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Nawalny wohl mit Wasser im Hotel vergiftet

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Anschlag auf Kremlkritiker - Nawalny wohl mit Wasser im Hotel vergiftet

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Russland weist weiterhin jede Schuld an dem Giftanschlag auf Kremlkritiker Nawalny von sich. Nun soll es Beweise geben, die eine Vergiftung auf russischem Boden belegen.

Kremlkritiker Alexej Nawalny. Archivbild
Es soll Beweise geben, dass Kremlkritiker Nawalny in einem russischen Hotel vergiftet wurde.
Quelle: Pavel Golovkin/AP/dpa

Der Kremlkritiker Alexej Nawalny ist nach Darstellung seines Teams nachweislich schon in Russland vergiftet worden, und zwar in einem Hotel in der sibirischen Stadt Tomsk. Das Gift soll ihm demnach in einer Flasche mit Mineralwasser in seinem Zimmer verabreicht worden sein.

Nawalnys Team zeigte ein Video von den Flaschen der Marke "Swjatoj Istotschnik" ("Heilige Quelle"). Seine Mitarbeiter betonten am Donnerstag auf Instagram, dass nun erwiesen sei, dass Nawalny bereits auf russischem Gebiet vergiftet wurde. Auf ihn soll mit einem Nervengift der Gruppe Nowitschok ein Mordanschlag verübt worden sein. Moskau bestreitet, etwas mit dem Fall zu tun zu haben.

Beweismaterial im Hotelzimmer gesammelt

Das "Beweisvideo" zeigt, wie Nawalnys Mitarbeiter in dem damaligen Hotelzimmer von Nawalny sämtliche möglichen Beweismittel mit Handschuhen aufgriffen und in Plastiktüten verstauten. Sie hätten sich zu dem Schritt entschieden, unmittelbar nachdem über den Gesundheitszustand Nawalnys informiert wurden.

"Wir hatten keine besondere Hoffnung, etwas Derartiges zu finden", hieß es in der Mitteilung von Nawalnys Team. Aber weil klar gewesen sei, dass Nawalny nicht einfach nur leicht erkrankt sei, hätten sie alles eingesammelt. Auch mit dem Ziel, es später an die Ärzte in Deutschland zu übergeben. Auf die russischen Behörden wolle man sich nicht verlassen:

Schon fast ein Monat ist um, und Russland hat die Vergiftung Nawalnys bisher nicht eingeräumt.
Mitteilung des Nawalny-Teams

Nawalny-Team: Deutsches Labor bestätigt Gift an Flasche

Auch ein deutsches Labor habe die Nowitschok-Spuren an der Wasserflasche nachgewiesen, erklärte das Team von Nawalny. Deutsche, französosche sowie schwedische Labore hatten bereits nachgewiesen, dass Nawalny mit einem chemischen Nervenkampfstoff der so genannten Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde. Derzeit prüft auch die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) biomedizinische Proben Nawalnys.

Nawalny war am 20. August von einem Flug von Tomsk nach Moskau zusammengebrochen. Die Maschine landete deswegen im sibirischen Omsk zwischen. Nawalny wurde dort im Krankenhaus in ein künstliches Koma versetzt und beatmet. Am 22. August wurde er nach Deutschland ausgeflogen. Seitdem wird er an der Charité in Berlin behandelt. Er ist wieder bei Bewusstsein, atmet selbst und hat bei Instagram mit einem Foto ein Lebenszeichen gegeben.

Dem Kremlkritiker Nawalny geht es nach seiner Vergiftung langsam besser. Mit den Worten "Hallo, das ist Nawalny. Ich habe Euch vermisst", meldet er sich erstmals selbst zu Wort.

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Moskau vermutet Komplott des Westens

Moskau hatte zuletzt angesichts der Vorwürfe aus Deutschland behauptet, Nawalny sei womöglich erst nach seiner Abreise vergiftet worden. Die Staatsmedien in Moskau verbreiten die Version eines Komplotts des Westens gegen Russland, um das Land erneut mit Sanktionen zu belegen. Die Deutsche Regierung und viele andere Länder fordern eine schnelle Aufklärung des Falles.

Bei Regionalwahlen in Russland konnten Oppositionelle einige Erfolge erzielen. Aber haben sie wirklich eine Chance gegen die Kremlpartei?

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