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Niederlande : Polizei feuert Schüsse bei Bauernprotest ab

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Seit Wochen protestieren Bauern in den Niederlanden gegen geplante Umweltauflagen. Bei Heerenveen spitzt sich die Lage zu. Die Polizei gibt Schüsse ab.

Bauernproteste in Nijkerk, Niederlande am 5.7.2022
Treckerproteste und Blockaden von Großmärkten - in den Niederlanden gehen die Bauern auf die Straße
Quelle: epa

Die niederländische Polizei hat bei Protesten von Bauern nach eigenen Angaben Warnschüsse abgegeben und auch gezielt geschossen. Die Polizei sprach am Mittwoch im Radio von einer äußerst bedrohlichen Situation für die Beamten. Niemand sei verletzt worden. Drei Personen seien festgenommen worden.

Der Vorfall ereignete sich am späten Dienstagabend auf einer Autobahnauffahrt bei Heerenveen im Norden des Landes. Bauern hatten die Straße mit Treckern blockiert. Als sie auf die Polizisten und deren Autos zusteuerten, hätten die Beamten zur Schusswaffe gegriffen und mindestens einen Traktor getroffen, teilte die Polizei mit. Die Landwirte bestritten die Darstellung der Polizei. Die Polizei sei nicht bedroht worden. Die Kriminalpolizei untersucht den Vorfall.

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28 min
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Landwirte blockieren Großlager von Supermärkten

Seit mehr als zwei Wochen protestieren Bauern gegen geplante Umweltauflagen. Der Stickstoff-Ausstoß soll so drastisch reduziert werden, dass nach Einschätzung der Regierung etwa 30 Prozent der Viehbauern ihren Betrieb aufgeben müssen.

Landwirte blockieren bereits seit Tagen Großlager von Supermärkten und Straßen mit Treckern. Am Montag etwa waren mehr als 20 Distributionszentren der großen Supermarktketten betroffen. Der Zentrale Verband des Lebensmittelhandels nannte die Blockaden "total unakzeptabel" und sprach bereits von ersten Versorgungsengpässen.

Auch am heutigen Mittwoch wurden die Proteste fortgesetzt unter anderem bei einem Großlager und beim regionalen Flughafen von Groningen.

Landwirte blockieren die Ankunfts- und Abflughalle des Flughafens Groningen Eelde unter anderem mit Traktoren.
Blockade der Ankunfts- und Abflughalle des Flughafens Groningen Eelde
Quelle: dpa

Die Emissionen von schädlichen Stickstoff-Verbindungen sind in dem Land seit Jahrzehnten zu hoch. Nun bestimmte die Regierung, dass sie national bis 2030 um rund 50 Prozent reduziert werden müssen, bei Naturgebieten sind es sogar mehr als 70 Prozent.

Viehzucht verantwortlich für Stickstoffproblem

Vor allem die Viehzucht ist nach der Berechnung der Behörden für das Stickstoffproblem verantwortlich. Das höchste Gericht des Landes hatte 2019 bestimmt, dass die Stickstoff-Normen nicht länger überschritten werden dürfen.

Der Mist, den die Tiere produzieren, ist laut Umweltbundesamt Quelle des klimawirksamen Lachgases und seiner Vorläufersubstanzen Stickoxide und Stickstoff. Auch beim Ausbringen von Dünger auf die Felder entsteht Lachgas. Zudem entstehen bei der Viehhaltung Methan-Emissionen, und zwar bei Verdauungsprozessen von Rindern und Schafen und der Lagerung von Mist und Gülle.

Die Niederlande haben etwa 53.000 landwirtschaftliche Betriebe und sind weltweit einer der größten Exporteure von Agrar-Produkten. Im vergangenen Jahr betrug das Ausfuhrvolumen rund 105 Milliarden Euro.

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