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Hoffnung im ehemaligen Hotspot - New York öffnet - bei einer Inzidenz von 300

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Seit Freitag sind Restaurants, Kinos und Geschäfte in New York wieder geöffnet. Der ehemalige Corona-Hotspot fährt trotz hoher Inzidenzen langsam wieder hoch. Wie ist das möglich?

Mehr als 30.000 Menschen sind in New York City an oder mit Corona verstorben - zeitweise mussten Kühllaster eingesetzt werden. Nun öffnen im ehemaligen Hotspot Restaurants, Kinos und Geschäfte. Trotz eines hohen Inzidenzwertes.

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Wenn ich als "New Yorker" auf das vergangene Jahr zurückblicke, dann ist es fast atemberaubend, wie sich die Wahrnehmung, der Blick auf die Corona-Krise und der Umgang mit ihr verändert haben. Als im Frühling des vergangenen Jahres hier in New York die Leichen in Kühllastern gestapelt werden mussten, weil man nicht mehr wusste wohin mit ihnen und Massengräber ausgehoben wurden, da schauten wir voller Neid nach Deutschland.

Anders als bei uns in den USA schien Deutschland die Gefährlichkeit des Virus verstanden zu haben und in der Lage zu sein, durch kluge, wissenschaftsbasierte Politik die Katastrophe, in der wir mittendrin steckten, abwenden zu können. Viele Freunde und Bekannte mit Wurzeln in Deutschland spielten mit dem Gedanken, ihr Leben in Amerika aufzugeben, zurückzugehen in ein Land, das von Vernunft regiert wird.

Restaurants, Kinos und Museen offen - trotz hoher Inzidenzen

Ein Jahr später, sieht die Welt völlig anders aus. Während in Deutschland über Shutdowns und Inzidenzen diskutiert wird, kehrt in New York das Leben langsam zurück. Seit Freitag dürfen die Restaurants wieder mit 50 Prozent belegt werden, Kinos und Museen sind geöffnet und auch die Geschäfte füllen sich wieder. Alles vorsichtig und unter strengen Auflagen, aber die Hoffnung ist zurückgekehrt in die Stadt, die wie kaum eine andere in der Pandemie gelitten hat.

Die Erholung von Covid ist keine Wahl zwischen öffentlicher Gesundheit und Wirtschaft, sondern muss beides sein - und New York demonstriert, wie man das sicher und smart macht.
Andrew Cuomo, Gouverneur von New York

Angesichts einer 7-Tage-Inzidenz in New York City, die noch immer bei etwa 300 liegt, ruft dieser Satz des New Yorker Gouverneurs Andrew Cuomo im deutschen Kontext wahrscheinlich ungläubiges Staunen hervor. Aber Philosophie und Umgang mit der Krise waren von Anfang an, und während des gesamten Verlaufs bis heute, nicht zu vergleichen mit dem Vorgehen in Deutschland.

Pilotprojekt der Berliner Bühnen - Wieder ein wenig Licht in der Großstadt 

Theater- oder Konzertbesuche - seit einem Jahr fast unvorstellbar. Ein Pilotprojekt in Berlin soll das nun ändern: Neun Bühnen öffnen ihre Türen - für getestete Besucher.

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von Christhard Läpple

Mehr als 30.000 Corona-Tote in New York

Viel zu spät hatte New York auf die heraufziehende Krise reagiert. Die Folge: Auf dem Höhepunkt im vergangenen April bis zu 1.000 Tote - pro Tag. Mehr als 30.000 Menschen haben in New York City bis heute ihr Leben verloren. Hochgerechnet auf die Bevölkerungszahl in Deutschland wären das etwa 300.000 Tote.

Durch einen brutalen, harten Lockdown wurde das Leben in der Stadt zum Erliegen gebracht, New York wurde zur Geisterstadt. Allein bei den Geschäften rund um den Times Square brach die Wirtschaftsleistung um 87 Prozent ein und am Broadway wurden auf einen Schlag etwa 100.000 Schauspieler, Bühnenarbeiter, Platzanweiser, Kartenabreißer, Musiker etc. arbeitslos.

New Yorker tragen Maske - freiwillig und überall

Der Schock, den die Bilder von Massengräbern ausgelöst hatten und der durch den dramatischen wirtschaftlichen Niedergang noch verstärkt wurde, sitzt bei den Menschen tief. Bis heute zeigt er Wirkung. Anders als an vielen anderen Orten der Welt wird in New York noch nicht mal im Ansatz darüber diskutiert, ob Masken tragen notwendig ist. Praktisch alle tun es, freiwillig, immer und überall - auch draußen auf der Straße, beim Spazieren im Park oder am Meer.

Zu lange gewartet: Eine Einschätzung zum harten Lockdown in New York City von ZDF-Auslandskorrespondent Johannes Hano.

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So drastisch wie die erste Welle anstieg, ist sie dadurch wieder abgeflacht. Selbst die Massenproteste der Black-Lives-Matter-Bewegung im Sommer haben daran nichts geändert. Denn auch für die Hundertausenden Demonstranten, die durch die Straßen gezogen sind, war klar: Ohne Maske geht es nicht.

Uns allen war klar, dass wir alles tun müssen, um die Stadt und uns selbst davor zu bewahren, im Abgrund zu versinken. Und wenn ein Lappen um den Mund dazu beiträgt, dann ist das ein sehr geringer Preis, den praktisch alle bereit sind zu bezahlen - ohne Meckern oder Murren. Maskentragen war und ist eine der Säulen der Covid-Strategie.

New York testet - kostenlos und präzise

Die andere: testen, testen, testen. Schon seit Mitte vergangenen Jahres können sich alle New Yorker wann und so oft sie wollen umsonst testen lassen und zwar nicht mit einem Schnelltest, sondern mit dem sehr viel teureren und genaueren PCR Test. Und dann doch die zweite Welle, im Winter nach den Feiertagen.

Die 7-Tage-Inzidenz war bei der Bewertung des Verlaufs und zu ergreifenden Maßnahmen nie die entscheidende Größe. Im Vordergrund standen von Anfang an die Prozente an positiv Getesteten, Krankenhauskapazitäten, schweren Verläufen und Todesfällen. Und die liegen heute im unteren einstelligen Bereich, verglichen mit den schlimmsten Tagen im April.

New York impft - rund um die Uhr

Ein Grund dafür: Die dritte Säule: impfen, impfen, impfen. Rund um die Uhr, mit allem was da ist. Fast 30 Prozent der New Yorker haben schon ihre erste Dosis bekommen.

Was in Deutschland passiert, dafür interessiert sich heute kaum noch jemand in New York. Hier keimt die Hoffnung auf, dass man es bald geschafft hat, mit großem Pragmatismus – from worst to first – wie sie hier sagen.

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