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Anschlag in Nizza - Vier mögliche Komplizen in Haft

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Bei einem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag in Nizza starben drei Menschen. In Frankreich wurde die höchste Terrowarnstufe ausgerufen. Vier mögliche Komplizen sind gefasst.

Französische Polizisten in Nizza.
Französische Polizisten in Nizza. Bei dem Attentat starben drei Menschen.
Quelle: Daniel Cole/AP/dpa

Nach dem tödlichen Messerangriff in Nizza ermitteln auch die tunesischen Behörden gegen den Tatverdächtigen. Dabei soll es sich um einen 21 Jahren alten Tunesier handeln. Gemäß dem Recht des Landes werde jeder Tunesier strafrechtlich verfolgt, der in Terrorakte verstrickt sei, egal ob im Inland oder Ausland, sagte ein tunesischer Justizsprecher.

Wer ist der Täter von Nizza?

Es handelt sich laut Ermittlern um einen 21-jährigen Tunesier, der nach Angaben seiner Familie Brahim Issaoui heißt. Auf einem Dokument des italienischen Roten Kreuzes war sein Nachname fälschlicherweise mit Aouissaoui angegeben.

Wie kam der Attentäter nach Frankreich?

Issaoui landete nach bisherigen Erkenntnissen mit einem Flüchtlingsboot am 20. September auf der italienischen Insel Lampedusa. Von dort gelangte er am 9. Oktober nach Bari aufs Festland.

Nach dem mutmaßlich islamistischen Terrorangriff in einer Kirche in Nizza gedenkt Frankreich der Opfer. Zahlreiche Länder bekundeten noch am Abend ihre Solidarität.

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Die italienischen Behörden wiesen ihn an, das Land binnen sieben Tagen wieder zu verlassen. Er reiste ohne gültige Papiere nach Frankreich weiter, wo er sich seit knapp 20 Tagen aufhielt. Der 21-Jährige stellte laut Innenministerium keinen Asylantrag.

Was sagt sein tunesisches Umfeld?

Der tunesischen Polizei war Brahim Issaoui wegen Gewalt und Drogenhandel bekannt, aber offenbar nicht als radikaler Muslim. Der junge Mann stammt aus einer kinderreichen Familie in der tunesischen Küstenstadt Sfax. Seine Mutter sagte der Nachrichtenagentur AFP, Brahim habe Mofas repariert, um Geld zu verdienen.

Seit zweieinhalb Jahren habe er viel gebetet. "Er ging nicht aus und sprach nicht mit den anderen", berichtete sie. Sein Bruder Yassine Issaoui gibt an, er habe noch am Vorabend des Attentats mit Brahim telefoniert. "Er sagte, dass in Frankreich die Arbeit besser sei."

Wie ging der Täter in Nizza vor?

Issaoui drang am Donnerstag um 8.29 Uhr morgens in die Basilika Notre-Dame im Stadtzentrum ein und griff drei Menschen an. Dabei nutzte er laut Staatsanwaltschaft ein 30 Zentimeter langes Messer mit einer 17 Zentimeter langen Klinge.

Anne Arend berichtet live aus Paris

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Er tötete den 55-jährigen Küster und schlitzte einer 60-jährigen Frau die Kehle so weit auf, "dass es einer Enthauptung gleichkommt", wie Staatsanwalt Jean-François Ricard sagte. Eine ebenfalls angegriffene 44-jährige Brasilianerin konnte aus der Kirche fliehen, erlag dann aber in einer Bar ihren Stichwunden.

Was geschah dann in Nizza?

Von Zeugen alarmierte Polizisten versuchten, den Täter zu stellen. Als er mit dem Schrei "Allahu Akbar" (Gott ist groß) auf sie losging, wollten sie ihn mit einer Elektroschockpistole überwältigen, mussten dann aber laut Staatsanwalt mehrfach auf ihn schießen.

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Issaoui wurde schwer am Hals und Bein verletzt und lag zuletzt in Lebensgefahr im Krankenhaus. In seiner Tasche fanden die Ermittler zwei weitere Messer, zwei Handys sowie einen Koran. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er noch viel mehr Menschen töten wollte. Sie ermittelt wegen "Mordes" im Zusammenhang "mit einer terroristischen Tat".

Handelte der Täter alleine?

Die Polizei hat mittlerweile vier Verdächtige in Gewahrsam genommen. Ein 29-jähriger tunesischer Staatsangehöriger sei am Samstagnachmittag Ein 29-jähriger tunesischer Staatsangehöriger sei am Samstagnachmittag in der südfranzösischen Stadt Grasse in Gewahrsam genommen worden, hieß es aus Justizkreisen.

Der Mann wird verdächtigt, in Kontakt mit Brahim Issaoui gestanden zu haben, der am Donnerstagmorgen in der Basilika Notre-Dame von Nizza drei Menschen getötet haben soll. Der Angreifer soll während der Tat mehrfach "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen haben.

Nach Angriff von Nizza -
Frankreich ruft höchste Terrorwarnstufe aus
 

Nach dem Terrorangriff in Nizza hat Frankreich die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Das Land "ist angegriffen worden", sagte Präsident Macron am Tatort.

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Anders als bei früheren Anschlägen in Frankreich bekannte sich keine Dschihadistengruppe zu der Tat. Den Sicherheitsbehörden in Europa war Issaoui nicht als radikalisiert bekannt.

Welche Vorbilder könnte der Täter haben?

Der Vergleich mit dem Tunesier Mohamed Lahouaiej-Bouhlel drängt sich auf. Dieser war am französischen Nationalfeiertag am 14. Juli 2016 mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge in Nizza gerast und hatte 86 Menschen getötet. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat für sich.

Der Extremismusforscher Peter Neumann erkennt mehrere Gründe, warum Frankreich so häufig das Ziel islamistischen Terrors ist. Vor allem, weil das Land innerhalb Europas den eigenen Laizismus "am härtesten praktiziert".

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Das auf islamistische Webseiten spezialisierte US-Institut Site berichtet, eine Untergruppe der IS-Miliz rufe nun weitere "Einsame Wölfe" zu Anschlägen auf. Angestachelt haben könnten Issaoui auch die jüngsten Proteste gegen Frankreich im Streit um die Neuveröffentlichung der Mohammed-Karikaturen durch die Satirezeitung "Charlie Hebdo" im September.

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