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Sprecherin: Moskau friert Nawalnys Konten ein

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Kreml-Kritiker plant Rückkehr - Sprecherin: Moskau friert Nawalnys Konten ein

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Kremlkritiker Nawalny will, wenn er sich erholt hat, nach Russland zurückkehren. Dort allerdings sollen Gerichtsvollzieher seine Wohnung beschlagnahmt und Konten eingefroren haben.

Alexej Nawalny
Alexej Nawalny nach seiner Entlassung aus der Charité.
Quelle: dpa

Gerichtsvollzieher haben in Moskau die Wohnung des vergifteten russischen Kremlgegners Alexej Nawalny beschlagnahmt. Das sei ein weiteres Beispiel für das Vorgehen der russischen Justiz, die sich zu dem Schritt entschlossen habe, als der 44-Jährige in Deutschland im Koma gelegen habe, sagte seine Sprecherin Kira Jarmysch in einem am Donnerstag veröffentlichten Videoclip.

Nawalny plant Rückkehr nach Moskau

Nawalny hält sich nach wie vor in Deutschland auf und erholt sich von einem Giftanschlag. Der ihm nahe stehende Aktivist Jaka Bizilj hatte zuvor bekanntgegeben, dass der Kreml-Kritiker nach Russland zurückkehren wolle. Der 44-Jährige brauche aber noch mindestens einen Monat, um sich zu erholen. Der Filmproduzent und Gründer der Organisation Cinema for Peace in Berlin sagte:

Er ist immer noch nicht wieder zu hundert Prozent wie vorher.
Jaka Bizilj, Cinema for Peace

Nawalnys Team habe deutlich gemacht, dass der Oppositionspolitiker nach Russland zurückkehren und sein Engagement dort fortsetzen werde. Biziljs Organisation hatte maßgeblich dabei geholfen, Nawalny nach der Vergiftung aus Russland zur Behandlung in die Berliner Charite zu bringen. Inzwischen hat Nawalny das Krankenhaus verlassen.

Beschlagnahmungen Reaktion auf Korruptions-Vorwürfe

Ein Gericht hatte Nawalnys Fonds zur Bekämpfung von Korruption (FBK) mit einer Strafe von 88 Millionen Rubel (rund eine Million Euro) belegt, nachdem die Juristin Ljubow Sobol einen Skandal bei der Abwicklung eines Staatsauftrags für die Schulspeisung aufgedeckt hatte. Nawalnys Anteil liege bei rund 30 Millionen Rubel, hieß es, weshalb es die Gerichtsvollzieher jetzt auf Nawalnys Eigentum abgesehen haben.

Der FBK nimmt seit langem Machenschaften des Milliardärs Jewgeni Prigoschin ins Visier, der einst Koch bei Kremlchef Wladimir Putin war und nun immer wieder lukrative Aufträge etwa in der Schulspeisung bekommt. Nawalnys Team wirft Prigoschin nicht nur Korruption vor, sondern hinterfragte auch die Qualität des Essens, nachdem bei Kindern massive Gesundheitsprobleme aufgetreten waren. Prigoschin klagte und gewann das Verfahren in den in Russland als käuflich verschrienen Gerichten.

Russland will Beweise sehen

Unterdessen hat Russland Deutschland aufgefordert, innerhalb von zehn Tagen Antworten zu den Beweismaterialien und Informationen im Fall Nawalnys zu geben. Die russische Vertretung bei der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) habe bei den deutschen Kollegen eine entsprechende Note eingereicht, meldete die russische Staatsagentur Ria Nowosti.

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Demnach soll Berlin vor allem die Ergebnisse der Analysen, Biomaterialien und andere klinische Proben offenlegen. Die Bundesregierung sieht es nach Untersuchungen in einem Spezial-Labor als zweifelsfrei erwiesen an, dass der 44-Jährige mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet wurde.

Der Kreml-Kritiker war am 20. August auf einem russischen Inlandsflug zusammengebrochen und nach einer Notlandung zunächst im sibirischen Omsk behandelt worden. Am 22. August wurde er zur Behandlung in der Charité nach Berlin ausgeflogen.

Jetzt steht es fest: Der Kreml-Kritiker Nawalny wurde mit einem Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Doch warum ist das Gift so aggressiv und wie wirkt es im Körper?

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