnach Schmerzen im Rücken und Taubheitsgefühle in den Beinen und Armen. Eine angemessene medizinische Versorgung werde ihm vorenthalten.

Die Meldungen über den Hungerstreik von Nawalny seien "bedrückend", sagte Sarrazin, Sprecher der Grünen für Osteuropapolitik und Initiator des Briefes, dem "Spiegel". "Wir dürfen nicht wegsehen, wenn das System Putin Nawalny erneut in Gefahr bringt", forderte er.

Nawalny in Haft - Zustand schlechter - Kontrolle verschärft 

Fieber und Husten: Der Zustand des inhaftierten Kreml-Kritikers Nawalny hat sich verschlechtert. Nun wollen Mitstreiter demonstrieren - die Sicherheitsmaßnahmen wurden verschärft.

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1 min

Giftanschlag überlebt

Nawalny hatte im August des vergangenen Jahres einen Giftanschlag mit einem Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe überlebt. Nach dem Anschlag wurde der prominente Kreml-Kritiker nach Deutschland geflogen und in der Berliner Charité behandelt. Unmittelbar nach seiner Rückkehr nach Russland im Januar wurde er festgenommen.

Der 44-jährige Oppositionspolitiker wurde dann wegen angeblicher Verstöße gegen seine Bewährungsauflagen zu mehr als zweieinhalb Jahren Haft in einem Straflager verurteilt. Die Entscheidung wurde international scharf verurteilt und löste Massenproteste in Russland aus. Zur Haft wurde Nawalny in das Straflager N2 in der Kleinstadt Pokrow gebracht, die rund 200 Kilometer östlich von Moskau liegt.

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